#98 – Neu im Hardtwald: Josef Ganda

Zurück aus dem Trainingslager gab der SV Sandhausen zu Beginn der Woche Neuzugang Nr. 5 & Nr. 6 bekannt. Beide Testspieler, die fast die komplette Vorbereitung mit dem Team absolviert haben, haben die Verantwortlichen überzeugt und schließen sich mit sofortiger Wirkung dem SV Sandhausen an. Doch wer sind Abu-Bekir Ömer El – Zein und Josef Ganda? Heute nehmen wir zweitgenannten näher unter die Lupe. Viel Spaß mit dem Transfer – Update Josef Ganda. 

Zur Person:

Der am 10.03.1997 geborene Ganda, der neben der israelischen Staatsbürgerschaft auch die der Demokratischen Republik Kongo besitzt, sammelte seine ersten fußballerischen Erfahrungen bei Maccabi Netanja und Ironi Kiryat Shmona. Für die Verächter des israelischen Fußballs sei erläutert, dass es sich bei beiden Vereinen um gefestigte Erstligisten handelt, die in der Ligat ha´al ansässig sind. Seiner Vita hinzufügen darf Ganda auch einige kurze Einsätze für die U19 seines Heimatlandes, für die er 2015 mehrfach nominiert wurde. 

Der Karriereweg:

Den Übergang in den Seniorenbereich schaffte er dann auch in Kiryat Shmona, wo er in der Saison 16/17 seine ersten 3 Profispiele für die erste Mannschaft absolvierte, bevor er dann zu Hapoel Tel Aviv weiterzog. Mit Hapoel schaffte er in der Saison 17/18 dann den Aufstieg aus der zweiten Liga, wobei er aufgrund eines Kreuzbandrisses nur zu 11 Einsätzen kam, in denen er 5 Scorer (4 Tore / 1 Vorlge) sammelte. Der Kreuzbandriss begleitete Ganda auch noch zu Beginn der Saison 18/19, in der er ab dem 8. Spieltag jedoch wieder regelmäßig im Kader und auch in der Startaufstellung stand. Am Ende der Saison stand der Klassenerhalt und für Josef Ganda ging es das erste Mal in seiner Karriere ins Ausland. 

Im September 2019 nahm der FC Augsburg den Israeli unter Vertrag. Eingeplant für die U23 kam er in der Bayernliga bis zur Pause durch Corona regelmäßig zum Einsatz und etablierte sich als Stammspieler. Die 12 Spiele haben gereicht um im Sommer 2020 den nächsten Wechsel anzustreben und etwas weiter südlich den nächsten Schritt zu machen. Bei Admira Wacker Mödling kam er in den vergangenen beiden Spielzeiten nun auf insgesamt 35 Einsätze die gegen Ende seiner Zeit immer öfter von der Bank aus starteten. Am Ende der letzten Spielzeit stand für Admira dann der Abstieg, was auch dazu führte das der in Deutschland bestens bekannte Andi Herzog sein Traineramt niederlegte und somit auch ein Fürsprecher Gandas den Verein verließ. Warum es nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem Aufwärtstrend in seiner zweiten Saison nicht zu einem Durchbruch und der damit verbundenen Etablierung in der Startelf kam, ist auf die Ferne leider nicht zu recherchieren. Ein Grund hierfür werden sicher die immer wieder auftretenden Ausfälle aufgrund von Krankheiten oder Verletzung gewesen sein. Aufgrund solcher Themen verpasste er in seinen zwei Jahren in Mödling 17 Spiele. Das muss für die Zukunft natürlich kein Bestand haben, bleibt aber ein Teil der Geschichte. 

Und jetzt Sandhausen: 

Nachdem Josef Ganda die komplette Vorbereitung bereits als Testspieler beim SVS verbrachte, gab der Verein am 04.07.22 die Verpflichtung bekannt. Ganda ergänzt damit die Möglichkeiten für das Trainerteam auf fast allen offensiven Positionen, wobei er vor allem auf den Außen beheimatet ist. Was er dem Team auf jeden Fall geben kann, ist Schnelligkeit und Tiefe, die dadurch erreicht werden kann. In den bisherigen Testspielen stand er für mich persönlich etwas im Schatten von El-Zein, was aber vielleicht auch auf meiner Fokussierung auf den jungen deutsch-libanesen zu begründen ist. Deutlich wurde, dass er auf außen wirklich eine Schnellig – sowie Zielstrebigkeit Richtung Grundlinie mitbringt und somit sicher als Alternative zu C. Kinsombi, Souko, Kutucu oder Esswein gesehen werden kann. Für mich ein absolut nahvollziehbarer Transfer, der vor allem in die Kaderbreite bzw. Tiefe investiert und dadurch total Sinn ergibt. Das lässt sich zumindest aus den Statements von Schwartz bei der Vorstellung des Spielers fielen: „Joseph hat eine enorme Physis und ist sehr schnell. Er ist auf beiden Außenbahnen einsetzbar oder kann auch als hängende Spitze spielen. Er ist beidfüßig und bietet sich für unseren Offensivbereich als Alternative an“. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei Josef Ganda: Herzlich Willkommen am Hardtwald Josef. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#97 – Neu im Hardtwald: Abu-Bekir Ömer El-Zein

Zurück aus dem Trainingslager gab der SV Sandhausen zu Beginn der Woche Neuzugang Nr. 5 & Nr. 6 bekannt. Beide Testspieler, die fast die komplette Vorbereitung mit dem Team absolviert haben, haben die Verantwortlichen überzeugt und schließen sich mit sofortiger Wirkung dem SV Sandhausen an. Doch wer sind Abu-Bekir Ömer El – Zein und Josef Ganda? Heute nehmen wir erstgenannten näher unter die Lupe. Viel Spaß mit dem Transfer – Update zu Abu – Bekir Ömer El – Zein. 

Zur Person:

Am 18.02.2003 geboren begann El -Zein das Fußball spielen beim Essener SC Preußen 02 von wo aus er über Schwarz – Weiß Essen 2018 im Alter von 15 Jahren in die Jugendabteilung der Dortmunder Borussia wechselte. Beim BVB durchlief er dann alle weiteren Juniorenmannschaften bis hoch zur U19, mit der er in der abgelaufenen Saison die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Ebenfalls für Furore sorgte er mit seiner Mannschaft in der Uefa Youth League, wo erst im Viertelfinale gegen die Junioren von Atletico Madrid Schluss war. 

Während El – Zein alle Auswahlmannschaften der Westfalenauswahl durchlief, blieb ihm eine Nominierung für die deutsche Juniorennationalmannschaft bislang verwehrt. Durch seine doppelte Staatsbürgerschaft besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass er für das Geburtsland seiner Eltern, den Libanon, nominiert werden könnte. 

Der Karriereweg:

Bei einem so jungen Spieler, der mit dem SV Sandhausen in seine erste Saison im Seniorenbereich geht, bleiben einem nur der Blick in die Statistiken. Ziehen wir nur die Daten aus seiner U19 Zeit heran, bleiben uns aufgrund der Corona Pausen in 2 Jahren „nur“ 31 Spiele in der Junioren-Bundesliga, DFB-Pokal und der Uefa Youth League. Obwohl er nur etwas mehr als 50% der möglichen Spielzeit auf dem Feld stand, steuerte er 10 Treffer sowie 5 Vorlagen bei. Wenn man sich die direkte Konkurrenz auf den 4 Offensiven Positionen in Borussia Dortmunds 4-2-3-1 anschaut, ist das doch beachtlich. Mit Jamie Bynoe-Gittens, Bradley Fink, Göktan Gürpüz, Bradley Fink oder auch Julian Rijkhoff setzte er sich teilweise gegen Konkurrenten durch, die in nicht allzu ferner Zukunft in der Bundesliga vor 80.000 im Westfalenstadion auflaufen werden und schon jetzt einen höheren Marktwert aufweisen als der Großteil des SVS Kaders zusammen. 

Und jetzt Sandhausen:

In der A-Jugend hauptsächlich auf den offensiven außen, hinter oder direkt in der Spitze aufgestellt, sah man ihn bei den Testspielen des Sportvereins hauptsächlich im zentralen, teilweise sogar defensiven Mittelfeld. Wenn man den Aussagen von Mikayil Kabaca Glauben schenken darf, ist El-Zein auch eher für die zentrale Mittelfeldposition eingeplant, auf der er sich laut dem sportlichen Leiter des SVS nun weiterentwickeln soll. Das El-Zein eher ein Perspektivspieler sein soll, lässt sich auch dem Statement des Trainers entnehmen, der folgendermaßen zitiert wird: „Abu hat großes Potential, das es gilt abzurufen. Er ist 19 Jahre jung, hat in den beiden letzten Wochen engagiert mittrainiert und ist in keiner Phase abgefallen. Grade in den physisch sehr anspruchsvollen Einheiten ist er stabil geblieben. Er ist für sein Alter sehr ballsicher, hat eine gute Übersicht und ich glaube, dass da noch einiges kommen kann, wenn er den Männerfußball weiter so annimmt.“

Den Worten des Trainer sowie des sportlichen Leiters zu Folge bekommt der SVS also einen jungen, vielversprechenden Back – Up der zwischen den Positionen pendeln und sowohl Trybull oder D. Kinsombi im zentralen Mittelfeld ersetzen, sowie im Bedarfsfall auch auf die offensiven Positionen ausweichen und unterstützen kann. 

Die Eindrücke, die man in den bisherigen Testspielen von ihm sammeln konnte, trafen bei den Fans auf gemischte Gefühle. Ich persönlich fand ihn im ersten Test auffällig und im dritten Test im Trainingslager dann sogar richtig stark. Es wurde deutlich, dass er ein feines Füßchen besitzt und auch damit umzugehen weiß. Gerade durch den Wegfall von Gaudino, der nie wirklich in Sandhausen Fuß fassen konnte, wurde ein Planstelle frei, die es mit einer gewissen Kreativität zu füllen galt. Das ist und bleibt weiterhin eine Qualität die dem Kader teilweise abgeht. Abu-Bekir Ömer El-Zein ist auf jeden Fall eine Verpflichtung, die in diesem Bereich den Kader optimiert. Ob und wieviel Einsatzzeit im Alois Schwartz letztendlich gibt wird auch stark davon abhängen wie die Mannschaft in die Spielzeit startet. Sicherlich wird nicht von Beginn an Hurra-Fußball ausgerufen, sondern erstmal wieder die Tugenden der erfolgreichen Rückrunde beschworen. Hier wird El-Zein meiner Meinung nach erstmal nur zu sehr sporadischen Teileinsätzen kommen. In diesen gilt es sich dann zu beweisen. Die Lust dazu, scheint er zu haben: „Ich kann es kaum erwarten hier zu spielen und freue mich in Sandhausen zu sein. Ich hoffe auf eine erfolgreiche Saison und möchte dem Team natürlich helfen. Die Jungs haben mich sehr gut aufgenommen, jetzt kann es los gehen“, wird er auf der Homepage des SVS zitiert. 

Es bleibt zu hoffen, dass seine Worte nicht nur Floskeln sind und er diese mit Leben füllen kann. Außerdem ist ihm zu wünschen, dass er einen besseren Start in Sandhausen findet, als die letzten Nachwuchshoffnungen, die mit viel Vorschusslorbeeren vorgestellt und dann kaum eingesetzt wurden. Seine Vita macht auf jeden Fall Lust auf mehr. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei Abu-Bekir Ömer El-Zein: Herzlich Willkommen am Hardtwald Abu-Bekir. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir. 

#96 – Neu im Hardtwald: Ahmed Kutucu (2)

Während sich der SV Sandhausen noch bis Ende der Woche im Trainingslager befindet, wurde heute der 4. Neuzugang zur kommenden Saison präsentiert. Obwohl … Neuzugang passt da eher weniger. Vielmehr kann man Ahmed Kutucu als alten Bekannten bezeichnen. Im Mai aufgrund seiner auslaufenden Leihe noch verabschiedet worden, weilt er nun bereits mit der Mannschaft in Österreich und bereitet sich gemeinsam mit ihr auf die neue Saison vor. 

Eine ausführliche Vorstellung seines Werdegangs könnt ihr in meinem Beitrag aus dem Januar nachlesen, heute werfen wir nur einen kurzen Blick auf sein Halbjahr beim SV Sandhausen. 

Als dritter Neuzugang nach Nils Seufert und Dario Dumic wurde Kutucu im Januar vom SVS für die Mission Klassenerhalt präsentiert und stand auch gleich im ersten Spiel gegen Regensburg in der Startelf. Letztendlich könnte das ihm zum Verhängnis geworden sein. In einem Spiel, in dem keiner auch nur annähernd Zweiliganiveau erreichen konnte, war er meiner Meinung nach noch ein Aktivposten in den ersten 45. Minuten. Erstaunlicherweise wurde er von Alois Schwartz zur Halbzeit trotzdem vom Feld genommen und wirkte ähnlich wie Seufert im ersten Moment als verbrannt. Die guten Leistungen der Mannschaft im Anschluss an die Coronabedingte Pause vor dem Aue Spiel taten ihr übriges dazu, dass Kutucu im weiteren Verlauf der Saison nur weitere 180 Minuten (1 Tor) auf dem Feld sammeln konnte. 

Jedoch gerade gegen Ende der Saison in Spielen wie gegen Darmstadt, Bremen oder auch Kiel konnte er doch zeigen, welchen Impact er auf das Spiel des SV Sandhausen haben könnte. Mit seiner Schnelligkeit sowie der Zielstrebigkeit Richtung gegnerisches Tor brachte er ein Element ein, was Testroet dem Spiel nicht geben konnte. Eben jener Testroet war mit seinen Toren vergangene Saison überlebenswichtig, hat aber eben auch die Entwicklung und Einsatzmöglichkeiten von Spielern wie Kuol oder eben auch Kutucu blockiert. Das Trainer in einer Situation wie der SVS in der vergangenen Rückrunde kein Risiko eingehen, sondern auf erfahrene Spieler setzen ist nachvollziehbar. Ob aber in manchen Situationen ein Spielertyp wie Kutucu nicht die bessere Lösung gewesen wäre, bleibt mal dahingestellt. Einen Vorwurf wird Alois Schwartz aufgrund der Ergebnisse sowieso niemand machen. 

Nachdem Abgang von Testroet und der Verpflichtung von Pulkrab, der vom Spielertyp ja doch ähnlich ist, macht es total Sinn einen Spieler wie Kutucu im Kader zu haben, der eine andere Rolle einnehmen kann. Die Variationsmöglichkeiten des Trainers erweitern sich schlagartig und das mit einem Spieler, der keine Eingewöhnungszeit braucht, sondern bereits fester Bestandteil des Teams war. 

Auch das Kutucu diese Leihe nochmals eingeht zeigt, dass im letzten halben Jahr viel richtig gelaufen ist am Hardtwald. Es spricht doch einiges dafür, dass es innerhalb des Vereins und er Mannschaft stimmt, wenn ein Spieler mit so geringen Einsatzzeiten eine weitere Leihe über die gesamte Saison eingeht. Sicherlich wird ihm das Trainerteam auch ein entsprechende sportliche Perspektive aufgezeigt haben, die ihn nochmals vom SVS überzeugen konnte. Es ist davon auszugehen, dass vor allem der Spieler mehr Einsatzzeiten erwarten wird. Sollte er die aufsteigende Form der Rückrunde bestätigen können, bin ich mir sicher dass er die auch bekommen wird. 

Für seinen Arbeitgeber in der Türkei, Istanbul Basaksehir, ist eine erfolgreiche Leihe sicher auch kein Nachteil. Kutucu ist noch bis 2025 an den türkischen Erstligisten gebunden und könnte mit Spielpraxis und Selbstvertrauen auch 2023 noch am Bosporus durchstarten. Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Ich freu mich jetzt erstmal, dass er zurück in der Kurpfalz ist. Mit seinen Fähigkeiten, die er vor allem auf Schalke schon gezeigt hatte, steht das Versprechen ein Unterschiedsspieler zu sein immer im Raum. Hoffentlich kann er es diese Saison einlösen.

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch für den Heimkehrer Ahmed Kutucu: Herzlich Willkommen (zurück) am Hardtwald Ahmed. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#95 – NoPressureSVS goes interactive …

Neue Saison, neue Ideen. Das hatte ich ja bereits angekündigt. Um dem ganzen Projekt NoPressureSVS ein bisschen mehr Interaktion einzuhauchen hab ich mir schon im Laufe der vergangenen Saison überlegt ein Tippsipiel zur neuen Saison unter der „Fahne“ des Blogs laufen zu lassen. Aus der zweiten Liga, für die zweite Liga sozusagen. Ziel dieses Blogs ist es im Laufe des vergangenen Jahres auch geworden, Interaktion zu anderen Fans herzustellen und vielleicht auch andere Fans untereinander zu vernetzen. Und das unter dem großen gemeinsamen Nenner Fußball und dem etwas kleineren, nicht weniger wichtigen, Nenner SV Sandhausen. Solche interaktiven Spielchen können da zumindest ein Anfang sein. Sich gegenseitig Punkte abzujagen und in einen fairen, spaßbringend Wettstreit miteinander zu gehen, ist da sicher kein schlechter Anfang. 

Relativ einfach ist das mit dem wohl allseits bekannten KickTipp. Das Tipp-Spiel gibt es als Desktopvariante und als Smartphone App. Es ist kostenfrei und supersimpel. Getippt werden alle 34. Spieltage der zweiten Liga mit genauen Ergebnistipps. Wer das Ergebnis eines Spiels genau vorhersagt bekommt 4 Punkte (Bsp. Tipp: 3:2, Ergebnis: 3:2). Bei einer richtigen Tendenz mit der korrekten Tordifferenz gibt es 3 Punkte (Bsp. Tipp: 3:2, Ergebnis: 2:1) und wer nur die Tendenz richtig vorhersagt (Bsp. Tipp: 3:2, Ergebnis: 2:0) bekommt 2 Punkte.  Zusätzlich werden zu Beginn der Saison noch Bonusfragen gestellt, über die zusätzliche Punkte eingefahren werden können. Gewonnen hat am Ende wer die meisten Punkte über die Saison gesammelt hat. 

Das ist sozusagen die Standardvariante. Damit ist man pro Spieltag vielleicht 2 Minuten beschäftigt und es bringt trotzdem eine Menge Spaß. Etwas mehr Zeit investieren kann man im zweiten Teil der Neuerungen zur Saison 2022/2023. Pünktlich zum Start der Vorbereitung bei fast allen Zweitligisten hat KickBase bekanntgegeben, dieses Jahr auch mit der zweiten Liga an den Start zu gehen. Zum ersten Mal überhaupt. Wer sich jetzt fragt, was KickBase überhaupt ist, versuche ich einen kurzen Überblick zu verschaffen. 

KickBase ist ein Online Manager Spiel, dass aktuell laut Anbieter nur als App verfügbar ist. Im Vergleich zum Kicker Managerspiel oder Comunio basiert es auf Echtzeitdaten, die von Opta geliefert werden. Wie wir ja alle wissen, werden alle relevanten Aktionen der Spieler auf dem Feld analysiert und festgehalten. KickBase nutzt diese Daten und wandelt sie in Livepunkte um. Somit kann man während dem Spiel bereits schauen, wie die einzelnen Spieler der eigenen Mannschaft performen. Diese Mannschaft stellt man sich selbst zusammen, indem man seinen Kader mit einem gewissen Budget nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten verändert. Transfers sind über die gesamte Saison möglich. Einzig die Finanzen sollten im Auge behalten werden. Den ist man zu Beginn eines Spieltages im Minus, sind alle Punkte für diesen futsch. 

Im Vergleich zu KickTipp kann man in der KickBase App wirklich viel Zeit verbringen. Ein großes Plus ist jedoch das beschäftigen mit unterschiedlichsten Spielern und Teams. Somit hat man die komplette Liga noch mehr im Auge und weiß, worauf sich unser Sportverein so gefasst machen muss, wenn die Gegner in den Hardtwald reisen. 

Zu gewinnen gibt es in beiden Spielen außer ewigen Ruhm als erster Gewinner der jeweiligen Kategorie leider nichts. Aber das alleine sollte schon Ansporn genug sein, sich anzumelden und dabei zu sein. Gerade bei KickBase sind die Plätze tatsächlich begrenzt. Eine Liga kann nur mit 18 MangerInnen gefüllt werden. Bei KickTipp haben wir da doch etwas mehr Platz und können mit bis zu 300 Leuten gleichzeitig spielen. 

Ich freue mich über jeden einzelnen der sich in einem der beiden Spiele anmeldet und mit mir gemeinsam ins erste interaktive Jahr von NoPressureSVS bei KickTipp und KickBase startet. Sollte jemand Fragen zu den einzelnen Spielen haben, schreibt mich gerne an. 

Um zu den jeweiligen Ligen zu kommen, müsst ihr nur den unteren Links folgen und dann die Anmeldung durchführen. 

Zur Tippspielliga von NoPressureSVS auf KickTipp geht’s hier entlang

Zur Managerliga von NoPressureSVS auf KickBase geht’s hier entlang

#94 – Neu im Hardtwald: David Kinsombi

Während Konkurrenten wie Hannover 96 die Rolle des Sportvereins aus früheren Transferperioden übernehmen und fast täglich neue Transfers vermelden, ist der SV Sandhausen in diesem Sommer sehr bedacht und auch gezielt auf dem Transfermarkt unterwegs. Bis zum Trainingsstart vergangene Woche stellte der Sportverein „nur“ 3 neue Spieler vor. Nachdem wir Matej Pulkrab bereits beleuchtet haben, schauen wir uns Neuzugang Nummer 3 heute genauer an: David Kinsombi wechselt ablösefrei aus Hamburg vom HSV an den Hardtwald. 

Zur Person: 

Geboren am 12.12.1995 in Rüdesheim geboren, fand er seinen Weg ins Mainzer Nachwuchsleistungszentrum im Alter von 15 Jahren über Germania und Wehen Wiesbaden, wo er zuvor ausgebildet wurde. Über die Mainzer U17 sowie U19 empfahl er sich als Stammspieler und Kapitän unter dem heutigen Hertha Trainer Sandro Schwarz für die deutsche U18 Nationalmannschaft, für die er 3 Spiele absolvierte. 

Der Karriereweg: 

Die Leistungen in den Juniorenteams blieben nicht unentdeckt, so dass Kinsombi unüblich für Mainzer Jugendspieler den Weg nicht über die eigene Bundesligamannschaft suchte, sondern ein Angebot der Frankfurter Eintracht annahm, die ihn zur Saison 2014/2015 mit einem Profivertrag ausstatteten und über die U23 an die erste Mannschaft ranführen wollten. Was letztendlich dazu führte, dass es in 1,5 Jahren am Main nur zu 4 Einsätzen in der Bundesliga reichte und auch ein Einsätze in der U23 nicht zu finden sind, ist nicht mehr zu recherchieren. Fakt ist, dass zur Winterpause 2015/2016 bekanntgegeben wurde, dass Kinsombi im Sommer zum Karlsruher SC wechseln und bis dahin an den SC Magdeburg in die 3 Liga verliehen wird. Nach einem guten halben Jahr im Osten, wo er sich als Stammspieler in der Innenverteidigung etablieren konnte, folgte das erste Jahr als Stammspieler in Liga zwei beim Karlsruher Sportclub. Als junger Innenverteidiger konnte er jedoch in 26 Einsätzen nicht verhindern, dass der Traditionsclub aus der Fächerstadt am Ende der Spielzeit wieder mal in die 3 Liga absteigen musste. 

Kinsombi ging den Weg eine Liga tiefer nicht mit, sondern heuerte In Kiel bei der dortigen KSV an. Von Trainer Markus Anfang aus der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld beordert erkämpfte er sich sofort einen Stammplatz und scheiterte am Ende nur knapp mit seinem Team in der Aufstiegsrelegation am VFL Wolfsburg. Unter Tim Walter, der Kinsombi in der Folgesaison sogar noch weiter nach vorne zog, entwickelte sich David zur absoluten Leitfigur im Kieler Spiel, was ihn auch für größere Klubs interessant werden ließ. Trotz eines Schienbeinbruchs den er sich im Wintertrainingslager 2019 zuzog, verpflichtete der HSV Kinsombi für 3 Millionen Euro zur Saison 2019/2020. 

In nun 3 Jahren in Hamburg, sammelte Kinsombi insgesamt 83 Einsätze, bei denen er 11 Tore erzielte, sowie 11 Vorlagen gab. Hauptsächlich setzten ihn die diversen Trainer beim ehemaligen Bundesliga-Dino im zentralen Mittelfeld ein. Unumstrittener Stammspieler wurde er an der Elbe jedoch nie. Gerade in der vergangenen Spielzeit, nahmen seine Einsatzzeiten immer mehr ab. Ein Abschied, der sich bereits im Sommer zuvor andeutete und nun mit einem Jahr Verzögerung vollzogen wurde.

Und jetzt Sandhausen: 

Hätte David Kinsombi in Hamburg die Leistung gezeigt, die sich die Verantwortlichen von ihm erhofft hatten, wäre er jetzt nicht in Sandhausen. Das muss man am Hardtwald akzeptieren. Aber ich denke das tut man auch. Nicht von Nachteil wird sein, dass sein kleiner Bruder Christian in der vergangenen Saison und vor allem unter Alois Schwartz einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und dadurch sicher viel positives über den SVS zu berichten wusste. Auch wenn David bei seiner Vorstellung anmerkte, dass sein Bruder erst spät in die Pläne eingeweiht wurde und somit keinen Einfluss auf die Entscheidung hatte. Ich bin mir sicher, dass zumindest ein – zwei Worte zwischen den beiden gewechselt wurden, bevor der Vertrag unterschrieben wurde. 

Für den SV Sandhausen könnte die Verpflichtung ein echter Königstransfer werden. Wenn die kolportierten Summen und Daten stimmen erhält man mit David Kinsombi einen absoluten Führungsspieler, der sein Niveau schon mehrfach am oberen Ende der zweiten Liga bewiesen hat zum Nulltarif und mit einem Vertrag über 3 Jahre. Mit 27 Jahren befindet er sich wirklich im besten Fussballalter und könnte auf der Position im Zentralen/Offensiven Mittelfeld neben Tom Trybull zum Herzstück einer Mannschaft reifen, die vielleicht gerade am Anfang ihrer Entwicklung steht.

Mit seiner fußballerischen Klasse, die er sowohl in Kiel, also auch in Hamburg bewiesen hat, würde er fast jeder Mannschaft der zweiten Liga guttun. Dem SV Sandhausen aber noch ein kleines Stückchen mehr. Wenn es an der Mannschaft in der vergangenen Rückrunde etwas über maßen zu kritisieren gab, war das die Kreativität bzw. Flexibilität in der Vorwärtsbewegung. Ähnlich formulierte es auch Alois Schwartz auf der Homepage des SVS, wo er über den Neuzugang folgendes sagte: „David Kinsombi ist ein ballsicherer, kreativer Offensivspieler, der unserem Spiel nach vorne guttut. Bereits in jungen Jahren hat er als Kapitän bei Holstein Kiel Verantwortung übernommen, auch deswegen passt er mit seiner Einstellung sehr gut zum SV Sandhausen“. Gerade letzteres ist mit dem Wegfall Pascal Testroet nochmal ein Stück wichtiger geworden. Somit hat man direkt im vorderen Drittel des Spielfelds einen Spieler, der das Zeug zum Anführer hat und neben Diekmeier, Dumic und Drewes auf dem Platz auch mal die Führung übernehmen kann. Gerade seine Flexibilität in der Mitte des Spielfelds kann in einer langen Saison ein entscheidender Vorteil sein. Auch weil das Spiel des SVS wohl auch in der kommenden Saison grundsätzlich defensiver angelegt sein wird, wie bei vielen anderen Vereinen. Alois Schwartz wird sich ganz sicher nicht der Stärke der Rückrunde berauben wollen und da kann es nur gut sein, einen Mann auf der 8/10 zu haben, der offensiv spielt, aber eben auch defensiv denken kann. 

Sollte David Kinsombi den erhofften Verlauf nehmen und sich in Sandhausen etablieren, gilt es dem Team um Mikayil Kabaca ausufernd zu danken. Einen solchen Spieler zu einem solchen Karrierezeitpunkt ins beschauliche Sandhausen zu lotsen ist eine wahre Meisterleistung, Chapeau! Warten wir also ab, ob der vorzeitige Dank berechtigt ist. Ich hoffe es auf jeden Fall sehr und habe große Lust, Kinsombi in der kommenden Runde im Trikot des Sportvereins zu begutachten. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei David Kinsombi: Herzlich Willkommen am Hardtwald David. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#93 – TuS Mingolsheim – SV Sandhausen 0:10

Das erste Testspiel der Vorbereitung führte die Mannschaft von Alois Schwartz am heutigen Samstag (18.06.2022) zum A Kreisligisten der Tus Mingolsheim ins beschauliche Bad Schönborn. Testspiele, gerade gegen unterklassige Vereine, haben für mich aufgrund der fehlenden Aussagekraft eigentlich keinen großen Reiz, jedoch war das heute ein Heimspiel und somit natürlich wiederum ein Pflichttermin. 

Bei unbeschreiblich heißen 38 Grad auf dem Sportgelände, verirrten sich trotzdem noch ein paar wenige Hundert ZuschauerInnen ans Gelände der Sportpark-Arena. Bei gemäßigteren Temperaturen hätten sicher noch mehr die Chance genutzt, zumal die Hausherren mit 5€ einen echt fairen Preis aufriefen. Auf den ersten oberflächlichen Blick hatte man den Eindruck, dass das spärliche Publikum zu großen Teilen aus ortsansässigen und Sympathisanten des Kreisligisten bestand, bei näherem Betrachten konnte dann doch das eine oder andere SVS Trikot ausfindig gemacht werden. 

Der SV Sandhausen selbst hatte ein paar Überraschungen im Gepäck. Mit Drewes, Soukou, Zhirov und Gaudino fehlten 4 Spieler des bereits bekannten Kaders auf dem Meldebogen. Während Zhirov und Soukou zumindest anwesend waren, konnte ich Drewes und Gaudino nicht ausfindig machen (was nicht heißt, dass sie nicht doch da waren). Bedenklich war tatsächlich das Cebio Soukou mit Krücken das Sportgelände umrundete. Bisher hatte man vom Verein diesbezüglich noch nichts erfahren. Es ist wohl davon auszugehen, dass er mit einer Blessur aus der Länderspielreise zurückkam. Vielleicht gibt es da von Vereinsseite in den kommenden Wochen noch mehr Informationen dazu. Besonders gut sah das jedenfalls nicht aus. Tut es mit Krücken jedoch in den seltensten Fällen. 

Alois Schwartz hatte trotz der 4 fehlenden Spieler zwei komplette Mannschaften dabei, die er je Halbzeit auch aufs Feld schickte. 

In Halbzeit 1 begann der SVS mit folgender Aufstellung: Grawe – Schieber (U19), Dumic, Schwab, Diekmeier – Zenga, Bachmann – C. Kinsombi, Ritzmaier, Esswein – Pulkrab. 

Vorab zu den reinen Zahlen. Durch Treffer von Pulkrab (1.), Diekmeier (4.), Kinsombi (5.), Ritzmaier (38.) und abermals Diekmeier (45.) ging die erste Halbzeit erwartungsgemäß klar an den Favoriten aus dem Hardtwald. Besonders für Pulkrab hätte der Start nicht schöner sein können. Erstes Spiel, erste Minute, erste Ballberührung, erster Treffer. Perfekter Einstand. Auch wenn es nur ein Kreisligist ist, sowas tut sicher gut. Matej Pulkrab fügte sich für ein erstes Testspiel gut in die Mannschaft ein und war nicht weniger am Spiel beteiligt als es ein Pascal Testroet in der vergangenen Saison war. Nach allem was ich von ihm bisher gelesen und gesehen habe, hatte ich mir etwas mehr Spritzigkeit erwartet, was ich jedoch aufgrund des Vorbereitungsstandes und den Temperaturen noch nicht überbewerten möchte. Natürlich ging der Blick auch auf die drei Youngsters Schwab, Schieber und Grawe, die sich jedoch aufgrund der dich eher chancenlosen Hausherren eher selten auszeichnen konnten. Auch der Spielaufbau lief wie aus der vergangenen Saison gewöhnt hauptsächlich über Dario Dumic. Was ansonsten auffiel, war ein umtriebiger und gut aufgelegter Alexander Esswein, ein  lautstarker und torgefährlicher Dennis Diekmeier sowie im gesamten, gerade bei den Temperaturen, recht spielfreudige Mannschaft. 

Nach der Halbzeit wurde wie bereits angesprochen einmal komplett getauscht: Rehnen – Okoroji, Höhn, Diakhite, Ajdini – Trybull, El-Zein (Probespieler BVB U19) – Sicker, D. Kinsombi, Ganda (Probespieler Admira Wacker) – Ochs 

Auch hier zuerst die Zahlen. Ajdini (51.), Okoroji (64.), Ochs (67./86.) und Höhn (90.) stellten den 0:10 entstand her. Mit zwei Probespielern, von denen bisher niemand etwas wusste, startete der SVS in die zweite Halbzeit. Laut transfermarkt.de sind beides Spieler für die vordere Reihe. Der 19-jährige El- Zein, gerade mit der U19 des BVB´s deutscher A-Jugendmeister geworden, eher auf links, der 25-jährige Ganda eher auf rechts. Zweiterer durfte seine bevorzugte Position auch im heutigen Testspiel begleiten, während El-Zein zwischen Trybull und Kinsombi eher im zentralen Mittelfeld agierte. Gerade El-Zein machte mir einen recht wachen und spielfreudigen Anschein, der Lust auf mehr machte. Die Augen richteten sich in der zweiten Hälfte sowieso mehr auf die beiden Neuzugänge in vorderster Reihe. Während Kinsombi auf der 10 auflief, wurde Philipp Ochs überraschend im Sturm aufgeboten. Rechtfertigen konnte er dies mit zwei eiskalt verwandelten Treffern, was man jedoch sicher nicht zu hoch hängen sollte. Jedoch fügten sich beide relativ nahtlos in das Gefüge SVS ein. Auch David Kinsombi hatte die eine oder andere Situation in denen er entscheidenden Anteil am Voranbringen von Angriffen hatte. 

Allgemein bleibt festzuhalten, was auch Alois Schwartz im Spielbericht auf der Homepage des SVS nach dem Spiel sagte: „Es war eine schweißtreibende Angelegenheit, wir haben zusätzlich die letzten Tage unter ähnlichen Bedingungen hart trainiert. Wir wollten erst einmal reinkommen, der Gegner war deshalb auch dementsprechend ausgewählt. Das ein oder andere Tor hätte durchaus mehr fallen müssen, aber ansonsten können wir sehr zufrieden sein.“ Letztendlich hätten sicher ein paar Tore mehr fallen können, jedoch war das für den Stand der Vorbereitung und die unglaublich heiße Sonne bei brühend heißen 38 Grad echt ok. Wie bereits in der Einleitung erwähnt: Testspiele gegen unterklassige Gegner dienen selten einer Standortbestimmung, sondern sollten als das gesehen werden was sie sind. Trainingseinheiten unter annähernden Wettkampfbedingungen. Und wenn ich dann sehe, wie die Spieler vor bzw. nach ihrem Einsatz auf dem Nebenplatz noch eine 45-minütige Laufeinheit absolvieren, bleibt mir nichts anderes übrig als kopfschüttelnd Respekt zu zollen. 

Positiv bleibt zu erwähnen das sich die Spieler angenehm offen gezeigt haben und auch die ein oder anderen Selfie Wünsche gerade der jüngeren ZuschauerInnen ohne schlechte Laune mitgemacht haben. Was am Ende noch bleibt ist die Frage, warum der SVS in einem grauen, mir unbekannten Trikot mit dem Sponsor des Vorjahres auflief. Auch wenn ich nicht daran geglaubt hatte, gehofft hatte ich schon das neue Trikot zu sehen zu bekommen. Das dann sogar der alte Sponsor nochmal auftaucht, hat mich doch überrascht. 

Spannend bleibt auch die Entwicklung bei den beiden Probespielern. Gerade auf ihren nominellen Positionen ist der SVS mit C. Kinsombi, Sicker, Soukou und Esswein eigentlich recht gut besetzt, jedoch hat mir gerade El-Zein wirklich gut gefallen. Die Tatsache das er nach seiner Zeit beim BVB nun ablösefrei zu haben ist, macht ihn grundsätzlich sicher zu einem interessanten Spieler mit wenig Risikopotenzial. Und im Gegensatz zu Ganda wäre er ein Spieler mit Entwicklungspotenzial. 

Morgen haben beide nochmal die Chance sich zu zeigen. In einem weiteren Testspiel trifft der Sportverein im benachbarten Heddesheim auf die ansässige Fortuna. Anpfiff ist um 17 Uhr an der Ahornstraße. Einen Spielbericht von mir wird es dazu jedoch nicht geben, da für mich mit dem heutigen Heimspiel die Testspielsaison auch wieder beendet wurde. Ein Spiel zieht seinen Reiz dann für mich doch aus der Wichtigkeit des Erfolges bzw. Misserfolges. Umso schöner ist es, dass die neue Saison keine 4 Wochen mehr auf sich warten lässt. Der Countdown läuft. 

#92 – Neu im Hardtwald: Philipp Ochs

Während Konkurrenten wie Hannover 96 die Rolle des Sportvereins aus früheren Transferperioden übernehmen und fast täglich neue Transfers vermelden, ist der SV Sandhausen in diesem Sommer sehr bedacht und auch gezielt auf dem Transfermarkt unterwegs. Bis zum Trainingsstart vergangene Woche stellte der Sportverein „nur“ 3 neue Spieler vor. Nachdem wir Matej Pulkrab bereits beleuchtet haben, schauen wir uns Neuzugang Nummer 2 heute genauer an: Philipp Ochs wechselt ablösefrei von den anfangs erwähnten 96igern an den Hardtwald . 

Zur Person: 

Geboren am 17.04.1997 nur unweit von Sandhausen in Wertheim geboren, sammelte er seine ersten Erfahrungen bei der ortsansässigen Viktoria. Mit 12 kam dann bereits der Wechsel in die D-Jugend der Hoffenheimer TSG, bei der er alle Juniorenmannschaften durchlief und 2014 an der Seite von Nadiem Amiri, Grischa Prömel, Benedikt Gimber und Nicolai Rapp unter einem gewissen Julian Nagelsmann deutscher U-19 Meister wurde.   

Noch als A-Jugendlicher debütierte er unter dem zum Chefcoach beförderten Nagelsmann für die TSG in der Bundesliga und kam in der Rückrunde der Saison 15/16 zu 13 Einsätzen im deutschen Oberhaus. Im gleichen Jahr erhielt er vom DFB die Fritz Walter Medaille ins Silber als zweitbester deutscher Nachwuchsspieler im Jahrgang U19. 

Der Karriereweg: 

Das erste Jahr im Seniorenbereich hatte sich Ochs nach seiner überaus erfolgreichen Jugendzeit sicher anders vorgestellt. In der Bundesliga kam er bis zur Winterpause der Saison 2017/2018 in 1,5 Jahren lediglich auf 6 Kurzeinsätze, konnte jedoch gleichzeitig auch bei der Zweitvertretung in der Regionalliga Südwest keine wirkliche Spielpraxis sammeln. Dies versuchten Spieler und Verein zu ändern, was Ochs per Leihe zum VFL Bochum führte, wo er jedoch auch nicht wirklich Fuß fasste und nur auf 5 Einsätze in der zweiten Liga kam. In der Saison 18/19 führte ihn eine erneute Leihe nach Dänemark zum Aalborg BK, wo er sich einen Stammplatz erobern konnte und seinen Teil zum Klassenerhalt in der Superligaen beitragen konnte. Mit dieser Saison im Rücken startete in der folgenden Saison einen weiteren Anlauf bei seinem „Heimatverein“ aus Sinsheim, der jedoch auch im 3 Anlauf scheiterte und ihn zum 01.01.2020 dann endgültig und ohne Leihe weg aus dem Süden führte. Ablösefrei heuerte er kurz vor Beginn der Coronapandemie bei Hannover 96 an, wo er regelmäßige Einsatzzeiten sammeln konnte, jedoch abermals keinen Stammplatz erhielt. 

Die letzten beiden Spielzeiten verliefen ähnlich wie sein erstes halbes Jahr an der Leine. Den Durchbruch zum Stammspieler schaffte er nie, sammelte aber in zwei Jahren 40 Einsätze in der zweiten Liga. An seine beindruckenden Zahlen aus der U19 in Sinsheim (47 Scorer in 47 Einsätzen) konnte er weder in Hannover (5 Scorer in 51 Einsätzen) noch in Aalborg (2 Scorer in 24 Einsätzen) anknüpfen. 

Mit Ablauf der Saison 2021/2022 gab Hannover dann den Abschied von Philipp Ochs bekannt: „Im Fußball kommt man immer wieder an den Punkt, schwierige und harte Entscheidungen treffen zu müssen – so war es auch bei Niklas und Philipp. Dennoch haben wir uns entschieden, hier getrennte Wege zu gehen“, erklärte 96-Sportdirektor Marcus Mann in einer Erklärung des Vereins.

Und jetzt Sandhausen: 

Das Engagement beim Sportverein stellt für Ochs also so etwas wie die letzte Chance in der zweiten Liga dar. Einen ähnlichen Satz habe ich glaub ich auch im Februar über Tom Trybull geschrieben, der ebenfalls aus Hannover an den Hardtwald wechselte. Er hat die Chance genutzt, hoffen wir das Philipp Ochs das ebenfalls tut. 

Die Anlagen dazu sind definitiv da, das hat er in einer außergewöhnlichen Hoffenheimer Mannschaft im Jugendbereich gezeigt. Der Sprung in den Seniorenbereich war vielleicht damals in die Bundesliga vielleicht etwas zu hoch und die damalige Hoffenheimer Mannschaft unter Nagelsmann wahrscheinlich auch zu stark, was Platz 4 und die erstmalige Qualifikation zur Champions – League zeigte. 

Nichtsdestotrotz bekommt der SV Sandhausen einen Top ausgebildeten und vor allem vielseitig einsetzbaren Spieler, der Erfahrung in der deutschen und dänischen ersten Liga gesammelt hat und auch die zweite Bundesliga sehr gut kennt. Ähnlich sieht es auch Alois Schwartz, der über Ochs folgendes sagte: „Mit Philipp als Linksfuß erweitern wir unsere Möglichkeiten im Offensivbereich“, sagte Trainer Alois Schwartz über den Neuzugang. „Er ist variabel einsetzbar und kennt die zweite Liga aus seiner Zeit in Hannover und Bochum aus dem Effeff. Zudem bringt er die für uns nötige Mentalität und Charaktereigenschaften mit.“

Bestätigen tun das seine Statistiken: Nominell als Linksaußen geführt (60 Spiele, 27 Scorer) kommt er jedoch auch als Mittelstürmer (42 Spiele, 20 Scorer), Linker Verteidiger (26 Spieler, 5 Scorer) und Rechtsaußen (20 Spiele, 9 Scorer) auf über 20 Einsätze. Für den SVS und sein Trainerteam um Alois Schwartz bedeutet dies schier endlose Variationsmöglichkeiten. Ochs bietet dadurch Zweitligaerprobte Alternativen zu Christian Kinsombi, Chima Okoroji, Matej Pulkrab und Cebio Soukou. Gerade erstgenannte durften in der Vorsaison eigentlich nicht ausfallen (Okoroji) oder haben in der Sommerpause die komplette Konkurrenz verloren (Kinsombi). Hier ist ein Ersatz mit dem (erwartbaren) Niveau eines Philipp Ochs Gold wert. 

Ochs hat das Potenzial ein typischer SVS Transfer zu werden. Spieler mit unbestreitbarem Potenzial, anderswo aufgrund fehlender Unterstützung oder zu großen Erwartungen jedoch nie wirklich durchgestartet findet am Hardtwald eine Atmosphäre und ein Umfeld das ihm die Möglichkeit gibt, sich ganz auf seine Stärken zu besinnen und nochmal durchzustarten. Und das zumindest auf der Ablöseseite zum Nulltarif. 

Ob Ochs ähnlich durchstarten kann wie der bereits erwähnte Trybull, bleibt natürlich abzuwarten. Einen ersten Eindruck von ihm können wir uns bereits morgen (18.06.22, 15 Uhr bei der TuS Mingolsheim) und am Sonntag (19.06.22, 17 Uhr gegen Fortuna Heddesheim) bei den ersten Testspielen der Saison machen. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei Philipp Ochs: Herzlich Willkommen am Hardtwald Philipp. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#91 – Es geht wieder los …


Am kommenden Freitag veröffentlicht die DFL den Spielplan für die Saison 2022/2023, bereits am Montag startet der SV Sandhausen mit der Leistungsdiagnostik die Vorbereitung auf die kommende Runde. 

Hierzu begrüßt Alois Schwartz mit Matej Pulkrab, Vincent Schwab und Benedict Grawe nur 3 neue Profis im Kader der Kurpfälzer. Letztgenannte gehörten bereits in der vergangenen Saison (teilweise) zum Aufgebot für die Spiele im deutschen Unterhaus. 

An der Diagnostik nicht mehr teilnehmen werden Pascal Testroet und Erich Berko. Beide Spieler gehörten nicht zu den bereits zum Saisonende verabschiedeten 8 Spielern, die der Öffentlichkeit bekannt waren, sondern verließen dem Verein in den vergangenen Wochen überraschend.

Nachdem mit Matej Pulkrab am 31.05. der erste Neuzugang vorgestellt wurde, war in der Fanszene ein aufatmen zu spüren, da man einen echten Konkurrenzkampf im Sturm erwarten konnte. Pulkrab schien eine jüngere, spritzigere Version Testroets zu sein und damit eine echte Alternative zum Toptorjäger der vergangenen Saison. 

Einen Tag später war das Szenario jedoch bereits wieder passé. Komplett überraschend ging die Nachricht durch die sozialen Medien, dass Pascal Testroet eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag nutzt und mit sofortiger Wirkung zum Zweitligaabsteiger Ingolstadt wechseln wird.

Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Scherz wirkte, ist auf den zweiten Blick vielleicht gar nicht so schlecht. Natürlich war Testroet in der vergangenen Saison eine der Säulen im Spiel des SVS und hatte mit seinen Toren mehr als entscheidenden Anteil am Klassenerhalt. Ohne ihn würde der Sportverein wohl eher nicht in seine 11. Zweiligasaison gehen. Dafür gebührt im Dank und Anerkennung.

Jedoch war anderseits auch zu erkennen, dass er gerade beim Tempo nicht mehr komplett auf Zweitliganiveau mithalten konnte. Was er im Strafraum und in der Behauptung des Balles  mit Kampf und Rafinesse gutes einbringen konnte, hat in Laufduellen oder schnellen Kontern jedoch oft nicht ausgereicht. Auch wenn er im und um den Strafraum wohl auch kommende Saison noch eine Waffe gewesen wäre, wird auch ein Testroet nicht jünger. 

Vielleicht haben genau das beide Seiten gewusst und deshalb frühzeitig auf dem Peak der Zusammenarbeit eine Entscheidung gefasst mit der beide ihr Gesicht waren konnten. Der SVS steht nach der Pulkrab Verpflichtung nicht komplett blank auf der Mittelstürmer-Position da und hat bis Saisonstart auch noch genug Zeit um nochmal nachzurüsten. Testroet hingegen zieht nach einem sehr erfolgreichen Jahr in Sandhausen weiter und hat in Ingolstadt die Möglichkeit eine Liga tiefer nochmal wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Mannschaft zu werden. Das in Ingolstadt eventuell nochmal mehr zu verdienen ist wie in Sandhausen, kommt vielleicht begünstigend hinzu. 

Anders verhält es sich in der Causa Berko. Hier gab der Verein nur bekannt, dass der Vertrag in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Zu den Gründen ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts bekannt und man kann nur spekulieren, warum die Zusammenarbeit bereits nach einem halben Jahr beendet wird. Von Vereinsseite konnte man eigentlich zufrieden sein, mit dem was Berko in seinen Einsätzen zeigte. Für die kommende Runde wäre er ein sicherer Back Up für Christian Kinsombi gewesen, den Alois Schwartz ohne große Bedenken bei Bedarf ins Spiel hätte werfen können. Für wen der beiden Seiten dieses wahrscheinliche Szenario zu wenig war, bleibt wohl vorerst ein Geheimnis. 

Fakt ist, dass Mikayil Kabaca nun nachlegen muss. Da der Stamm der Mannschaft (aktuell noch) zusammengehalten werden konnte, sind zum jetzigen Zeitpunkt nur 2 Positionen wirklich vakant. Links offensiv und im Sturm. Ich persönlich würde mich auf beiden Positionen über junge, entwicklungsfähige Spieler freuen, die hinter Pulkrab und Kinsombi lauern und geduldig ihre Minuten sammeln, wenn sie gebaucht werden. In Fankreisen rumoren viele Namen, diese aufzuzählen wäre müßig. Gerade die Pulkrab Verpflichtung hat gezeigt, dass das Team um Kabaca für Überraschungen gut ist und nicht nur die erwartbaren Namen aus dem Hut zieht. Nach der Transferperiode im Winter, darf man der sportlichen Leitung da auch erstmal vertrauen. 

Ob bereits beim ersten Test kommendes Wochenende gegen den Kreisligisten der TuS Mingolsheim (Samstag, 18.06.2022, 15 Uhr, Sportgelände Bad Schönborn – Mingolsheim) weitere Neuverpflichtungen auf dem Platz stehen werden, bezweifle ich. Jedoch bietet sich bei dem Test die Möglichkeit, der neuen Nummer 9 aus Tschechien zum ersten Mal live auf die Füße schauen zu können. Der wird bis dahin immerhin schon eine Woche im Kreise der neuen Kollegen trainiert haben und ähnlich wie seine Kollegen noch lange nicht bei 100% sein.

Was aber auch egal ist. Schön ist, dass der SVS die Saisonvorbereitung in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnet und hoffentlich da weitermacht, wo er im Mai aufgehört hat. Sportlich erfolgreich, aber auch abseits des Platzes nicht so weit von den Fans entfernt. 

Die Saison 2022/2023 geht los! Endlich! Ich freu mich drauf. 

#90 – Neu im Hardtwald: Matej Pulkrab

Der Anfang ist gemacht. Am 31.05.2022 stellte der SV Sandhausen mit Matej Pulkrab den ersten Neuzugang der Saison 2022/2023 vor. Wie in der vergangenen Runde schon begonnen, werde ich wenn möglich auch diese Transferperiode jede Neuverpflichtung des SVS genauer unter die Lupe nehmen. Heute geht es also los mit der tschechischen Neuverpflichtung von Sparta Prag. 

Zur Person: 

Geboren am 23.05.1997 in Prag begann der fußballerische Werdegang Matej Pulkrabs eine halbe Autostunde von der Hauptstadt entfernt beim FK Lety. Im Alter von 10 Jahren ging es dann bereits in die Jugendabteilung von Sparta Prag, wo er dann auch die komplette Jugend über jede Mannschaft bis hoch zur U19 durchlief. Ähnlich wie bei Sparta selbst, war er von der U16 bis zur U21 Teil der Juniorennationalmannschaften der Tschechei für die er 14 Tore in insgesamt 51 Partien erzielte. 

Der Karriereweg: 

Nach seiner Zeit in der Nachwuchsabteilung von Sparta Prag startete er seine Karriere im Profibereich in Liberec bei Slovan. Als Leihspieler kam er auf seiner ersten Profistation auf 7 Einsätze in der ersten Liga bei denen er insgesamt mit 4 Toren auf sich aufmerksam machte und sich somit wieder zurück zu seinem Heimatverein schoss. In der Saison 16/17 konnte er sich mit 19 Jahren bereits seine ersten Europapokalspiele gegen Southampton, Inter Mailand und Beer Sheva in die Statistik schreiben. Gegen letztere gelang ihm sogar sein erster Treffer auf internationalem Paket. Über die Rolle als Ergänzungsspieler kam er jedoch nicht hinaus und ging ein weiteres Mal den Weg über eine Leihe nach Liberec. Hier setzte er sich in der Saison 17/18 endgültig durch und kam war gerade im Saisonendspurt der gesetzte Mittelstürmer im 4-2-3-1 von Trainer David Holoubek. Am Ende der Saison standen wettbewerbsübergreifend 30 Einsätze und 15 Treffer.   

Ein weiteres Mal führte sein Weg Pulkrab nach Ende der Leihe zurück zu Sparta. Ein weiteres Mal konnte er sich nicht den Platz erkämpfen, den er sich wohl erhofft hatte. Nach 1,5 Jahren und nur sehr sporadischen Einsätzen ging es diesmal nicht nach Liberec, sondern zu den Bohemians. Kein Umzug also, sondern nur ein anderes Trikot. In der Rückrunde der Saison 19/20 noch eher weniger eingesetzt, steigerten sich seine Minuten im zweiten Jahr zunehmend. Am Ende der steht eine Bilanz von 29 Spielen in 1,5 Jahren und 10 Treffer. 

In der vergangenen Saison begann dann der dritte Anlauf bei Sparta. 26 Einsätze mit 7 Treffern waren für den Spieler, aber auch für den Verein wohl keine ausreichende Bilanz um eine weitere Zusammenarbeit anzustreben. Nach nun 15 Jahren verließ Matej Pulkrab am heutigen Dienstag zum ersten Mal endgültig seinen Jugendverein und wechselt ablösefrei zum SV Sandhausen in die zweite Bundesliga. Wie hier im Hardtwald üblich wurde über die Laufzeit des Vertrages keine Angabe gemacht. 

Und jetzt Sandhausen: 

Der Transfer kam für viele überraschend. Vor allem auch, weil der Name nur ganz wenigen ein Begriff ist und das tatsächlich eher von der bekannten Transferstrategie der letzten Jahre abweicht. Das muss jedoch nichts schlechtes bedeuten. Im Gegenteil. 

Die für alle einsehbaren Statistiken und Informationen zu Matej Pulkrab lassen auf jeden Fall Vorfreude aufkommen. Nach den Abgängen von Ahmed Kutucu, Alou Kuol und Maurice Deville stand mit Pascal Testroet nur ein einziger Stürmer im aktuellen Kader des SVS. Hier mit einem zweiten, konkurrenzfähigen Mittelstürmer in die Saison zu gehen, ist meiner Meinung nach richtig und wichtig. In der vergangenen Saison hat man gerade zu Beginn, als Testroet verletzungsbedingt ausfiel, gesehen wie elementar das ist. Eine Option zu Testroet im Kader zu haben, die wie Pulkrab jetzt auch noch etwas andere Qualitäten mitbringt, macht die Mannschaft nur flexibler und schwerer auszurechnen. 

Einer schnellen YouTube Studie zu Folge ist Pulkrab extrem kopfballstark und bringt im Vergleich zu Testroet auch noch ordentlich Geschwindigkeit auf den Platz. Ein Element, was dem SVS im vergangenen Jahr auf der Position das ein oder andere Mal doch gefehlt hat. Auch wenn er sich bei Sparta nie endgültig durchsetzen konnte, spricht seine Quote in der tschechischen ersten Liga doch für ihn. Ein ausgeprägter Torriecher lässt sich auf den Videos im Netz auf jeden Fall erkennen. 

Abschließend beurteilen kann man den Spieler natürlich erst, wenn man ihn dann auch auf dem Platz gesehen hat. Sicherlich wird er auch eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen, da Sandhausen seine erste Station außerhalb seines Heimatlandes ist. Ein wenig Geduld und eine offene Willkommenskultur innerhalb der Mannschaft, aber auch bei uns Fans, helfen da sicher diesen Prozess so angenehm wie möglich zu gestalten und dadurch auch zu beschleunigen. Ich könnte mir vorstellen, dass Matej Pulkrab uns hier am Hardtwald eine Menge Freude bereiten könnte, wenn er es schafft, sich in das bestehende Teamgefüge zu integrieren. 

Für den ersten Transfer der neuen Spielzeit hat Mikayil Kabaca mit dem jungen Tschechen einen echte Überraschung geschafft. Finanziell wird das Gesamtpaket sicher auch nicht spektakulär hoch sein und somit auch in diesem Bereich kein allzu großes Risiko darstellen. Für Kabaca könnte das ein echter Coup werden, muss er doch den Transferwinter bestätigen um die Kritiker weiterhin Schweigen zu lassen. 

Das jedoch, steht wie der Start von Matej Pulkrab noch in den Sternen und wird sicher ab Ende Juli/Anfang August wieder Thema in den einschlägigen Foren und sicher auch bei mir auf dem Blog. Für heute gilt jetzt erstmal: Herzlich Willkommen am Hardtwald Matej Pulkrab. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#89 – Saisonabschluss 2021/2022 – Ein Fazit

Mein Jahr mit dem SV Sandhausen. Das ist der Untertitel des Blogs. Und das war auch die Idee als ich letzten Sommer hier begonnen habe. Ein Jahr den SV Sandhausen und meinen Umgang damit begleiten. Wie im Beitrag #1 geschrieben ging es um nicht weniger, als den Weg zurückzufinden zu meiner größten Leidenschaft, dem Fußball. Das mir das gelungen ist zeigt die Tatsache, dass der Blog immer noch existiert und regelmäßig gefüttert wurde recht deutlich. Was das Experiment, wie ich es zu Beginn nannte, jedoch mit mir gemacht hat, möchte ich heute genauer beschreiben. Wie in einem guten Film gliedere ich den Beitrag heute in eine Drei-Akt-Struktur

Erster Akt – Die Hinführung 

Zuerst jedoch mal ein paar Statistiken die sich über das Jahr angesammelt haben. 90 Beiträge, diesen inbegriffen, wurden seit 01.09.2021 auf dem Blog veröffentlicht. Davon 89 von mir selbst und einer von Gastautor Peter_Priegel aus dem SVS Fan Forum. In meinen Vor – und Nachberichten zu den Spielen konnte ich ab Oktober 20 verschiedene Gäste und GästInnen von gegnerischen Vereinen begrüßen, die mir mit Ihrer Expertise zu ihren Herzensvereinen oft die Beiträge aufwerten konnten. Über 8000 Aufrufe hat der Blog in diesen 9 Monaten von knapp 5000 Besuchern aus 37 Ländern generiert. Ob das viel oder wenig ist, kann ich wirklich nicht beurteilen. Was es letztendlich aber zeigt ist, dass es tatsächlich Leute gibt, die meinen Kram lesen, was mich unglaublich freut und auch ein wenig stolz macht. Am meisten gelesen wurden die Vorberichte zu den Spielen gegen St. Pauli in der Vorrunde (336) sowie Rostock (217) und Hannover (178) in der Rückrunde. Ohne Bezug zu Spieltagen waren die Beiträge „the dirty dozen“ über den Corona – Ausbruch im Spätherbst (136), „Machmeier, Kabaca & Co.“ nach dem Regensburg Spiel (126) und das Interview mit Maurice Deville (115) die erfolgreichsten. 

Ebenfalls im September startete ich zeitgleich im Fan Forum des SV Sandhausen und auf Twitter, wo ich mit 98 FollowerInnen hart an den 100 kratze, unter dem Namen NoPressureSVS. Über beide Plattformen finden die meisten BesucherInnen auf den Blog. Über Twitter sind es nachweislich etwas mehr als 2000, über das Forum des SVS wohl ähnlich viele, was jedoch nicht belegt ist. Ansonsten verteilen sich die übriggebliebenen auf Fanforen oder Blogs anderer Vereine bzw. Verlinkungen auf facebook, Instagram und co. 

Und dann gab´s im April auch noch mein kleines Saison Highlight außerhalb des Stadions, dass ohne den Blog niemals zustande gekommen wäre. Ich durfte beim MillernTon in den VDS/NDS Podcasts über den SVS im allgemeinen und das Spiel gegen St. Pauli im speziellen sprechen. Für jemanden der seit 2008 Podcasts und auch den MillernTon schon viele Jahre hört, war das was ganz besonderes, dass mir großen Spaß gemacht hat.  

Zweiter Akt – Der Hauptteil 

Jetzt kommen wir aber zu meinen Gedanken rund um den Blog. Vor der Runde habe ich die Idee hinter dem Blog folgendermaßen formuliert: „Ein Jahr, ein Experiment. Was macht die Dauerkarte mit mir. Die Regelmäßigkeit des Stadionbesuchs. Die Zuschauer um mich herum. Die regionale Nähe zum Verein. Der Saisonverlauf. Die Spieler. Ein Teil von etwas zu sein. So wie ich es bei Fans in Blogs und Podcasts seit Jahren mitverfolge. Nur eben auf einer Ebene die zu meiner Lebenssituation und zu mir passt. Ich werde in meinem Leben kein Ultra mehr und auch kein Allesfahrer. Das ist auch nicht das Ziel.“ 

Allesfahrer wurde ich wirklich nicht. Aber der Wunsch nach Auswärtsfahrten ist auf jeden Fall größer geworden. Soviel kann ich sagen. Von den Heimspielen habe ich aufgrund familiärer Verpflichtungen jeweils 2 in Hin – und Rückserie verpasst. Jedoch wurden die Planungen das Familienleben drumherum zu legen immer intensiver, umso länger die Saison ging und umso dramatischer der Saisonverlauf sich gestaltete. Ein Gefühl der Verbundenheit hat sich relativ schnell eingestellt. Schneller als ich mir das vorstellen konnte. Hab ich die Spiele bis zur Entlassung von Klepovits noch mit einer gewissen Distanz verfolgt, baute sich diese ab dem Bremen Spiel immer mehr ab. Diese Nähe, die der Verein trotz der Zugehörigkeit zum Profifußball aufgrund seiner Größe immer noch zulässt, hat mich schneller gepackt als mir lieb war. 

Natürlich hat auch das dauerhafte Beschäftigen mit dem SV Sandhausen, seinen Gegner und der zweiten Bundesliga als enormer Verstärker gewirkt. Das kennt jeder, dass die Wichtigkeit eines Themas oder einer Sache steigt, umso länger und umso mehr man sich damit beschäftigt. Im Laufe der Saison hat sich das Pensum, dass ich in den Blog gesteckt habe schon stark erhöht. Waren es in den Anfangsmonaten noch so 1-2 Stunden pro Woche, kam ich gegen Ende sicher auf 6-7 Stunden pro Woche, die ich in Recherche, schreiben und interagieren investierte. Sowas macht man nur, wenn man auch wirklich Spaß an der Sache hat. Zumal es ja auch noch den Job als Lehrer gibt, der Vorbereitungsintensiv ist und die Familie, die immer an erster Stelle steht. So kam es des Öfteren vor, dass die Artikel erst spät abends geschrieben wurden wenn der Rest der Familie schon schlief. 

Die Fans um mich rum im Stadion haben tatsächlich weniger Einfluss auf mich genommen als erwartet. Lag aber oft auch daran, dass weit und breit niemand um mich herumsaß. Mit der Dauerkarte hatte ich ja so ein bisschen drauf gehofft feste Sitznachbarn zu bekommen oder eben zumindest des Öfteren in wechselnder Gesellschaft zu sitzen. Bis auf die Spiele gegen Bremen, Hamburg, St. Pauli und Schalke war das aber eher nicht der Fall. Vor der Saison war mir der Zuschauerschnitt des SVS zwar bekannt, dass er sich aber hauptsächlich aus einem Grundstock von 3000 – 4000 Heimfans + X Gästefans zusammensetzt hat mich dann doch gerade zu Beginn überrascht. Aber auch damit hab ich relativ schnell meinen Frieden gefunden, da bei zu vielen ZuschauerInnen oft auch die komplette Infrastruktur in und ums Stadion zusammengebrochen ist, was dann oft auch etwas die Stimmung trübte. So 20-30 Minuten am Catering, ne knappe Stunde am Einlass oder 1,5 Stunden für die Abreise können einem schon den Nachmittag verderben. Vor allem nach späten Gegentreffern durch Füllkrug. Stimmungstechnisch hat tatsächlich auch nur das Spiel gegen Schalke in der retrospektive einen echten Höhepunkt gesetzt. Alles andere ist aber aufgrund der Coronasituation bis in den April hinein auch nicht komplett zu vergleichen. 

Dementsprechend ist in dem Bereich natürlich noch viel Luft nach oben im Hardtwaldstadion. Setzt man das, was die aktive Fanszene in Kombination mit allen in den Blöcken A2-A4 auf die Beine stellt in Relation, ist das aber schon beachtlich und macht Spaß. Man darf nicht den Fehler machen, den viele meiner Begleiter dieses Jahr gemacht haben. Man darf nicht hingehen und einen Vergleich anstellen, wenn Hansa Rostock hier mit mehr als 1000 Verrückten aufschlägt oder eben die großen Vereine mit ihren Gruppierungen und Fans aus ganz Deutschland. Dagegen sieht der SV Sandhausen immer aus als wollte er zwar, kann aber nicht richtig. Das ist aber grundlegend falsch. Der SV Sandhausen wird aufgrund seiner Größe und auch seiner Herkunft nie in Sphären aufsteigen können, in denen sich langjährige Bundesligisten oder traditionsreiche Profivereine schon länger befinden. Sieht man die Voraussetzungen die hier in der Kurpfalz gegeben sind, ist das was von den Fans auf die Beine gestellt wird wirklich mega. Und auch wenn man oft sogar im eigenen Stadion übertönt wird, bedeutet das nicht gleichzeitig das man eine „schlechtere“ Szene ist, sondern nur das man eben eine kleinere ist, bei der man auch ganz genau weiß, warum sie so klein ist. Diese zu vergrößern ist nicht Aufgabe der Fans selbst, sondern des Vereins. Das jedoch ist ein anderes Thema. 

Was ich letztendlich zum Thema Stimmung und Fans sagen wollte: Ich fühl mich sehr wohl im Hardtwaldstadion. Bis auf die strukturellen Probleme beim Einlass und dem Catering, ist es immer ein sehr, sehr positives Erlebnis und erfrischend anders als die Stadionbesuche in den großen Stadien der Republik. Seine eigenen Rituale entwickeln, vor jedem Spiel die gleichen Abläufe angehen, immer auf dem gleichen Platz sitzen … das war es was ich wollte und genau das hab ich bekommen. Den Platz werde ich in der kommenden Saison trotzdem verlassen, da mir tatsächlich der dauerhafte Sonnenbrand bzw. durchnässte Klamotten ab und an fast die Laune verdorben hätten. Deshalb nächste Runde lieber mal überdacht. Ansonsten war die erste Saison mit Dauerkarte ein voller Erfolg. Es hat genau den Effekt gehabt, den ich mir gewünscht habe. Eine noch engere, emotionale Bindung zum Team bzw. der aktuellen sportlichen Situation. Jedes zweite Wochenende mit einer gewissen Grundspannung den Weg ins Stadion antreten und dann zu Beginn oft enttäuscht, gegen Ende dann doch eher euphorisiert wieder auf den Heimweg machen. Das ist es doch was den Fußball in seinen Grundzügen ausmacht. Das mitfiebern, das mitleiden, aber eben auch das mitfreuen sind um einiges intensiver, wenn man den Weg dorthin zu großen Teilen live miterlebt hat. Emotionen, die man vorm TV und auf die Entfernung nicht so aufbauen und erleben kann. Zumindest ich konnte das nicht. 

Nun ist es nicht so, dass ich die Dortmunder Borussia nicht mehr verfolgen würde. Im Gegenteil. Auch da hab ich, wenn möglich, weiterhin jedes Spiel gesehen. Und doch ist mir im direkten Vergleich noch bewusster geworden, was ich die ganzen Jahre vermisst habe. Einen wirklichen Bezug zu spüren. Und zu gewissen Momenten auch das Gefühl zu haben, ein Teil von etwas zu sein. Sowas geht einfach nur im Stadion. Wenn deine Mannschaft bei ausverkauftem Haus kurz vor Schluss das 1:1 gegen den haushohen Favoriten schießt, dann ist das im Stadion einfach das ultimative Gefühl, dass zu Hause so nicht herzustellen ist. 

Abschließend bleibt festzuhalten: Ich bin in dem Jahr wirklich Fan des SV Sandhausen geworden. Mit allem was dazu gehört. Ich wäre auch mit in Liga 3 gegangen und hätte meine Dauerkarte verlängert, hatte mich im Januar eigentlich auch schon damit abgefunden. Schon damals war ich dem Verein zu Nahe um ganz zu entkommen. Umso größer dann die Erleichterung am letzten Tag im April, als Regensburg Dresden in die Relegation schickte. Für die Dramatik in meinem ersten Jahr beim SVS wäre eine Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern sicher das bessere Drehbuch gewesen, jedoch kann ich da ganz gut drauf verzichten und freu mich nun auf ein weiteres Jahr zweite Bundesliga mit dem SVS. Nächste Saison wird seit langer Zeit mal nicht mehr die beste zweite Liga aller Zeiten ausgerufen. Trotz namenhafter Abgänge wie Schalke, Bremen und vielleicht dem Hamburger SV wird die Liga aber weiterhin spannend bleiben und vielleicht sogar noch etwas ausgeglichener als in diesem Jahr. Wenn zu den feststehenden Auf – und Absteigern wirklich noch Hertha BSC und der 1. FC Kaiserslautern dazu kommen sollten, ist die Liga in meinen Augen nicht weniger attraktiv als im vergangenen Jahr. Ich freu mich drauf. Genau wie auf das zweite Jahr mit dem Blog. Und hier schlag ich dann auch die Brücke zum letzten Akt. 

Dritter Akt – Der Schluss / Der Ausblick 

Geht es nächstes Jahr hier weiter wurde ich nun schon öfter gefragt. Ich konnte und kann es auch immer noch nicht vollumfänglich mit Ja beantworten. Doch, ich kann es mit Ja beantworten. Es soll weitergehen. Ich weiß jedoch noch nicht genau wie und in welchem Umfang. Ich hab viele Ideen, was hier noch passieren könnte und auch unglaubliche Lust diese nach und nach umzusetzen. Wie ich aber weiter oben bereits beschrieben habe, ist diese One-Man-Show auch zu gewissen Teilen ein Zeitfresser. Im neuen Schuljahr werde ich zudem auch eine neue Stelle antreten und gehe davon aus, dass damit auch ein vor allem im ersten Jahr erhöhter Zeitaufwand einhergeht. Gerne würde ich aus diesem Projekt etwas entstehen lassen, dass nicht nur von mir abhängig ist, sondern sich vielleicht auf Dauer zu etwas größerem entwickelt. Alleine ist das aber nicht möglich. Nicht mit dem Pensum dieser Saison. 

Deshalb an dieser Stelle ein Aufruf an alle interessierten, die Lust haben mitzuwirken, Lust haben zu schreiben oder anderen Content mit SVS Bezug zu erstellen. Ich bin da wirklich für alles offen und gesprächsbereit. Klar ist, dass das hier Hobby sein muss und nie oder zumindest nicht auf Dauer zur Last oder gar professionell wird. Da geht nämlich meistens der Spaß verloren. Wenn ihr also Lust habt oder einfach auch nur euer Interesse bekunden oder Vorschläge austauschen wollte, meldet euch bei mir. Kontaktdaten findet ihr hier und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr auch eine Rückmeldung von mir bekommen werdet. 

Und damit beende ich vorerst die Saison 2021/2022 auch hier auf dem Blog und wünsche jedem der das hier liest eine sonnige, erholsame und kurze Sommerpause. Eventuell folgt auch noch ein Saisonrückschau mit Fokus auf das sportliche, was ich aber noch nicht sicher bestätigen kann. Beobachtet einfach die üblichen Kanäle damit ihr nichts verpasst. Es wird sicher Transfernews geben die beleuchtet werden müssen. Und auch sonst wird es rund um den Verein und die Mannschaft sicher nicht stillstehen und immer mal wieder was zu schreiben geben. Spätestens mit dem ersten Spieltag der neuen Runde werdet ihr hier aber sicher wieder etwas vorfinden. Ich hab Bock auf 2022/2023 und bin gespannt was die Saison auf dem Platz, aber auch hier auf dem Blog bringen wird. Wird sie nur halb so ereignisreich wie die letzte, wäre ich zufrieden. 

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