#95 – NoPressureSVS goes interactive …

Neue Saison, neue Ideen. Das hatte ich ja bereits angekündigt. Um dem ganzen Projekt NoPressureSVS ein bisschen mehr Interaktion einzuhauchen hab ich mir schon im Laufe der vergangenen Saison überlegt ein Tippsipiel zur neuen Saison unter der „Fahne“ des Blogs laufen zu lassen. Aus der zweiten Liga, für die zweite Liga sozusagen. Ziel dieses Blogs ist es im Laufe des vergangenen Jahres auch geworden, Interaktion zu anderen Fans herzustellen und vielleicht auch andere Fans untereinander zu vernetzen. Und das unter dem großen gemeinsamen Nenner Fußball und dem etwas kleineren, nicht weniger wichtigen, Nenner SV Sandhausen. Solche interaktiven Spielchen können da zumindest ein Anfang sein. Sich gegenseitig Punkte abzujagen und in einen fairen, spaßbringend Wettstreit miteinander zu gehen, ist da sicher kein schlechter Anfang. 

Relativ einfach ist das mit dem wohl allseits bekannten KickTipp. Das Tipp-Spiel gibt es als Desktopvariante und als Smartphone App. Es ist kostenfrei und supersimpel. Getippt werden alle 34. Spieltage der zweiten Liga mit genauen Ergebnistipps. Wer das Ergebnis eines Spiels genau vorhersagt bekommt 4 Punkte (Bsp. Tipp: 3:2, Ergebnis: 3:2). Bei einer richtigen Tendenz mit der korrekten Tordifferenz gibt es 3 Punkte (Bsp. Tipp: 3:2, Ergebnis: 2:1) und wer nur die Tendenz richtig vorhersagt (Bsp. Tipp: 3:2, Ergebnis: 2:0) bekommt 2 Punkte.  Zusätzlich werden zu Beginn der Saison noch Bonusfragen gestellt, über die zusätzliche Punkte eingefahren werden können. Gewonnen hat am Ende wer die meisten Punkte über die Saison gesammelt hat. 

Das ist sozusagen die Standardvariante. Damit ist man pro Spieltag vielleicht 2 Minuten beschäftigt und es bringt trotzdem eine Menge Spaß. Etwas mehr Zeit investieren kann man im zweiten Teil der Neuerungen zur Saison 2022/2023. Pünktlich zum Start der Vorbereitung bei fast allen Zweitligisten hat KickBase bekanntgegeben, dieses Jahr auch mit der zweiten Liga an den Start zu gehen. Zum ersten Mal überhaupt. Wer sich jetzt fragt, was KickBase überhaupt ist, versuche ich einen kurzen Überblick zu verschaffen. 

KickBase ist ein Online Manager Spiel, dass aktuell laut Anbieter nur als App verfügbar ist. Im Vergleich zum Kicker Managerspiel oder Comunio basiert es auf Echtzeitdaten, die von Opta geliefert werden. Wie wir ja alle wissen, werden alle relevanten Aktionen der Spieler auf dem Feld analysiert und festgehalten. KickBase nutzt diese Daten und wandelt sie in Livepunkte um. Somit kann man während dem Spiel bereits schauen, wie die einzelnen Spieler der eigenen Mannschaft performen. Diese Mannschaft stellt man sich selbst zusammen, indem man seinen Kader mit einem gewissen Budget nach seinen Vorstellungen und Möglichkeiten verändert. Transfers sind über die gesamte Saison möglich. Einzig die Finanzen sollten im Auge behalten werden. Den ist man zu Beginn eines Spieltages im Minus, sind alle Punkte für diesen futsch. 

Im Vergleich zu KickTipp kann man in der KickBase App wirklich viel Zeit verbringen. Ein großes Plus ist jedoch das beschäftigen mit unterschiedlichsten Spielern und Teams. Somit hat man die komplette Liga noch mehr im Auge und weiß, worauf sich unser Sportverein so gefasst machen muss, wenn die Gegner in den Hardtwald reisen. 

Zu gewinnen gibt es in beiden Spielen außer ewigen Ruhm als erster Gewinner der jeweiligen Kategorie leider nichts. Aber das alleine sollte schon Ansporn genug sein, sich anzumelden und dabei zu sein. Gerade bei KickBase sind die Plätze tatsächlich begrenzt. Eine Liga kann nur mit 18 MangerInnen gefüllt werden. Bei KickTipp haben wir da doch etwas mehr Platz und können mit bis zu 300 Leuten gleichzeitig spielen. 

Ich freue mich über jeden einzelnen der sich in einem der beiden Spiele anmeldet und mit mir gemeinsam ins erste interaktive Jahr von NoPressureSVS bei KickTipp und KickBase startet. Sollte jemand Fragen zu den einzelnen Spielen haben, schreibt mich gerne an. 

Um zu den jeweiligen Ligen zu kommen, müsst ihr nur den unteren Links folgen und dann die Anmeldung durchführen. 

Zur Tippspielliga von NoPressureSVS auf KickTipp geht’s hier entlang

Zur Managerliga von NoPressureSVS auf KickBase geht’s hier entlang

#94 – Neu im Hardtwald: David Kinsombi

Während Konkurrenten wie Hannover 96 die Rolle des Sportvereins aus früheren Transferperioden übernehmen und fast täglich neue Transfers vermelden, ist der SV Sandhausen in diesem Sommer sehr bedacht und auch gezielt auf dem Transfermarkt unterwegs. Bis zum Trainingsstart vergangene Woche stellte der Sportverein „nur“ 3 neue Spieler vor. Nachdem wir Matej Pulkrab bereits beleuchtet haben, schauen wir uns Neuzugang Nummer 3 heute genauer an: David Kinsombi wechselt ablösefrei aus Hamburg vom HSV an den Hardtwald. 

Zur Person: 

Geboren am 12.12.1995 in Rüdesheim geboren, fand er seinen Weg ins Mainzer Nachwuchsleistungszentrum im Alter von 15 Jahren über Germania und Wehen Wiesbaden, wo er zuvor ausgebildet wurde. Über die Mainzer U17 sowie U19 empfahl er sich als Stammspieler und Kapitän unter dem heutigen Hertha Trainer Sandro Schwarz für die deutsche U18 Nationalmannschaft, für die er 3 Spiele absolvierte. 

Der Karriereweg: 

Die Leistungen in den Juniorenteams blieben nicht unentdeckt, so dass Kinsombi unüblich für Mainzer Jugendspieler den Weg nicht über die eigene Bundesligamannschaft suchte, sondern ein Angebot der Frankfurter Eintracht annahm, die ihn zur Saison 2014/2015 mit einem Profivertrag ausstatteten und über die U23 an die erste Mannschaft ranführen wollten. Was letztendlich dazu führte, dass es in 1,5 Jahren am Main nur zu 4 Einsätzen in der Bundesliga reichte und auch ein Einsätze in der U23 nicht zu finden sind, ist nicht mehr zu recherchieren. Fakt ist, dass zur Winterpause 2015/2016 bekanntgegeben wurde, dass Kinsombi im Sommer zum Karlsruher SC wechseln und bis dahin an den SC Magdeburg in die 3 Liga verliehen wird. Nach einem guten halben Jahr im Osten, wo er sich als Stammspieler in der Innenverteidigung etablieren konnte, folgte das erste Jahr als Stammspieler in Liga zwei beim Karlsruher Sportclub. Als junger Innenverteidiger konnte er jedoch in 26 Einsätzen nicht verhindern, dass der Traditionsclub aus der Fächerstadt am Ende der Spielzeit wieder mal in die 3 Liga absteigen musste. 

Kinsombi ging den Weg eine Liga tiefer nicht mit, sondern heuerte In Kiel bei der dortigen KSV an. Von Trainer Markus Anfang aus der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld beordert erkämpfte er sich sofort einen Stammplatz und scheiterte am Ende nur knapp mit seinem Team in der Aufstiegsrelegation am VFL Wolfsburg. Unter Tim Walter, der Kinsombi in der Folgesaison sogar noch weiter nach vorne zog, entwickelte sich David zur absoluten Leitfigur im Kieler Spiel, was ihn auch für größere Klubs interessant werden ließ. Trotz eines Schienbeinbruchs den er sich im Wintertrainingslager 2019 zuzog, verpflichtete der HSV Kinsombi für 3 Millionen Euro zur Saison 2019/2020. 

In nun 3 Jahren in Hamburg, sammelte Kinsombi insgesamt 83 Einsätze, bei denen er 11 Tore erzielte, sowie 11 Vorlagen gab. Hauptsächlich setzten ihn die diversen Trainer beim ehemaligen Bundesliga-Dino im zentralen Mittelfeld ein. Unumstrittener Stammspieler wurde er an der Elbe jedoch nie. Gerade in der vergangenen Spielzeit, nahmen seine Einsatzzeiten immer mehr ab. Ein Abschied, der sich bereits im Sommer zuvor andeutete und nun mit einem Jahr Verzögerung vollzogen wurde.

Und jetzt Sandhausen: 

Hätte David Kinsombi in Hamburg die Leistung gezeigt, die sich die Verantwortlichen von ihm erhofft hatten, wäre er jetzt nicht in Sandhausen. Das muss man am Hardtwald akzeptieren. Aber ich denke das tut man auch. Nicht von Nachteil wird sein, dass sein kleiner Bruder Christian in der vergangenen Saison und vor allem unter Alois Schwartz einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und dadurch sicher viel positives über den SVS zu berichten wusste. Auch wenn David bei seiner Vorstellung anmerkte, dass sein Bruder erst spät in die Pläne eingeweiht wurde und somit keinen Einfluss auf die Entscheidung hatte. Ich bin mir sicher, dass zumindest ein – zwei Worte zwischen den beiden gewechselt wurden, bevor der Vertrag unterschrieben wurde. 

Für den SV Sandhausen könnte die Verpflichtung ein echter Königstransfer werden. Wenn die kolportierten Summen und Daten stimmen erhält man mit David Kinsombi einen absoluten Führungsspieler, der sein Niveau schon mehrfach am oberen Ende der zweiten Liga bewiesen hat zum Nulltarif und mit einem Vertrag über 3 Jahre. Mit 27 Jahren befindet er sich wirklich im besten Fussballalter und könnte auf der Position im Zentralen/Offensiven Mittelfeld neben Tom Trybull zum Herzstück einer Mannschaft reifen, die vielleicht gerade am Anfang ihrer Entwicklung steht.

Mit seiner fußballerischen Klasse, die er sowohl in Kiel, also auch in Hamburg bewiesen hat, würde er fast jeder Mannschaft der zweiten Liga guttun. Dem SV Sandhausen aber noch ein kleines Stückchen mehr. Wenn es an der Mannschaft in der vergangenen Rückrunde etwas über maßen zu kritisieren gab, war das die Kreativität bzw. Flexibilität in der Vorwärtsbewegung. Ähnlich formulierte es auch Alois Schwartz auf der Homepage des SVS, wo er über den Neuzugang folgendes sagte: „David Kinsombi ist ein ballsicherer, kreativer Offensivspieler, der unserem Spiel nach vorne guttut. Bereits in jungen Jahren hat er als Kapitän bei Holstein Kiel Verantwortung übernommen, auch deswegen passt er mit seiner Einstellung sehr gut zum SV Sandhausen“. Gerade letzteres ist mit dem Wegfall Pascal Testroet nochmal ein Stück wichtiger geworden. Somit hat man direkt im vorderen Drittel des Spielfelds einen Spieler, der das Zeug zum Anführer hat und neben Diekmeier, Dumic und Drewes auf dem Platz auch mal die Führung übernehmen kann. Gerade seine Flexibilität in der Mitte des Spielfelds kann in einer langen Saison ein entscheidender Vorteil sein. Auch weil das Spiel des SVS wohl auch in der kommenden Saison grundsätzlich defensiver angelegt sein wird, wie bei vielen anderen Vereinen. Alois Schwartz wird sich ganz sicher nicht der Stärke der Rückrunde berauben wollen und da kann es nur gut sein, einen Mann auf der 8/10 zu haben, der offensiv spielt, aber eben auch defensiv denken kann. 

Sollte David Kinsombi den erhofften Verlauf nehmen und sich in Sandhausen etablieren, gilt es dem Team um Mikayil Kabaca ausufernd zu danken. Einen solchen Spieler zu einem solchen Karrierezeitpunkt ins beschauliche Sandhausen zu lotsen ist eine wahre Meisterleistung, Chapeau! Warten wir also ab, ob der vorzeitige Dank berechtigt ist. Ich hoffe es auf jeden Fall sehr und habe große Lust, Kinsombi in der kommenden Runde im Trikot des Sportvereins zu begutachten. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei David Kinsombi: Herzlich Willkommen am Hardtwald David. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#93 – TuS Mingolsheim – SV Sandhausen 0:10

Das erste Testspiel der Vorbereitung führte die Mannschaft von Alois Schwartz am heutigen Samstag (18.06.2022) zum A Kreisligisten der Tus Mingolsheim ins beschauliche Bad Schönborn. Testspiele, gerade gegen unterklassige Vereine, haben für mich aufgrund der fehlenden Aussagekraft eigentlich keinen großen Reiz, jedoch war das heute ein Heimspiel und somit natürlich wiederum ein Pflichttermin. 

Bei unbeschreiblich heißen 38 Grad auf dem Sportgelände, verirrten sich trotzdem noch ein paar wenige Hundert ZuschauerInnen ans Gelände der Sportpark-Arena. Bei gemäßigteren Temperaturen hätten sicher noch mehr die Chance genutzt, zumal die Hausherren mit 5€ einen echt fairen Preis aufriefen. Auf den ersten oberflächlichen Blick hatte man den Eindruck, dass das spärliche Publikum zu großen Teilen aus ortsansässigen und Sympathisanten des Kreisligisten bestand, bei näherem Betrachten konnte dann doch das eine oder andere SVS Trikot ausfindig gemacht werden. 

Der SV Sandhausen selbst hatte ein paar Überraschungen im Gepäck. Mit Drewes, Soukou, Zhirov und Gaudino fehlten 4 Spieler des bereits bekannten Kaders auf dem Meldebogen. Während Zhirov und Soukou zumindest anwesend waren, konnte ich Drewes und Gaudino nicht ausfindig machen (was nicht heißt, dass sie nicht doch da waren). Bedenklich war tatsächlich das Cebio Soukou mit Krücken das Sportgelände umrundete. Bisher hatte man vom Verein diesbezüglich noch nichts erfahren. Es ist wohl davon auszugehen, dass er mit einer Blessur aus der Länderspielreise zurückkam. Vielleicht gibt es da von Vereinsseite in den kommenden Wochen noch mehr Informationen dazu. Besonders gut sah das jedenfalls nicht aus. Tut es mit Krücken jedoch in den seltensten Fällen. 

Alois Schwartz hatte trotz der 4 fehlenden Spieler zwei komplette Mannschaften dabei, die er je Halbzeit auch aufs Feld schickte. 

In Halbzeit 1 begann der SVS mit folgender Aufstellung: Grawe – Schieber (U19), Dumic, Schwab, Diekmeier – Zenga, Bachmann – C. Kinsombi, Ritzmaier, Esswein – Pulkrab. 

Vorab zu den reinen Zahlen. Durch Treffer von Pulkrab (1.), Diekmeier (4.), Kinsombi (5.), Ritzmaier (38.) und abermals Diekmeier (45.) ging die erste Halbzeit erwartungsgemäß klar an den Favoriten aus dem Hardtwald. Besonders für Pulkrab hätte der Start nicht schöner sein können. Erstes Spiel, erste Minute, erste Ballberührung, erster Treffer. Perfekter Einstand. Auch wenn es nur ein Kreisligist ist, sowas tut sicher gut. Matej Pulkrab fügte sich für ein erstes Testspiel gut in die Mannschaft ein und war nicht weniger am Spiel beteiligt als es ein Pascal Testroet in der vergangenen Saison war. Nach allem was ich von ihm bisher gelesen und gesehen habe, hatte ich mir etwas mehr Spritzigkeit erwartet, was ich jedoch aufgrund des Vorbereitungsstandes und den Temperaturen noch nicht überbewerten möchte. Natürlich ging der Blick auch auf die drei Youngsters Schwab, Schieber und Grawe, die sich jedoch aufgrund der dich eher chancenlosen Hausherren eher selten auszeichnen konnten. Auch der Spielaufbau lief wie aus der vergangenen Saison gewöhnt hauptsächlich über Dario Dumic. Was ansonsten auffiel, war ein umtriebiger und gut aufgelegter Alexander Esswein, ein  lautstarker und torgefährlicher Dennis Diekmeier sowie im gesamten, gerade bei den Temperaturen, recht spielfreudige Mannschaft. 

Nach der Halbzeit wurde wie bereits angesprochen einmal komplett getauscht: Rehnen – Okoroji, Höhn, Diakhite, Ajdini – Trybull, El-Zein (Probespieler BVB U19) – Sicker, D. Kinsombi, Ganda (Probespieler Admira Wacker) – Ochs 

Auch hier zuerst die Zahlen. Ajdini (51.), Okoroji (64.), Ochs (67./86.) und Höhn (90.) stellten den 0:10 entstand her. Mit zwei Probespielern, von denen bisher niemand etwas wusste, startete der SVS in die zweite Halbzeit. Laut transfermarkt.de sind beides Spieler für die vordere Reihe. Der 19-jährige El- Zein, gerade mit der U19 des BVB´s deutscher A-Jugendmeister geworden, eher auf links, der 25-jährige Ganda eher auf rechts. Zweiterer durfte seine bevorzugte Position auch im heutigen Testspiel begleiten, während El-Zein zwischen Trybull und Kinsombi eher im zentralen Mittelfeld agierte. Gerade El-Zein machte mir einen recht wachen und spielfreudigen Anschein, der Lust auf mehr machte. Die Augen richteten sich in der zweiten Hälfte sowieso mehr auf die beiden Neuzugänge in vorderster Reihe. Während Kinsombi auf der 10 auflief, wurde Philipp Ochs überraschend im Sturm aufgeboten. Rechtfertigen konnte er dies mit zwei eiskalt verwandelten Treffern, was man jedoch sicher nicht zu hoch hängen sollte. Jedoch fügten sich beide relativ nahtlos in das Gefüge SVS ein. Auch David Kinsombi hatte die eine oder andere Situation in denen er entscheidenden Anteil am Voranbringen von Angriffen hatte. 

Allgemein bleibt festzuhalten, was auch Alois Schwartz im Spielbericht auf der Homepage des SVS nach dem Spiel sagte: „Es war eine schweißtreibende Angelegenheit, wir haben zusätzlich die letzten Tage unter ähnlichen Bedingungen hart trainiert. Wir wollten erst einmal reinkommen, der Gegner war deshalb auch dementsprechend ausgewählt. Das ein oder andere Tor hätte durchaus mehr fallen müssen, aber ansonsten können wir sehr zufrieden sein.“ Letztendlich hätten sicher ein paar Tore mehr fallen können, jedoch war das für den Stand der Vorbereitung und die unglaublich heiße Sonne bei brühend heißen 38 Grad echt ok. Wie bereits in der Einleitung erwähnt: Testspiele gegen unterklassige Gegner dienen selten einer Standortbestimmung, sondern sollten als das gesehen werden was sie sind. Trainingseinheiten unter annähernden Wettkampfbedingungen. Und wenn ich dann sehe, wie die Spieler vor bzw. nach ihrem Einsatz auf dem Nebenplatz noch eine 45-minütige Laufeinheit absolvieren, bleibt mir nichts anderes übrig als kopfschüttelnd Respekt zu zollen. 

Positiv bleibt zu erwähnen das sich die Spieler angenehm offen gezeigt haben und auch die ein oder anderen Selfie Wünsche gerade der jüngeren ZuschauerInnen ohne schlechte Laune mitgemacht haben. Was am Ende noch bleibt ist die Frage, warum der SVS in einem grauen, mir unbekannten Trikot mit dem Sponsor des Vorjahres auflief. Auch wenn ich nicht daran geglaubt hatte, gehofft hatte ich schon das neue Trikot zu sehen zu bekommen. Das dann sogar der alte Sponsor nochmal auftaucht, hat mich doch überrascht. 

Spannend bleibt auch die Entwicklung bei den beiden Probespielern. Gerade auf ihren nominellen Positionen ist der SVS mit C. Kinsombi, Sicker, Soukou und Esswein eigentlich recht gut besetzt, jedoch hat mir gerade El-Zein wirklich gut gefallen. Die Tatsache das er nach seiner Zeit beim BVB nun ablösefrei zu haben ist, macht ihn grundsätzlich sicher zu einem interessanten Spieler mit wenig Risikopotenzial. Und im Gegensatz zu Ganda wäre er ein Spieler mit Entwicklungspotenzial. 

Morgen haben beide nochmal die Chance sich zu zeigen. In einem weiteren Testspiel trifft der Sportverein im benachbarten Heddesheim auf die ansässige Fortuna. Anpfiff ist um 17 Uhr an der Ahornstraße. Einen Spielbericht von mir wird es dazu jedoch nicht geben, da für mich mit dem heutigen Heimspiel die Testspielsaison auch wieder beendet wurde. Ein Spiel zieht seinen Reiz dann für mich doch aus der Wichtigkeit des Erfolges bzw. Misserfolges. Umso schöner ist es, dass die neue Saison keine 4 Wochen mehr auf sich warten lässt. Der Countdown läuft. 

#92 – Neu im Hardtwald: Philipp Ochs

Während Konkurrenten wie Hannover 96 die Rolle des Sportvereins aus früheren Transferperioden übernehmen und fast täglich neue Transfers vermelden, ist der SV Sandhausen in diesem Sommer sehr bedacht und auch gezielt auf dem Transfermarkt unterwegs. Bis zum Trainingsstart vergangene Woche stellte der Sportverein „nur“ 3 neue Spieler vor. Nachdem wir Matej Pulkrab bereits beleuchtet haben, schauen wir uns Neuzugang Nummer 2 heute genauer an: Philipp Ochs wechselt ablösefrei von den anfangs erwähnten 96igern an den Hardtwald . 

Zur Person: 

Geboren am 17.04.1997 nur unweit von Sandhausen in Wertheim geboren, sammelte er seine ersten Erfahrungen bei der ortsansässigen Viktoria. Mit 12 kam dann bereits der Wechsel in die D-Jugend der Hoffenheimer TSG, bei der er alle Juniorenmannschaften durchlief und 2014 an der Seite von Nadiem Amiri, Grischa Prömel, Benedikt Gimber und Nicolai Rapp unter einem gewissen Julian Nagelsmann deutscher U-19 Meister wurde.   

Noch als A-Jugendlicher debütierte er unter dem zum Chefcoach beförderten Nagelsmann für die TSG in der Bundesliga und kam in der Rückrunde der Saison 15/16 zu 13 Einsätzen im deutschen Oberhaus. Im gleichen Jahr erhielt er vom DFB die Fritz Walter Medaille ins Silber als zweitbester deutscher Nachwuchsspieler im Jahrgang U19. 

Der Karriereweg: 

Das erste Jahr im Seniorenbereich hatte sich Ochs nach seiner überaus erfolgreichen Jugendzeit sicher anders vorgestellt. In der Bundesliga kam er bis zur Winterpause der Saison 2017/2018 in 1,5 Jahren lediglich auf 6 Kurzeinsätze, konnte jedoch gleichzeitig auch bei der Zweitvertretung in der Regionalliga Südwest keine wirkliche Spielpraxis sammeln. Dies versuchten Spieler und Verein zu ändern, was Ochs per Leihe zum VFL Bochum führte, wo er jedoch auch nicht wirklich Fuß fasste und nur auf 5 Einsätze in der zweiten Liga kam. In der Saison 18/19 führte ihn eine erneute Leihe nach Dänemark zum Aalborg BK, wo er sich einen Stammplatz erobern konnte und seinen Teil zum Klassenerhalt in der Superligaen beitragen konnte. Mit dieser Saison im Rücken startete in der folgenden Saison einen weiteren Anlauf bei seinem „Heimatverein“ aus Sinsheim, der jedoch auch im 3 Anlauf scheiterte und ihn zum 01.01.2020 dann endgültig und ohne Leihe weg aus dem Süden führte. Ablösefrei heuerte er kurz vor Beginn der Coronapandemie bei Hannover 96 an, wo er regelmäßige Einsatzzeiten sammeln konnte, jedoch abermals keinen Stammplatz erhielt. 

Die letzten beiden Spielzeiten verliefen ähnlich wie sein erstes halbes Jahr an der Leine. Den Durchbruch zum Stammspieler schaffte er nie, sammelte aber in zwei Jahren 40 Einsätze in der zweiten Liga. An seine beindruckenden Zahlen aus der U19 in Sinsheim (47 Scorer in 47 Einsätzen) konnte er weder in Hannover (5 Scorer in 51 Einsätzen) noch in Aalborg (2 Scorer in 24 Einsätzen) anknüpfen. 

Mit Ablauf der Saison 2021/2022 gab Hannover dann den Abschied von Philipp Ochs bekannt: „Im Fußball kommt man immer wieder an den Punkt, schwierige und harte Entscheidungen treffen zu müssen – so war es auch bei Niklas und Philipp. Dennoch haben wir uns entschieden, hier getrennte Wege zu gehen“, erklärte 96-Sportdirektor Marcus Mann in einer Erklärung des Vereins.

Und jetzt Sandhausen: 

Das Engagement beim Sportverein stellt für Ochs also so etwas wie die letzte Chance in der zweiten Liga dar. Einen ähnlichen Satz habe ich glaub ich auch im Februar über Tom Trybull geschrieben, der ebenfalls aus Hannover an den Hardtwald wechselte. Er hat die Chance genutzt, hoffen wir das Philipp Ochs das ebenfalls tut. 

Die Anlagen dazu sind definitiv da, das hat er in einer außergewöhnlichen Hoffenheimer Mannschaft im Jugendbereich gezeigt. Der Sprung in den Seniorenbereich war vielleicht damals in die Bundesliga vielleicht etwas zu hoch und die damalige Hoffenheimer Mannschaft unter Nagelsmann wahrscheinlich auch zu stark, was Platz 4 und die erstmalige Qualifikation zur Champions – League zeigte. 

Nichtsdestotrotz bekommt der SV Sandhausen einen Top ausgebildeten und vor allem vielseitig einsetzbaren Spieler, der Erfahrung in der deutschen und dänischen ersten Liga gesammelt hat und auch die zweite Bundesliga sehr gut kennt. Ähnlich sieht es auch Alois Schwartz, der über Ochs folgendes sagte: „Mit Philipp als Linksfuß erweitern wir unsere Möglichkeiten im Offensivbereich“, sagte Trainer Alois Schwartz über den Neuzugang. „Er ist variabel einsetzbar und kennt die zweite Liga aus seiner Zeit in Hannover und Bochum aus dem Effeff. Zudem bringt er die für uns nötige Mentalität und Charaktereigenschaften mit.“

Bestätigen tun das seine Statistiken: Nominell als Linksaußen geführt (60 Spiele, 27 Scorer) kommt er jedoch auch als Mittelstürmer (42 Spiele, 20 Scorer), Linker Verteidiger (26 Spieler, 5 Scorer) und Rechtsaußen (20 Spiele, 9 Scorer) auf über 20 Einsätze. Für den SVS und sein Trainerteam um Alois Schwartz bedeutet dies schier endlose Variationsmöglichkeiten. Ochs bietet dadurch Zweitligaerprobte Alternativen zu Christian Kinsombi, Chima Okoroji, Matej Pulkrab und Cebio Soukou. Gerade erstgenannte durften in der Vorsaison eigentlich nicht ausfallen (Okoroji) oder haben in der Sommerpause die komplette Konkurrenz verloren (Kinsombi). Hier ist ein Ersatz mit dem (erwartbaren) Niveau eines Philipp Ochs Gold wert. 

Ochs hat das Potenzial ein typischer SVS Transfer zu werden. Spieler mit unbestreitbarem Potenzial, anderswo aufgrund fehlender Unterstützung oder zu großen Erwartungen jedoch nie wirklich durchgestartet findet am Hardtwald eine Atmosphäre und ein Umfeld das ihm die Möglichkeit gibt, sich ganz auf seine Stärken zu besinnen und nochmal durchzustarten. Und das zumindest auf der Ablöseseite zum Nulltarif. 

Ob Ochs ähnlich durchstarten kann wie der bereits erwähnte Trybull, bleibt natürlich abzuwarten. Einen ersten Eindruck von ihm können wir uns bereits morgen (18.06.22, 15 Uhr bei der TuS Mingolsheim) und am Sonntag (19.06.22, 17 Uhr gegen Fortuna Heddesheim) bei den ersten Testspielen der Saison machen. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei Philipp Ochs: Herzlich Willkommen am Hardtwald Philipp. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#91 – Es geht wieder los …


Am kommenden Freitag veröffentlicht die DFL den Spielplan für die Saison 2022/2023, bereits am Montag startet der SV Sandhausen mit der Leistungsdiagnostik die Vorbereitung auf die kommende Runde. 

Hierzu begrüßt Alois Schwartz mit Matej Pulkrab, Vincent Schwab und Benedict Grawe nur 3 neue Profis im Kader der Kurpfälzer. Letztgenannte gehörten bereits in der vergangenen Saison (teilweise) zum Aufgebot für die Spiele im deutschen Unterhaus. 

An der Diagnostik nicht mehr teilnehmen werden Pascal Testroet und Erich Berko. Beide Spieler gehörten nicht zu den bereits zum Saisonende verabschiedeten 8 Spielern, die der Öffentlichkeit bekannt waren, sondern verließen dem Verein in den vergangenen Wochen überraschend.

Nachdem mit Matej Pulkrab am 31.05. der erste Neuzugang vorgestellt wurde, war in der Fanszene ein aufatmen zu spüren, da man einen echten Konkurrenzkampf im Sturm erwarten konnte. Pulkrab schien eine jüngere, spritzigere Version Testroets zu sein und damit eine echte Alternative zum Toptorjäger der vergangenen Saison. 

Einen Tag später war das Szenario jedoch bereits wieder passé. Komplett überraschend ging die Nachricht durch die sozialen Medien, dass Pascal Testroet eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag nutzt und mit sofortiger Wirkung zum Zweitligaabsteiger Ingolstadt wechseln wird.

Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Scherz wirkte, ist auf den zweiten Blick vielleicht gar nicht so schlecht. Natürlich war Testroet in der vergangenen Saison eine der Säulen im Spiel des SVS und hatte mit seinen Toren mehr als entscheidenden Anteil am Klassenerhalt. Ohne ihn würde der Sportverein wohl eher nicht in seine 11. Zweiligasaison gehen. Dafür gebührt im Dank und Anerkennung.

Jedoch war anderseits auch zu erkennen, dass er gerade beim Tempo nicht mehr komplett auf Zweitliganiveau mithalten konnte. Was er im Strafraum und in der Behauptung des Balles  mit Kampf und Rafinesse gutes einbringen konnte, hat in Laufduellen oder schnellen Kontern jedoch oft nicht ausgereicht. Auch wenn er im und um den Strafraum wohl auch kommende Saison noch eine Waffe gewesen wäre, wird auch ein Testroet nicht jünger. 

Vielleicht haben genau das beide Seiten gewusst und deshalb frühzeitig auf dem Peak der Zusammenarbeit eine Entscheidung gefasst mit der beide ihr Gesicht waren konnten. Der SVS steht nach der Pulkrab Verpflichtung nicht komplett blank auf der Mittelstürmer-Position da und hat bis Saisonstart auch noch genug Zeit um nochmal nachzurüsten. Testroet hingegen zieht nach einem sehr erfolgreichen Jahr in Sandhausen weiter und hat in Ingolstadt die Möglichkeit eine Liga tiefer nochmal wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Mannschaft zu werden. Das in Ingolstadt eventuell nochmal mehr zu verdienen ist wie in Sandhausen, kommt vielleicht begünstigend hinzu. 

Anders verhält es sich in der Causa Berko. Hier gab der Verein nur bekannt, dass der Vertrag in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde. Zu den Gründen ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts bekannt und man kann nur spekulieren, warum die Zusammenarbeit bereits nach einem halben Jahr beendet wird. Von Vereinsseite konnte man eigentlich zufrieden sein, mit dem was Berko in seinen Einsätzen zeigte. Für die kommende Runde wäre er ein sicherer Back Up für Christian Kinsombi gewesen, den Alois Schwartz ohne große Bedenken bei Bedarf ins Spiel hätte werfen können. Für wen der beiden Seiten dieses wahrscheinliche Szenario zu wenig war, bleibt wohl vorerst ein Geheimnis. 

Fakt ist, dass Mikayil Kabaca nun nachlegen muss. Da der Stamm der Mannschaft (aktuell noch) zusammengehalten werden konnte, sind zum jetzigen Zeitpunkt nur 2 Positionen wirklich vakant. Links offensiv und im Sturm. Ich persönlich würde mich auf beiden Positionen über junge, entwicklungsfähige Spieler freuen, die hinter Pulkrab und Kinsombi lauern und geduldig ihre Minuten sammeln, wenn sie gebaucht werden. In Fankreisen rumoren viele Namen, diese aufzuzählen wäre müßig. Gerade die Pulkrab Verpflichtung hat gezeigt, dass das Team um Kabaca für Überraschungen gut ist und nicht nur die erwartbaren Namen aus dem Hut zieht. Nach der Transferperiode im Winter, darf man der sportlichen Leitung da auch erstmal vertrauen. 

Ob bereits beim ersten Test kommendes Wochenende gegen den Kreisligisten der TuS Mingolsheim (Samstag, 18.06.2022, 15 Uhr, Sportgelände Bad Schönborn – Mingolsheim) weitere Neuverpflichtungen auf dem Platz stehen werden, bezweifle ich. Jedoch bietet sich bei dem Test die Möglichkeit, der neuen Nummer 9 aus Tschechien zum ersten Mal live auf die Füße schauen zu können. Der wird bis dahin immerhin schon eine Woche im Kreise der neuen Kollegen trainiert haben und ähnlich wie seine Kollegen noch lange nicht bei 100% sein.

Was aber auch egal ist. Schön ist, dass der SVS die Saisonvorbereitung in unmittelbarer Nachbarschaft eröffnet und hoffentlich da weitermacht, wo er im Mai aufgehört hat. Sportlich erfolgreich, aber auch abseits des Platzes nicht so weit von den Fans entfernt. 

Die Saison 2022/2023 geht los! Endlich! Ich freu mich drauf. 

#90 – Neu im Hardtwald: Matej Pulkrab

Der Anfang ist gemacht. Am 31.05.2022 stellte der SV Sandhausen mit Matej Pulkrab den ersten Neuzugang der Saison 2022/2023 vor. Wie in der vergangenen Runde schon begonnen, werde ich wenn möglich auch diese Transferperiode jede Neuverpflichtung des SVS genauer unter die Lupe nehmen. Heute geht es also los mit der tschechischen Neuverpflichtung von Sparta Prag. 

Zur Person: 

Geboren am 23.05.1997 in Prag begann der fußballerische Werdegang Matej Pulkrabs eine halbe Autostunde von der Hauptstadt entfernt beim FK Lety. Im Alter von 10 Jahren ging es dann bereits in die Jugendabteilung von Sparta Prag, wo er dann auch die komplette Jugend über jede Mannschaft bis hoch zur U19 durchlief. Ähnlich wie bei Sparta selbst, war er von der U16 bis zur U21 Teil der Juniorennationalmannschaften der Tschechei für die er 14 Tore in insgesamt 51 Partien erzielte. 

Der Karriereweg: 

Nach seiner Zeit in der Nachwuchsabteilung von Sparta Prag startete er seine Karriere im Profibereich in Liberec bei Slovan. Als Leihspieler kam er auf seiner ersten Profistation auf 7 Einsätze in der ersten Liga bei denen er insgesamt mit 4 Toren auf sich aufmerksam machte und sich somit wieder zurück zu seinem Heimatverein schoss. In der Saison 16/17 konnte er sich mit 19 Jahren bereits seine ersten Europapokalspiele gegen Southampton, Inter Mailand und Beer Sheva in die Statistik schreiben. Gegen letztere gelang ihm sogar sein erster Treffer auf internationalem Paket. Über die Rolle als Ergänzungsspieler kam er jedoch nicht hinaus und ging ein weiteres Mal den Weg über eine Leihe nach Liberec. Hier setzte er sich in der Saison 17/18 endgültig durch und kam war gerade im Saisonendspurt der gesetzte Mittelstürmer im 4-2-3-1 von Trainer David Holoubek. Am Ende der Saison standen wettbewerbsübergreifend 30 Einsätze und 15 Treffer.   

Ein weiteres Mal führte sein Weg Pulkrab nach Ende der Leihe zurück zu Sparta. Ein weiteres Mal konnte er sich nicht den Platz erkämpfen, den er sich wohl erhofft hatte. Nach 1,5 Jahren und nur sehr sporadischen Einsätzen ging es diesmal nicht nach Liberec, sondern zu den Bohemians. Kein Umzug also, sondern nur ein anderes Trikot. In der Rückrunde der Saison 19/20 noch eher weniger eingesetzt, steigerten sich seine Minuten im zweiten Jahr zunehmend. Am Ende der steht eine Bilanz von 29 Spielen in 1,5 Jahren und 10 Treffer. 

In der vergangenen Saison begann dann der dritte Anlauf bei Sparta. 26 Einsätze mit 7 Treffern waren für den Spieler, aber auch für den Verein wohl keine ausreichende Bilanz um eine weitere Zusammenarbeit anzustreben. Nach nun 15 Jahren verließ Matej Pulkrab am heutigen Dienstag zum ersten Mal endgültig seinen Jugendverein und wechselt ablösefrei zum SV Sandhausen in die zweite Bundesliga. Wie hier im Hardtwald üblich wurde über die Laufzeit des Vertrages keine Angabe gemacht. 

Und jetzt Sandhausen: 

Der Transfer kam für viele überraschend. Vor allem auch, weil der Name nur ganz wenigen ein Begriff ist und das tatsächlich eher von der bekannten Transferstrategie der letzten Jahre abweicht. Das muss jedoch nichts schlechtes bedeuten. Im Gegenteil. 

Die für alle einsehbaren Statistiken und Informationen zu Matej Pulkrab lassen auf jeden Fall Vorfreude aufkommen. Nach den Abgängen von Ahmed Kutucu, Alou Kuol und Maurice Deville stand mit Pascal Testroet nur ein einziger Stürmer im aktuellen Kader des SVS. Hier mit einem zweiten, konkurrenzfähigen Mittelstürmer in die Saison zu gehen, ist meiner Meinung nach richtig und wichtig. In der vergangenen Saison hat man gerade zu Beginn, als Testroet verletzungsbedingt ausfiel, gesehen wie elementar das ist. Eine Option zu Testroet im Kader zu haben, die wie Pulkrab jetzt auch noch etwas andere Qualitäten mitbringt, macht die Mannschaft nur flexibler und schwerer auszurechnen. 

Einer schnellen YouTube Studie zu Folge ist Pulkrab extrem kopfballstark und bringt im Vergleich zu Testroet auch noch ordentlich Geschwindigkeit auf den Platz. Ein Element, was dem SVS im vergangenen Jahr auf der Position das ein oder andere Mal doch gefehlt hat. Auch wenn er sich bei Sparta nie endgültig durchsetzen konnte, spricht seine Quote in der tschechischen ersten Liga doch für ihn. Ein ausgeprägter Torriecher lässt sich auf den Videos im Netz auf jeden Fall erkennen. 

Abschließend beurteilen kann man den Spieler natürlich erst, wenn man ihn dann auch auf dem Platz gesehen hat. Sicherlich wird er auch eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen, da Sandhausen seine erste Station außerhalb seines Heimatlandes ist. Ein wenig Geduld und eine offene Willkommenskultur innerhalb der Mannschaft, aber auch bei uns Fans, helfen da sicher diesen Prozess so angenehm wie möglich zu gestalten und dadurch auch zu beschleunigen. Ich könnte mir vorstellen, dass Matej Pulkrab uns hier am Hardtwald eine Menge Freude bereiten könnte, wenn er es schafft, sich in das bestehende Teamgefüge zu integrieren. 

Für den ersten Transfer der neuen Spielzeit hat Mikayil Kabaca mit dem jungen Tschechen einen echte Überraschung geschafft. Finanziell wird das Gesamtpaket sicher auch nicht spektakulär hoch sein und somit auch in diesem Bereich kein allzu großes Risiko darstellen. Für Kabaca könnte das ein echter Coup werden, muss er doch den Transferwinter bestätigen um die Kritiker weiterhin Schweigen zu lassen. 

Das jedoch, steht wie der Start von Matej Pulkrab noch in den Sternen und wird sicher ab Ende Juli/Anfang August wieder Thema in den einschlägigen Foren und sicher auch bei mir auf dem Blog. Für heute gilt jetzt erstmal: Herzlich Willkommen am Hardtwald Matej Pulkrab. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

#89 – Saisonabschluss 2021/2022 – Ein Fazit

Mein Jahr mit dem SV Sandhausen. Das ist der Untertitel des Blogs. Und das war auch die Idee als ich letzten Sommer hier begonnen habe. Ein Jahr den SV Sandhausen und meinen Umgang damit begleiten. Wie im Beitrag #1 geschrieben ging es um nicht weniger, als den Weg zurückzufinden zu meiner größten Leidenschaft, dem Fußball. Das mir das gelungen ist zeigt die Tatsache, dass der Blog immer noch existiert und regelmäßig gefüttert wurde recht deutlich. Was das Experiment, wie ich es zu Beginn nannte, jedoch mit mir gemacht hat, möchte ich heute genauer beschreiben. Wie in einem guten Film gliedere ich den Beitrag heute in eine Drei-Akt-Struktur

Erster Akt – Die Hinführung 

Zuerst jedoch mal ein paar Statistiken die sich über das Jahr angesammelt haben. 90 Beiträge, diesen inbegriffen, wurden seit 01.09.2021 auf dem Blog veröffentlicht. Davon 89 von mir selbst und einer von Gastautor Peter_Priegel aus dem SVS Fan Forum. In meinen Vor – und Nachberichten zu den Spielen konnte ich ab Oktober 20 verschiedene Gäste und GästInnen von gegnerischen Vereinen begrüßen, die mir mit Ihrer Expertise zu ihren Herzensvereinen oft die Beiträge aufwerten konnten. Über 8000 Aufrufe hat der Blog in diesen 9 Monaten von knapp 5000 Besuchern aus 37 Ländern generiert. Ob das viel oder wenig ist, kann ich wirklich nicht beurteilen. Was es letztendlich aber zeigt ist, dass es tatsächlich Leute gibt, die meinen Kram lesen, was mich unglaublich freut und auch ein wenig stolz macht. Am meisten gelesen wurden die Vorberichte zu den Spielen gegen St. Pauli in der Vorrunde (336) sowie Rostock (217) und Hannover (178) in der Rückrunde. Ohne Bezug zu Spieltagen waren die Beiträge „the dirty dozen“ über den Corona – Ausbruch im Spätherbst (136), „Machmeier, Kabaca & Co.“ nach dem Regensburg Spiel (126) und das Interview mit Maurice Deville (115) die erfolgreichsten. 

Ebenfalls im September startete ich zeitgleich im Fan Forum des SV Sandhausen und auf Twitter, wo ich mit 98 FollowerInnen hart an den 100 kratze, unter dem Namen NoPressureSVS. Über beide Plattformen finden die meisten BesucherInnen auf den Blog. Über Twitter sind es nachweislich etwas mehr als 2000, über das Forum des SVS wohl ähnlich viele, was jedoch nicht belegt ist. Ansonsten verteilen sich die übriggebliebenen auf Fanforen oder Blogs anderer Vereine bzw. Verlinkungen auf facebook, Instagram und co. 

Und dann gab´s im April auch noch mein kleines Saison Highlight außerhalb des Stadions, dass ohne den Blog niemals zustande gekommen wäre. Ich durfte beim MillernTon in den VDS/NDS Podcasts über den SVS im allgemeinen und das Spiel gegen St. Pauli im speziellen sprechen. Für jemanden der seit 2008 Podcasts und auch den MillernTon schon viele Jahre hört, war das was ganz besonderes, dass mir großen Spaß gemacht hat.  

Zweiter Akt – Der Hauptteil 

Jetzt kommen wir aber zu meinen Gedanken rund um den Blog. Vor der Runde habe ich die Idee hinter dem Blog folgendermaßen formuliert: „Ein Jahr, ein Experiment. Was macht die Dauerkarte mit mir. Die Regelmäßigkeit des Stadionbesuchs. Die Zuschauer um mich herum. Die regionale Nähe zum Verein. Der Saisonverlauf. Die Spieler. Ein Teil von etwas zu sein. So wie ich es bei Fans in Blogs und Podcasts seit Jahren mitverfolge. Nur eben auf einer Ebene die zu meiner Lebenssituation und zu mir passt. Ich werde in meinem Leben kein Ultra mehr und auch kein Allesfahrer. Das ist auch nicht das Ziel.“ 

Allesfahrer wurde ich wirklich nicht. Aber der Wunsch nach Auswärtsfahrten ist auf jeden Fall größer geworden. Soviel kann ich sagen. Von den Heimspielen habe ich aufgrund familiärer Verpflichtungen jeweils 2 in Hin – und Rückserie verpasst. Jedoch wurden die Planungen das Familienleben drumherum zu legen immer intensiver, umso länger die Saison ging und umso dramatischer der Saisonverlauf sich gestaltete. Ein Gefühl der Verbundenheit hat sich relativ schnell eingestellt. Schneller als ich mir das vorstellen konnte. Hab ich die Spiele bis zur Entlassung von Klepovits noch mit einer gewissen Distanz verfolgt, baute sich diese ab dem Bremen Spiel immer mehr ab. Diese Nähe, die der Verein trotz der Zugehörigkeit zum Profifußball aufgrund seiner Größe immer noch zulässt, hat mich schneller gepackt als mir lieb war. 

Natürlich hat auch das dauerhafte Beschäftigen mit dem SV Sandhausen, seinen Gegner und der zweiten Bundesliga als enormer Verstärker gewirkt. Das kennt jeder, dass die Wichtigkeit eines Themas oder einer Sache steigt, umso länger und umso mehr man sich damit beschäftigt. Im Laufe der Saison hat sich das Pensum, dass ich in den Blog gesteckt habe schon stark erhöht. Waren es in den Anfangsmonaten noch so 1-2 Stunden pro Woche, kam ich gegen Ende sicher auf 6-7 Stunden pro Woche, die ich in Recherche, schreiben und interagieren investierte. Sowas macht man nur, wenn man auch wirklich Spaß an der Sache hat. Zumal es ja auch noch den Job als Lehrer gibt, der Vorbereitungsintensiv ist und die Familie, die immer an erster Stelle steht. So kam es des Öfteren vor, dass die Artikel erst spät abends geschrieben wurden wenn der Rest der Familie schon schlief. 

Die Fans um mich rum im Stadion haben tatsächlich weniger Einfluss auf mich genommen als erwartet. Lag aber oft auch daran, dass weit und breit niemand um mich herumsaß. Mit der Dauerkarte hatte ich ja so ein bisschen drauf gehofft feste Sitznachbarn zu bekommen oder eben zumindest des Öfteren in wechselnder Gesellschaft zu sitzen. Bis auf die Spiele gegen Bremen, Hamburg, St. Pauli und Schalke war das aber eher nicht der Fall. Vor der Saison war mir der Zuschauerschnitt des SVS zwar bekannt, dass er sich aber hauptsächlich aus einem Grundstock von 3000 – 4000 Heimfans + X Gästefans zusammensetzt hat mich dann doch gerade zu Beginn überrascht. Aber auch damit hab ich relativ schnell meinen Frieden gefunden, da bei zu vielen ZuschauerInnen oft auch die komplette Infrastruktur in und ums Stadion zusammengebrochen ist, was dann oft auch etwas die Stimmung trübte. So 20-30 Minuten am Catering, ne knappe Stunde am Einlass oder 1,5 Stunden für die Abreise können einem schon den Nachmittag verderben. Vor allem nach späten Gegentreffern durch Füllkrug. Stimmungstechnisch hat tatsächlich auch nur das Spiel gegen Schalke in der retrospektive einen echten Höhepunkt gesetzt. Alles andere ist aber aufgrund der Coronasituation bis in den April hinein auch nicht komplett zu vergleichen. 

Dementsprechend ist in dem Bereich natürlich noch viel Luft nach oben im Hardtwaldstadion. Setzt man das, was die aktive Fanszene in Kombination mit allen in den Blöcken A2-A4 auf die Beine stellt in Relation, ist das aber schon beachtlich und macht Spaß. Man darf nicht den Fehler machen, den viele meiner Begleiter dieses Jahr gemacht haben. Man darf nicht hingehen und einen Vergleich anstellen, wenn Hansa Rostock hier mit mehr als 1000 Verrückten aufschlägt oder eben die großen Vereine mit ihren Gruppierungen und Fans aus ganz Deutschland. Dagegen sieht der SV Sandhausen immer aus als wollte er zwar, kann aber nicht richtig. Das ist aber grundlegend falsch. Der SV Sandhausen wird aufgrund seiner Größe und auch seiner Herkunft nie in Sphären aufsteigen können, in denen sich langjährige Bundesligisten oder traditionsreiche Profivereine schon länger befinden. Sieht man die Voraussetzungen die hier in der Kurpfalz gegeben sind, ist das was von den Fans auf die Beine gestellt wird wirklich mega. Und auch wenn man oft sogar im eigenen Stadion übertönt wird, bedeutet das nicht gleichzeitig das man eine „schlechtere“ Szene ist, sondern nur das man eben eine kleinere ist, bei der man auch ganz genau weiß, warum sie so klein ist. Diese zu vergrößern ist nicht Aufgabe der Fans selbst, sondern des Vereins. Das jedoch ist ein anderes Thema. 

Was ich letztendlich zum Thema Stimmung und Fans sagen wollte: Ich fühl mich sehr wohl im Hardtwaldstadion. Bis auf die strukturellen Probleme beim Einlass und dem Catering, ist es immer ein sehr, sehr positives Erlebnis und erfrischend anders als die Stadionbesuche in den großen Stadien der Republik. Seine eigenen Rituale entwickeln, vor jedem Spiel die gleichen Abläufe angehen, immer auf dem gleichen Platz sitzen … das war es was ich wollte und genau das hab ich bekommen. Den Platz werde ich in der kommenden Saison trotzdem verlassen, da mir tatsächlich der dauerhafte Sonnenbrand bzw. durchnässte Klamotten ab und an fast die Laune verdorben hätten. Deshalb nächste Runde lieber mal überdacht. Ansonsten war die erste Saison mit Dauerkarte ein voller Erfolg. Es hat genau den Effekt gehabt, den ich mir gewünscht habe. Eine noch engere, emotionale Bindung zum Team bzw. der aktuellen sportlichen Situation. Jedes zweite Wochenende mit einer gewissen Grundspannung den Weg ins Stadion antreten und dann zu Beginn oft enttäuscht, gegen Ende dann doch eher euphorisiert wieder auf den Heimweg machen. Das ist es doch was den Fußball in seinen Grundzügen ausmacht. Das mitfiebern, das mitleiden, aber eben auch das mitfreuen sind um einiges intensiver, wenn man den Weg dorthin zu großen Teilen live miterlebt hat. Emotionen, die man vorm TV und auf die Entfernung nicht so aufbauen und erleben kann. Zumindest ich konnte das nicht. 

Nun ist es nicht so, dass ich die Dortmunder Borussia nicht mehr verfolgen würde. Im Gegenteil. Auch da hab ich, wenn möglich, weiterhin jedes Spiel gesehen. Und doch ist mir im direkten Vergleich noch bewusster geworden, was ich die ganzen Jahre vermisst habe. Einen wirklichen Bezug zu spüren. Und zu gewissen Momenten auch das Gefühl zu haben, ein Teil von etwas zu sein. Sowas geht einfach nur im Stadion. Wenn deine Mannschaft bei ausverkauftem Haus kurz vor Schluss das 1:1 gegen den haushohen Favoriten schießt, dann ist das im Stadion einfach das ultimative Gefühl, dass zu Hause so nicht herzustellen ist. 

Abschließend bleibt festzuhalten: Ich bin in dem Jahr wirklich Fan des SV Sandhausen geworden. Mit allem was dazu gehört. Ich wäre auch mit in Liga 3 gegangen und hätte meine Dauerkarte verlängert, hatte mich im Januar eigentlich auch schon damit abgefunden. Schon damals war ich dem Verein zu Nahe um ganz zu entkommen. Umso größer dann die Erleichterung am letzten Tag im April, als Regensburg Dresden in die Relegation schickte. Für die Dramatik in meinem ersten Jahr beim SVS wäre eine Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern sicher das bessere Drehbuch gewesen, jedoch kann ich da ganz gut drauf verzichten und freu mich nun auf ein weiteres Jahr zweite Bundesliga mit dem SVS. Nächste Saison wird seit langer Zeit mal nicht mehr die beste zweite Liga aller Zeiten ausgerufen. Trotz namenhafter Abgänge wie Schalke, Bremen und vielleicht dem Hamburger SV wird die Liga aber weiterhin spannend bleiben und vielleicht sogar noch etwas ausgeglichener als in diesem Jahr. Wenn zu den feststehenden Auf – und Absteigern wirklich noch Hertha BSC und der 1. FC Kaiserslautern dazu kommen sollten, ist die Liga in meinen Augen nicht weniger attraktiv als im vergangenen Jahr. Ich freu mich drauf. Genau wie auf das zweite Jahr mit dem Blog. Und hier schlag ich dann auch die Brücke zum letzten Akt. 

Dritter Akt – Der Schluss / Der Ausblick 

Geht es nächstes Jahr hier weiter wurde ich nun schon öfter gefragt. Ich konnte und kann es auch immer noch nicht vollumfänglich mit Ja beantworten. Doch, ich kann es mit Ja beantworten. Es soll weitergehen. Ich weiß jedoch noch nicht genau wie und in welchem Umfang. Ich hab viele Ideen, was hier noch passieren könnte und auch unglaubliche Lust diese nach und nach umzusetzen. Wie ich aber weiter oben bereits beschrieben habe, ist diese One-Man-Show auch zu gewissen Teilen ein Zeitfresser. Im neuen Schuljahr werde ich zudem auch eine neue Stelle antreten und gehe davon aus, dass damit auch ein vor allem im ersten Jahr erhöhter Zeitaufwand einhergeht. Gerne würde ich aus diesem Projekt etwas entstehen lassen, dass nicht nur von mir abhängig ist, sondern sich vielleicht auf Dauer zu etwas größerem entwickelt. Alleine ist das aber nicht möglich. Nicht mit dem Pensum dieser Saison. 

Deshalb an dieser Stelle ein Aufruf an alle interessierten, die Lust haben mitzuwirken, Lust haben zu schreiben oder anderen Content mit SVS Bezug zu erstellen. Ich bin da wirklich für alles offen und gesprächsbereit. Klar ist, dass das hier Hobby sein muss und nie oder zumindest nicht auf Dauer zur Last oder gar professionell wird. Da geht nämlich meistens der Spaß verloren. Wenn ihr also Lust habt oder einfach auch nur euer Interesse bekunden oder Vorschläge austauschen wollte, meldet euch bei mir. Kontaktdaten findet ihr hier und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr auch eine Rückmeldung von mir bekommen werdet. 

Und damit beende ich vorerst die Saison 2021/2022 auch hier auf dem Blog und wünsche jedem der das hier liest eine sonnige, erholsame und kurze Sommerpause. Eventuell folgt auch noch ein Saisonrückschau mit Fokus auf das sportliche, was ich aber noch nicht sicher bestätigen kann. Beobachtet einfach die üblichen Kanäle damit ihr nichts verpasst. Es wird sicher Transfernews geben die beleuchtet werden müssen. Und auch sonst wird es rund um den Verein und die Mannschaft sicher nicht stillstehen und immer mal wieder was zu schreiben geben. Spätestens mit dem ersten Spieltag der neuen Runde werdet ihr hier aber sicher wieder etwas vorfinden. Ich hab Bock auf 2022/2023 und bin gespannt was die Saison auf dem Platz, aber auch hier auf dem Blog bringen wird. Wird sie nur halb so ereignisreich wie die letzte, wäre ich zufrieden. 

#88 – Spieler im Gespräch (#2): Christian Kinsombi

Nummer zwei in der Rubrik „Spieler im Gespräch“ ist die Nummer 8 des SV Sandhausen. Nach vielfachem Wunsch eurerseits hatte ich die Möglichkeit Christian Kinsombi ein paar Fragen zukommen zu lassen. Im Sommer aus Uerdingen verpflichtet, musste sich Christian Kinsombi zu Beginn der Saison noch hintenanstellen, startete dann aber wie die Mannschaft auch zu Beginn des Jahres 2022 durch. Darüber, aber auch über seine Zeit in Uerdingen, seinen Bruder und einen großen Traum geht es in den kommenden Zeilen.

Euch viel Spaß beim Lesen und Christian Kinsombi vielen Dank für die Zeit, die er sich für mich und die Fragen genommen hat. 

© SV Sandhausen 1916

Eines meiner Highlights der aktuellen Spielzeit war das 1:1 in der Nachspielzeit gegen St. Pauli, an dem Sie entscheidenden Anteil hatten. Durch den Ballgewinn und das Dribbling vor dem Eckball war das ganze Stadion nochmal da. Wie fühlt man sich in Situationen wie dieser, in der man entscheidenden Anteil an besonderen Momenten hat? 

Während dem Spiel habe ich das gar nicht richtig wahrgenommen. Ich bin ja erst in der 88. Minute ins Spiel gekommen, wollte einfach nur das Spiel so gut es geht mitgestalten und alles dafür geben noch mindestens einen Punkt zu holen. Irgendwie habe ich den Ball dann noch vor der Linie bekommen und den Eckball gezogen. Nach dem Tor habe ich das zwar ein wenig realisiert, aber so wirklich ist es dann erst zu Hause geworden als ich ein bisschen runtergekommen bin. 

Im aktuellen Kader sind Sie einer der wenigen U23 Akteure. Wie geht man als junger Spieler inmitten einer erfahrenen Mannschaft in seine erste Zweitligasaison? Welche Erwartungen und Ziele haben Sie im Sommer mit dem Wechsel zum SVS verbunden? 

Mir war von Anfang an wichtig, dass ich vom ersten Tag an voll da bin und gut hier in Sandhausen ankomme. Von den erfahrenen Spielern konnte ich mir einiges abschauen und in meinem ersten Jahr hier unglaublich viel lernen. 

Der Umbruch innerhalb des Kaders, der frühe Trainerwechsel, fehlende Resultate, kaum Spielzeit. Gab es Momente im Herbst/Winter 21, in denen Sie den Wechsel zum SV Sandhausen bereut haben? 

Nein, auf keinen Fall. Den Schritt im Sommer hier her bin ich bewusst gegangen und würde dies auch immer wieder so tun. 

Seit Februar geht es am Hardtwald stetig bergauf. Auch bei Ihnen persönlich. Der erste Zweitligatreffer, regelmäßige Einsätze, oft sogar in der Startelf und immer wieder lobende Worte der Verantwortlichen. Was ist im Winter passiert und was hat vielleicht in der Hinserie noch gefehlt? 

Ich habe die ganze Zeit über Gas gegeben und versucht mich im Training zu zeigen. Dass das letztendlich vom Trainer belohnt wurde, freut mich immens. Ich habe geduldig auf meine Chance gewartet und denke, dass ich diese dann auch genutzt habe als sie sich mir bot. 

Wie fällt ihr Fazit nach der ersten Zweitligasaison und einem Jahr Sandhausen aus? 

Ich kann wirklich nur positiv vom Verein sprechen, der unglaublich familiär ist. Die Umstände hier passen für mich sehr gut und unser oberstes Ziel, den Klassenerhalt, haben wir erreicht. 

Über Vertragslaufzeiten spricht man in Sandhausen nicht, ich weiß. Darf man trotzdem davon ausgehen, dass Sie nicht nach einem Jahr weiterziehen werden und wenn ja, was sind die persönlichen, aber auch mannschaftlichen Ziele für die kommende Saison?

Aktuell bin ich sehr glücklich hier am Hardtwald und habe mir über die Vertragslaufzeit hinaus noch keine Gedanken gemacht. Nächstes Jahr wollen wir an die Leistungen der Rückrunde anknüpfen und das Bestmögliche aus der Mannschaft herausholen. Was damit dann möglich ist, wird sich zeigen. 

Mainz, Uerdingen, Sandhausen. 3 Station, 3 Vereine die nicht unterschiedlicher sein könnten. Jeder Wechsel für sich scheint jedoch ein logischer Schritt gewesen zu sein. Aus der Regionalliga in Mainz ging es 2019 zum ambitionierten Drittligisten aus Krefeld, dem Mikhail Ponomarev zurück zu altem Ruhm verhelfen wollte. Von außen betrachtet war zu der Zeit viel los in der Grotenburg. Wie würden Sie im Nachhinein die zwei Jahre in Uerdingen beschreiben?

Die zwei Jahre in Uerdingen waren unglaublich turbulent, aber trotzdem war es eine schöne Zeit. Ich habe viele coole Menschen kennenlernen dürfen und war mir die ganze Zeit darüber im Klaren, dass ich als Einzelperson nichts an der Gesamtsituation ändern kann. Für mich war es wichtig, das Beste daraus zu machen und ich denke, dass ich das gut hinbekommen habe.  

Mit Thomas Krücken, Heiko Vogel, Stefan Reisinger, Stefan Krämer und Gerhard Kleppinger um mal nur einige zu nennen hatten Sie in ihrer Karriere bereits mit vielen Trainern zu tuen. Wer, Alois Schwartz ausgenommen, hat Sie bisher am meisten beeindruckt bzw. beeinflusst? 

Ich konnte von jedem einzelnen meiner Trainer etwas mitnehmen, etwas lernen. Alle haben ihre speziellen Stärken, was meiner Entwicklung gutgetan und diese auch vorangetrieben hat. Dafür bin ich jedem einzelnen dankbar. 

Bleiben wir ein bisschen in der Vergangenheit. Sie gehen bald in das 5. Jahr im Seniorenbereich. Gibt es Momente in ihrer bisherigen Laufbahn, die sich eingeprägt haben, an die Sie gerne zurückdenken? 

Auf jeden Fall der diesjährige Klassenerhalt mit dem SVS, der hart erkämpft, dafür aber echt schön war. Aber auch der Klassenerhalt mit dem KFC Uerdingen damals, auf den wir das ganze Jahr unter widrigsten Umständen hingearbeitet haben, hat sich eingeprägt. Zu sehen das man auf ein Ziel hinarbeitet und dieses trotz der ganzen negativen Begleiterscheinungen erreichen kann, war eine wichtige Erkenntnis. 

In einem der wenigen Interviews die man von Ihnen findet, fällt folgender Satz über ihren Bruder: „David hat mich geprägt. Ich habe mich immer an ihm orientiert. Er war ein Vorbild für mich“. Von anderen Geschwisterpaaren im Fußball hat man auch schon gehört, dass der größerer (erfolgreicherer) Bruder als Belastung gesehen wird. Gibt es spezielle Momente an die sich erinnern, in denen sie von der Erfahrung oder den Tipps ihres Bruder profitiert haben oder lässt sich das gar nicht an einem Beispiel beschreiben? 

Da wir einen guten Draht haben und uns viel austauschen, lässt sich das nicht anhand eines Beispiels beschreiben. Da unser Verhältnis schon immer sehr gut war und David mir ein paar Jahre voraus ist, konnte ich mir immer schon Dinge bei ihm abschauen und mir Rat bei ihm holen, wenn ich einen benötigt habe.

Ihre Eltern kommen aus dem Kongo. Viele Verwandte leben noch dort. Sie selbst waren (dem besagten Interview zu Folge) noch nie da. Haben Sie trotzdem eine Verbindung zum Land Ihrer Eltern und könnten Sie sich vorstellen irgendwann mal für das Nationalteam aufzulaufen? 

Auf jeden Fall ist das ein Ziel auf das ich hinarbeiten möchte. Für das Land meiner Eltern aufzulaufen ist ein Traum, den ich mir während meiner Karriere irgendwann gerne erfüllen würde.

Auf dem Platz wirken Sie oft wild, ungestüm, temperamentvoll und furchtlos, was bitte unbedingt positiv zu verstehen ist. Neben dem Feld haben Sie ein Studium im Fachbereich Sportmanagement begonnen. Einen Studiengang, den man im ersten Moment nicht mit den aufgeführten Attributen in Verbindung bringen würde. Wie kam es dazu und welcher Plan steckt dahinter? 

Ich habe mich ein bisschen in dem Bereich Weiterbildung umgeschaut und dabei ist mir der Studiengang Sportmanagement quasi vor die Augen geflogen. Da das am sinnvollsten mit dem Fußball zu kombinieren ist und ich der Meinung bin, dass das am besten zu mir passt, fiel die Wahl nicht schwer. 

Abschließend nochmal zurück zum SV Sandhausen. Oft wird der Verein belächelt für seine Größe, seine Identität und seine kleine, aber treue Anhängerschaft. Wie geht man als Spieler damit um und was macht es mit der Identifikation mit dem Verein?

Wie gesagt, ich mag das familiäre hier. Das Verhältnis zu den Verantwortlichen, den Mitarbeitern, aber auch zu den Fans ist wirklich gut, da alles etwas enger und auch kleiner ist. Es gibt natürlich Vereine bei denen das ganz anders ist, aber genau das macht den SV Sandhausen im Vergleich dann wieder aus.

#87 – NDS / SV Sandhausen – Holstein Kiel 3:1

Vor ca. 4.900 ZuschauerInnen im leider nur sehr spärlich gefüllten Hardtwaldstadion gewann der SV Sandhausen mit 3:1 gegen Holstein Kiel und sicherte sich dadurch den 100. Sieg in seiner 10.-jährigen Zweitligahistorie. Die Treffer erzielten Dumic (8.), Bachmann (13.) und Kinsombi (35.) bei einem Gegentreffer von Skrzybski (54.). Durch den Sieg konnte der SVS noch einen Platz in der Tabelle gutmachen und beendet die Saison 2021/2022 auf dem 14. Platz. Für die KSV ändert die Niederlage nichts mehr am 9. Tabellenplatz, den sie schon vor der Partie innehatten.

Aufgrund eines geplanten Familienurlaubs war schon lange klar, dass ich das Spiel nur mit sehr viel Glück im Stadion sehen könnte. Die A3 tat dann am Sonntag ihr Übriges dazu und so stand es schon 3:0 für den SVS bis ich den Fernseher einschalten konnte. Aus nicht ersichtlichen Gründen lies mich zu Anpfiff auch der Hardtwald Hörfunk im Stich, was dem ganzen dann die Krone aufsetzte. Zu Hause angekommen, dann zumindest nicht die schlechteste Überraschung, als das Spiel endlich lief. Auch überrascht, aber vor allem auch etwas ernüchtert hat mich der Blick auf die Tribünen. Trotz bestem Wetter, Fanfest vor dem Stadion und Ermäßigungen auf vielen Tribünen war das Stadion nicht mal zu einem Drittel gefüllt. Schade, dass der Mannschaft nicht ein Abschied vor größerer Kulisse in die Sommerpause gegeben werden konnte. Nach den Leistungen der Rückrunde wäre das mehr als verdient gewesen.

Ebenfalls eine größere Kulisse hätte Tim Kister verdient, der seit 2013 für den SVS 167 Zweitligaprtien absolvierte und seine Karriere mit dem Ende der aktuellen Saison beendet. Im Vorfeld wurde ihm bereits mit einem Video seitens des Vereins Tribut gezollt, was sich dann im Stadion mit Tapeten in A4 fortsetzte. 

Des Weiteren wurden wie vermutet auch die Leihspieler Seufert, Kutucu und Kuol, sowie Wulle, Wiedwald, Biada und etwas überraschend auch Deville verabschiedet. Deville, Kutucu und Biada bekamen heute nochmal ihren Einsatz im Hardtwald und konnten so ihren Abschied auf dem Platz feiern. Insgesamt verlassen also 8 Spieler den SVS was wiederum auch wieder etwas Bewegung auf dem Sommertransfermarkt vermuten lässt. Dazu aber an dieser Stelle erstmal nichts, ein Beitrag zur Kaderplanung folgt sicher in der frühen Phase der Sommerpause. 

Schön auch zu sehen, dass sich das ausgerufene „Alle in Weiß“ auf den spärlich besetzten Tribünen trotzdem zeigte. Ein Beweis dafür, dass die kleine, aber eingeschworene Gruppe der Fans die immer da sind, dazu in der Lage sind, gemeinsame Aktionen durchzuführen. Sollte es irgendwann doch zu einem Neubau oder zumindest einer Umstrukturierung der Blöcke kommen, ist auch in Sandhausen fantechnisch noch mehr drin. Zumindest akustisch waren die Schwarz-Weißen auch im TV heute deutlich hörbar. 

Zum Spiel selbst gibt es relativ wenig zu sagen. Das was ich nach meiner späten Ankunft live gesehen habe und was auch die Zusammenfassung hergab, zeigte einen spielfreudigen SV Sandhausen, der auf einen Gegner traf, der in Halbzeit 1 bereits im Sommerurlaub war und für die zweiten 45 Minuten nochmal kurz daraus zurückkehrte. Für die ZuschauerInnen die da waren war es aber egal was der Gegner zeigt, sondern sicher einfach nur Balsam auf die vor allem zu Hause oft geschundene Fanseelen. Von allem war etwas dabei: Außergewöhnliches von Dumic, gewohntes von Bachmann, lange vermisstes von Kinsombi. Dazu eine Masse an Torchancen die teilweise kläglich, teilweise unglücklich vergeben wurden. Aber da es in 10 Zweitligajahren noch keine 3:0 Führung zur Halbzeit gab, konnte das die gute Laune nicht schmälern. Mit Blick auf die kommende Saison bleibt jedoch trotzdem der kleine Vermerk, dass man eventuell an der Effizienz abseits von Standards arbeiten sollte. 

Nun also Platz 14 und damit der Platz im Profitopf bei der kommenden DFB-Pokal Auslosung. Die Chance auf Runde zwei erhöht sich dadurch leicht, die Chance auf ein Heimspiel in Runde eins sinkt jedoch. Nichtsdestotrotz ist das Erreichen des 14 Platz nach der Vorrunde ein riesengroßer Erfolg für den SVS. Nach 17 Spieltagen mit 14 Punkten auf Rang 17 wollte sich keiner erlauben mit dem kommenden zu rechnen. Dann folgte die beste Rückrunde der Zweitligageschichte und der Wandel zu einer der stärksten Teams der Rückserie. Lasst uns als Fans des SV Sandhausen also heute einfach feiern und das erreichte würdigen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

In den Sommer möchte ich mich mit diesem Beitrag noch nicht verabschieden. Wie es in der Sommerpause und darüber hinaus hier auf dem Blog weitergeht, werde ich in den kommenden Wochen in einem gesonderten Beitrag mitteilen. Schaut also gern immer mal wieder vorbei. Es könnte sich schon in der kommenden Woche lohnen. 

Um das alles hier Rund zu machen hab ich mich nochmal ganz kurz mit Patrick von 1912fm ausgetauscht und seine Meinung zum Spiel eingeholt. 

15.05.22, 17:36:14

Servus Patrick, ich hoffe dir wurde nicht gerade die Urlaubsstimmung verdorben!? bist du schon bereit für eine frische Einschätzung des gerade gesehenen? Oder hast du nach 30 Minuten das Tablet gegen den Stand getauscht?

15.05.22, 17:46:29

Bin am Wasser, korrekt 😄 später gerne

15.05.22, 17:47:10

Ich gönn‘s dir! Meld dich wenn du Zeit und Lust hast. Und viel Spaß weiterhin 😉

15.05.22, 18:55:53

So. Bin jetzt wieder im Haus. Können los legen. Antworten können aber immer Mal dauern

15.05.22, 19:10:31

Gar kein Stress 😎 ich denke wir sind auch eher schneller durch heute. Hast du das Spiel den ganz gesehen?

15.05.22, 19:14:37

Ja hab’s mir ganz angeschaut 👍

15.05.22, 19:15:24

Dann leg mal los. Dein Take zum letzten Spiel der Saison eurer KSV?

15.05.22, 19:22:23

Die Saison endet wie sie begonnen hat. Wir verteidigen katastrophal und gehen einfach nicht auf den Gegenmann. Nach vorne hin sieht alles okay aus aber auch nur bis zum 16er. Ab da werden wir völlig harmlos. 

Zweite Halbzeit hat Kiel nochmal eine Schippe drauf gepackt aber dennoch zu Recht verloren. Hinten pfui, vorne pfui.

15.05.22, 19:29:16

Wir waren auf jeden Fall dankbar für so zahme Gäste. So hatten wir einen ähnlich schönen Saisonabschluss zu Hause wie ihr vergangene Woche.

15.05.22, 19:31:08

So richtig sauer wird aber auch in Kiel keiner sein, oder? Das Ergebnis wird jetzt keine Auswirkungen haben vermute ich. Und den meisten Fans wird es das Wochenende auch nicht verderben.

15.05.22, 19:31:16

Hattest du Kontakt zu mitgereisten Fans?

15.05.22, 19:43:31

Dadurch das Düsseldorf verloren hat bleiben wir auf dem 9. Platz. Das ist vollkommen in Ordnung und jeder Kieler ist nach der Saison damit zu frieden. 

Leider hatte ich kein Kontakt zu jemanden der dort war.

15.05.22, 20:02:05

Ja, sah im TV zumindest danach aus als ob es den Mitreisenden nicht die Laune verdorben hätte 😉

15.05.22, 20:03:59

Viel gibt es zum Spiel ja jetzt tatsächlich nicht zu besprechen. Es war ein warmer Sommerkick zwischen zwei Teams, die ihr großes Ziel schon erreicht hatten.

15.05.22, 20:05:25

Mit welchem Gefühl gehst du jetzt in die Sommerpause? Was überwiegt bei dir? Die Leere, die jetzt Wochenends auf uns wartet oder doch eher die Freude mal nicht über Abstiegssorgen zu grübeln?

15.05.22, 20:08:26

Absolut die Freude das die Saison geschafft ist und am Ende sogar unter den top 10. Einige Highlights wie Siege gegen Bremen, Hamburg und Pauli. 

Bin jetzt schon wieder super gespannt auf die nächste Saison aber freue mich auf ein paar Wochen Ruhe.

15.05.22, 20:19:52

Dann ist das doch ein perfekter Abschluss. Ich dank dir, dass du dir aus dem Urlaub raus nochmal ein bisschen Zeit genommen hast und wünsch dir noch ne gute Zeit am Strand.

15.05.22, 20:21:49

Wir hören uns sicher in der neuen Saison wieder und wer weiß, um was es dann geht 😎 Vielleicht können ja beide Vereine ihre Form konservieren und daran anknüpfen.

15.05.22, 20:25:21

Vielen Dank. Dir auch eine angenehme Sommerpause und bis nächste Saison. Ich freue mich drauf!

#86 – VDS / SV Sandhausen – Holstein Kiel

Saisonabschluss am Hardtwald. Zum letzten Spiel der Saison 2021/2022 empfängt der SV Sandhausen am 15.05.2022, 15.30 Uhr die Störche von Holstein Kiel. Für den Tabellenneunten aus dem hohen Norden geht es nach dem 3:0 Erfolg im letzten Heimspiel nur noch um die Frage ob die Saison auf Platz 9 oder 10 abgeschlossen wird. Mit aktuell 45 Punkten geht nach oben nichts mehr und von unten können nur noch die Düsseldorfer gefährlich werden. Der Sportverein, der aktuell mit 38 Punkten auf Platz 15 steht, kann bei optimalem Verlauf des Spieltags noch auf Rang 12 vorrücken und sich somit in den Profitopf für die DFB-Pokalauslosung spielen. Dafür braucht der SVS einen Erfolg gegen die Störche und muss gleichzeitig auf Schützenhilfe aus Ingolstadt (vs. Hannover), Bremen (vs. Regensburg) und Hamburg (vs. Rostock) hoffen.

Das ist dann aber auch die einzige Konstellation die noch etwas Spannung verspricht an diesem letzten Spieltag. Ansonsten wird das ein entspannter Saisonausklang am Hardtwald der durch den Verein mit einem Fanfest begleitet wird und bei dem es auch zum Ausschank des lange gesammelten Freibiers kommen soll. Zusätzlich dazu versucht der Verein über Ticketvergünstigungen oder gar Freitickets weitere ZuschauerInnen in den Hardtwald zu locken, da man wohl durch die Tabellensituation und den Gegner eher mit geringerem Zuschaueraufkommen rechnet.

Ich hoffe sehr, dass die Mannschaft nochmal wie von Kabaca nach der Niederlage in Paderborn angekündigt, alles reinwerfen wird. Diese Rückrunde mit dem vorzeitigen Klassenerhalt verdient einen entsprechenden Abschluss. Auch die Fans verdienen das. Gerade in Sandhausen wurde man diese Saison nicht mit vielen Leckerbissen verwöhnt und es würde allen gut tuen einen ähnlichen Abschluss zu feiern, wie es die Gäste aus Kiel in der Vorwoche gegen Nürnberg getan haben.

Hierzu nicht beitragen können nach aktuellem Kenntnisstand die Langzeitverletzten Wulle, Kister und Rehnen. Weiterhin an einer Knieverletzung laboriert Cebio Soukou und auch Nils Seufert und Arne Sicker sind noch nicht voll einsatzfähig. Gesperrt fehlt weiterhin Alou Kuol nach seinem Platzverweis gegen Schalke 04. Umso schöner ist es, dass Julius Biada in Paderborn wieder zum Kader gehörte und vielleicht am Wochenende nochmal ein paar Minuten vor heimischem Publikum geschenkt bekommt.

Das Alois Schwartz irgendwelche Experimente startet, habe ich letzte Woche versucht durch Prognosen herbeizureden und gehe diese Woche komplett davon ab. Ich akzeptiere das Alois Schwartz Alois Schwartz ist und finde mich damit ab, dass er keine größeren Wagnisse eingeht als er muss. Und gemessen an den Ergebnissen seit Amtsantritt ist das auch mehr als gerechtfertigt. Natürlich wünscht man sich als Fan vielleicht immer mal wieder etwas mehr Mut oder auch Freude am experimentieren, jedoch steht man eben auch nicht in der Verantwortung wenn etwas schiefgeht. Und da am Sonntag ja tatsächlich, mit dem DFB Pokal Lostopf, noch etwas zu erreichen ist, wird es auch in diesem letzten Heimspiel keine Experimente geben.

Ich erwarte den SVS in der gewohnten und erfolgreichen Grundordnung und bis auf wenige Ausnahmen auch mit gleichem Personal. Da nach unten nichts mehr zu verlieren ist, könnte ich mir etwas mehr Mut in der Offensive vorstellen, was zu einem Wechsel auf dem rechten Flüge führen und Ajdini einen Platz auf der Bank einbringen könnte. Kutucu hat gegen Paderborn direkt frischen Schwung gebracht und könnte in einer offensiven Dreierreihe gemeinsam mit Kinsombi und Bachmann eine enorme Unterstützung für Testroet sein.

Spannend wird sein, welche Spieler am Sonntag von den Verantwortlichen auf dem Feld vor dem Spiel verabschiedet werden bzw. ob es überhaupt zu offiziellen Verabschiedungen kommen wird. In der Vergangenheit wurde ja oft bemängelt das der Umgang des Sportvereins mit scheidenden Spielern nicht der beste ist. Mit diesen Voraussetzungen am Sonntag (Tabellensituation, Gegner, Wetter) gibt es eigentlich keinen besseren Rahmen um diesen Altlasten entgegenzuarbeiten und alle Spieler, die den Verein verlassen auch gebührend vor den eigenen ZuschauerInnen zu verabschieden und Ihnen für das geleistete zu danken. Da die Vertragssituationen beim SV Sandhausen oft nicht an die Öffentlichkeit gelangen, bleibt nur die Spekulation wen man am Sonntag verabschieden könnte.

SpielerVertragsstatus
Felix WiedwaldVertragsende 30.06.2022
Benedikt GraweVertragsende 30.06.2022
Rick WulleVertragsende 30.06.2022
Tim KisterVertragsende 30.06.2022
Julius BiadaVertragsende 30.06.2022
Nils SeufertLeihende 30.06.2022
Ahmed KutucuLeihende 30.06.2022
Alou KuolLeihende 30.06.2022
Alexander EssweinVertragsende unbekannt (Vermutung 2 Jahresvertrag)
Nikolai RehnenVertragsende unbekannt (Vermutung 1 Jahresvertrag)

Gut möglich ist, dass bei einigen noch gar nicht klar ist, wie es nach der Sommerpause weitergeht und es auch sicher im Raum stehen wird, dass eine Weiterbeschäftigung beim SVS als möglich gilt. Daher würde ich ausbleibende Verabschiedungen nicht als sicheres Indiz für einen Abschied der jeweiligen Spieler ansehen. Jedoch würde es das bestehende Bild der sportlichen Leitung, insbesondere nach der Causa Linsmayer im vergangenen Jahr, bestätigen. Hier würden alle Beteiligten gut daran tuen, zumindest bei verdienten Spielern wie Kister, Wulle, Biada oder auch Esswein einen anderen Weg einzuschlagen als den zurecht kritisierten. Ein weitere Punkt also der für das kommende Wochenende etwas Spannung in den Sonntag bringt. Lassen wir uns also überraschen.

Beim Blick in die Vergangenheit gibt es nicht allzu viele Besonderheiten zu erwähnen. Die Bilanz gegen die Störche ist fast ausgeglichen, im Hardtwaldstadion mit leichten Vorteilen für den SVS. Ähnlich sieht es bei den Trainern aus, die sich aufgrund Rapps noch junger Karriere bisher nur im Hinspiel gegenüberstanden und auch bei den Expected Goals gleichen sich die Werte nahezu aus. Einziger, aber sehr bedeutender Vorteil, ist in den Tabellen sichtbar. Hier dominiert überall die KSV. Auch in der Rückrunden – und Formtabelle, in der der SVS in der Rückrunde stetig geklettert ist. Das macht dann letztendlich auch den Unterschied aus und lässt die Kieler als Sieger aus dem Statistikduell gehen.

Historie
Gesamt11 Spiele2 Siege SVS6 Remis3 Siege KSV
Zweite Liga9 Spiele2 Siege SVS4 Remis3 Siege KSV
Hardtwaldstadion5 Spiele 2 Siege SVS2 Remis1 Sieg KSV
Vorteil – Gleichstand

Trainer
Schwartz vs. KSV0 Siege1 Remis2 Niederlagen
Schwartz vs. Rapp0 Siege1 Remis0 Niederlagen
Rapp vs. SVS0 Siege1 Remis0 Niederlagen
Rapp vs. Schwartz0 Siege1 Remis0 Niederlagen

Vorteil – Gleichstand

Tabellen
2. Liga15.SVS38 Pkt.39 Tore53 Gegentore
9.KSV45 Pkt.45 Tore51 Gegentore
Heim/Auswärts16.SVS14 Pkt.16 Tore28 Gegentore
12.KSV18 Pkt.22 Tore28 Gegentore
Formtabelle7.SVS7 Pkt.8 Tore8 Gegentore
5.KSV11 Pkt.8 Tore3 Gegentore
Rückrundentabelle8.SVS24 Pkt.20 Tore17 Gegentore
4.KSV27 Pkt.25 Tore21 Gegentore
Vorteil – KSV

Expected Goals
xGSVSHome1,01
KSVAway1,42
XGASVSHome1,48
KSVAway1,7
Vorteil – Gleichstand

Die Infos über den Gegner aus Kiel kommen heute aus erster Hand vom Patrick Drews aus dem Podcast kiel1912.fm, die schon seit mehreren Jahren regelmäßig über die Störche quatschen. Wie schon Stephan vom Padercast letzte Woche, war auch Patrick bereits in den Vorbericht zum Hinspiel gegen Kiel involviert. Umso schöner, dass er sich ein weiteres Mal bereit erklärt hat mit mir über die Kieler Sportvereinigung Holstein zu quatschen. Wer mehr von und über Patrick erfahren möchte folgt wie immer gerne den Verlinkungen zu Twitter und der Homepage.

10.05.22, 07:51:56

Moin Patrick, schön das du dir die Zeit nimmst. Einige dürften dich noch aus dem Vorbericht zum Hinspiel kennen. Kannst du trotzdem nochmal kurz erzählen was dich mit der KSV verbindet?

10.05.22, 08:01:51

Moin!

Die erste Verbindung entstand 2002 beim DFB Pokal spiel gegen Hertha welches im 11m schießen gewonnen wurde. In der darauffolgenden Saison ginge ich dann immer öfter zu den Spielen und ab dann war es um mich geschehen.

10.05.22, 08:04:37

Eigentlich wollte ich ja auf euren Podcast hinführen 😅 wie kam es denn dazu und verändert so etwas den Blick auf die Mannschaft/den Verein?

10.05.22, 08:08:38

Juli 2016 haben wir den Podcast gestartet, einfach weil wir selber Podcast Fans waren und es noch keinen Podcast zu Holstein gab. Damals waren wir 3. Ligist und unsere erste „Podcast Saison“ endete direkt mit dem Aufstieg, das war natürlich super für uns und half uns schnell zu wachsen. Der Blick auf den Verein und die Mannschaft hat sich nicht groß geändert, wir sind natürlich hauptsächlich immer noch Fans. Wir standen hier und da auch schon in Kontakt mit dem Verein, wissen das einige Mitarbeiter/Trainer uns hören und konnten damals ja zB auch mit als erstes ein Interview mit Ole Werner führen. Solche „Privilegien“ sind natürlich super.

10.05.22, 08:21:52

Das mit Ole Werner ist natürlich mega. Da geht einem als Fan doch das Herz auf. Eigentlich wollte ich da erst später drauf kommen, aber dann lass uns das jetzt anschneiden. Tut die Trennung aus dem Herbst immer noch weh oder hat man das mittlerweile verwunden?

10.05.22, 08:24:34

Da kann ich natürlich nur für mich persönlich sprechen. Ja die Trennung tut noch weh, Ole ist ein feiner Kerl, ein echter Kieler und hatte eine sehr erfolgreiche Zeit mit Holstein. Das er dann zurück tritt, weil es mal nicht läuft und dann direkt in Bremen anheuert hat natürlich ein kleinen Beigeschmack. Die Dankbarkeit überwiegt aber natürlich und ich wünsche ihm den größtmöglichen Erfolg.

10.05.22, 08:43:17

Ist da dann auch ein bisschen stolz mit dabei, wenn ein Kieler Junge den großen SVW wieder in die Erfolgsspur zurückbringt? Die Verbindungen nach Bremen sind ja doch vielseitig (Bartels etc.)

10.05.22, 08:44:48

Stolz kann ich nicht direkt sagen. Ich habe daran ja kein Anteil.  Aber ich freue mich für ihn, das defintiv.

10.05.22, 08:46:37

Ja klar, aber als Fan empfindet man ja des Öfteren etwas, an dem man maximal indirekt beteiligt ist 😂

10.05.22, 08:50:04

Mit Marcel Rapp kam dann als Nachfolger jemand der sein Handwerk nicht unweit von Sandhausen entfernt erlernt hat. Wie stark ist der Kontrast zu einem Ole Werner, wenn da plötzlich ein waschechter „Badenser“ an der Seitenlinie steht?

10.05.22, 08:54:59

Als außenstehender ist der Unterschied nicht sooo Extrem. Klar merkt man das Ole Werner diese klassische norddeutsche Gelassenheit hat und Rapp eher mal „aufgeladener“ wirkt. Aber beide konzentrieren sich sehr auf das sportliche und weniger auf die Außendarstellung. Die Kieler haben sich schnell an Rapp gewöhnt und ich glaube auch Rapp fühlt sich recht wohl bei Holstein.

10.05.22, 09:07:44

Ergebnisse hat er auf jeden Fall geliefert. Von Platz 15. hat er den Verein auf einen einstelligen Tabellenplatz geführt und relativ früh auch den in Herbst drohenden Abstieg abgewendet. Was hat er im Vergleich zu Werner verändert, damit der Abwärtstrend gestoppt werden konnte?

10.05.22, 09:12:02

Spielerisch ging es auf und ab und grade am Anfang hat Rapp viel probiert. Durch viele Verletzungen und Ausfälle hat es nie so richtig funktioniert ein festes Team und ein festes System zu etablieren. Zuletzt spielten wir mit einer 3er/5er Kette und mit einem eher defensiven 6er wurde die Abwehr etwas stabilisiert. Das hat uns geholfen und dazu kamen dann Ergebnisse die so eine Mannschaft dann nochmal pushen. (Siege gegen den HSV, Bremen usw.)

10.05.22, 09:24:43

Ja, wie der SVS auch habt ihr in der Rückrunde den Favoritenschreck gegeben. Punkte wurden eher gegen Tabellennachbarn bzw. Abstiegskandidaten gelassen. Lassen sich aus der Tatsache Schlüsse ziehen? Mag die KSV also auch nicht das Spiel machen zu müssen?

10.05.22, 09:30:54

Ich glaube es liegt nicht unbedingt daran das Spiel machen zu müssen. Es entwickelte sich einfach ein Negativstrudel aus dem es sehr schwer ist rauszukommen. Dazu kommt dann immer wieder das Gefühl, welches letzte Saison auch schon da war. So bald Holstein Kiel etwas zu verlieren hat, geht uns die Flatter und wir brechen ein. Wenn wir quasi nur gewinnen können, blühen wir auf. Eine Saison nach einer gescheiterten Relegation ist eh immer nochmal extra schwer, da muss man nur mal nach Braunschweig und Karlsuhe als Beispiel schauen. Da haben wir uns zum Glück doch noch gut gefangen.

10.05.22, 09:34:19

Ja auf jeden Fall. Apropos Relegation. Kiel ist da absoluter Experte was das angeht. Als mehrfach beteiligter, wie siehst du diese Spiele? Pro oder contra?

10.05.22, 09:38:57

Ich kann nicht leugnen das ich mir diese Spiele selber gerne anschaue da sie sehr spannend sind und ein gewissen Reiz haben. Im Endeffekt gehört die Relegation aber abgeschafft da sie sportlich nicht fair ist und der unterklassige Verein immer ein deutlichen Nachteil hat. Grade bei der Relegation der 1./2. Bundesliga wo dann, wie in unserem Fall, ein Verein mit ca 16 Mio Kader-Marktwert auf ein Vfl Wolfsburg mit 200mio Kader-Marktwert trifft.

Dem höherklassigen Verein wird da nochmal ein Rettungsring zugeworfen und unterklassigen Verein wird ein Stock in die Speichen geworfen.

10.05.22, 09:40:28

Ja seh ich Ähnlich. Der Eventie in mir schreit nach mehr, aber ich weiß schon das es sportlich eigentlich eine Frechheit ist, die die Durchlässigkeit nochmal verschärft. Was ja leider das Ziel der DFL ist …

10.05.22, 09:41:07

Es lässt sich zu gut vermarkten und zu viel Geld damit machen um es abzuschaffen.

10.05.22, 09:42:40

Stimmt schon. Das ist letztendlich der „wichtigste“ Punkt für die Entscheider. Zurück zum sportlichen: Ihr hattet am Wochenende ja schon einen gelungenen Saisonabschluss zu Hause gegen den Club aus Nürnberg. Können wir uns also auf zufriedene Gäste einstellen, die unseren Saisonabschluss nur geringfügig stören werden 😉?

10.05.22, 09:46:27

Ja das letzte Heimspiel der Saison war wirklich nochmal ein schönes Spiel und tat der Holsteiner Seele gut. Die Kieler werden schon zu frieden in Sandhausen auflaufen allerdings werden wir natürlich schon versuchen Platz 9 zu verteidigen. Vom Gefühl her spielen wir aber gegen Sandhausen irgendwie immer schlecht und auch bei dem Spiel rechne ich dem SVS gute Chancen aus.#

10.05.22, 09:48:14

Mit welcher taktischen Ausrichtung und Aufstellung rechnest du? Oder glaubst du das da im letzten Spiel gar nicht mehr so viel wert draufgelegt wird? Tatsächlich fällt es selbst mir schwer, die Spannung hochzuhalten, jetzt wo es „nur“ noch um Platzierungen geht 😅

10.05.22, 09:53:07

Das kann ich überhaupt nicht einschätzen. Ich kann mir vorstellen das wir einigen Spielern nochmal Einsatzzeit geben, die bisher nicht so häufig zum Einsatz kamen. Vielleicht den ein oder anderen Jugendspieler. Vom System her wird es wie gegen Nürnberg ein 3-1-4-2 sein.

10.05.22, 09:54:57

Am Wochenende wurden ja bereits einige Spieler verabschiedet und unter der Woche wurde jetzt der Wechsel von Phil Neumann bekannt. Tun gerade solche Abgänge zu einem direkten, nicht wirklich besseren Konkurrenten besonders weh oder war das für „Insider“ bereits abzusehen?

10.05.22, 09:57:39

Das Neumann zu Hannover 96 wechselt war schon länger ein Thema, das war keine Überraschung. Die Gründe dafür kennt nur er, denn sportlich ist Hannover nun nicht unbedingt attraktiver. Dürfte da eher ums Geld gehen denn Kind hat ja schon öffentlich gemacht das er das Portemonnaie ordentlich öffnet und das Etat ordentlich anhebt.

10.05.22, 10:03:09

Uwe Stöver macht ja bisher gute Arbeit in Kiel. Der Kader der kommenden Saison scheint nach transfermarkt.de auch trotz der Abgänge groß genug zu sein. Gibt es trotzdem Baustellen die in der Sommerpause nachgebessert werden müssen?

10.05.22, 10:04:58

Mit der Ansicht bist du einer von wenigen. Stöver steht schon extrem in der Kritik bei vielen Holsteinern. Ich würde mir nochmal ein guten 6er und ein guten 8er wünschen. Vielleicht auch noch ein Innenverteidiger. Ansonsten kann man mit dem Kader gut in eine neue Saison gehen glaube ich.

10.05.22, 10:06:23

Ach krass, aus der Ferne wirkt das recht harmonisch und auch was die Transfers (Zu – wie Abgänge) angeht, wirkt das alles gut durchdacht. Was wird ihm den aus Fankreisen vorgeworfen?

10.05.22, 10:09:41

Einerseits der Satz das er den Kader besser machen will als er letzte Saison war, war so gut wie unmöglich war wenn man an die Spieler Meffert, Serra und Lee denkt.

Dann Transfers wie Erras, Skrzybski die gefloppt sind auch ein Holtby hatte Startschwierigkeiten.

Ich sehe das alles auch nicht ganz so kritisch wie einige andere aber Online wurde schon diverse male sein Rücktritt gefordert.

10.05.22, 10:13:38

Ja, solche Sätze fliegen dir dann um die Ohren wenn du so startest wie ihr gestartet seid. Ich bin trotzdem gespannt, wie ihr in die nächste Saison geht. Was glaubst du was möglich ist und welches Ziel ausgegeben werden wird?

10.05.22, 10:15:33

Puh in der 2. Bundesliga ist es super schwer etwas vorherzusagen. Jede Saison ist ja echt alles möglich. Ich habe die Hoffnung das wir, durch wenig Wechsel in der Mannschaft, eine gute eingespielte Truppe auf dem Platz haben. Das ist oft ein Vorteil.

Als Ziel wird, wie immer, die Etablierung in der 2. Bundesliga ausgerufen.

10.05.22, 10:20:55

Die zweite Liga wird trotz namenhafter Abgänge nichts an ihrem Reiz verlieren, dass stimmt. Aber mit einer eingespielten Truppe sind Vereine wie Kiel, Nürnberg oder Paderborn sicher (Geheim) Favoriten auf das obere Tabellendrittel. Gerade wenn die Absteiger tatsächlich neben Fürth nur noch Bielefeld ist. Glaubst du die KSV kann nächste Saison überraschen?

10.05.22, 10:22:22

Das wäre natürlich schön. Ich gebe mich aber auch schon mit einer ganz entspannten Saison zu frieden. Alles außer Abstiegskampf nehme ich gerne 😀

10.05.22, 10:44:54

Uns würde hier auch eine Saison im gesicherten unteren Mittelfeld ausreichen in der relativ wenig Abstiegssorgen herrschen. Die Sehnsucht Niemandsland findet man nur leider in der zweiten Liga fast gar nicht mehr 😅

10.05.22, 10:46:26

Lass uns mal kurz weg von der KSV. Wie siehst du den SVS? Mittlerweile verbringen beide Vereine ja schon einige Jahre gemeinsam in der gleichen Liga und da kommt man ja nicht drum rum irgendwann eine Meinung zu den ständigen Gegnern zu haben 😅

10.05.22, 10:49:38

Für mich ist der SVS immer eine graue Maus die mich aber immer wieder überrascht. Oft gute Transfers und wirklich beständig in der zweiten Liga. Dazu das kulinarische Highlight des Ketchup-Eimers an der Fressbude im Gästeblock. Sandhausen ist wie so ein unbekannter Partygast. Keiner weiß wer es ist, woher er kommt aber irgendwie gehört er zu einer guten Party dazu.

10.05.22, 10:55:09

Schöner Vergleich, den nehm ich gerne so an. Wirst du am Sonntag auch im Stadion sein oder verfolgst du das Spiel im TV?

10.05.22, 10:57:07

Das Spiel werde ich während meines Dänemark Urlaubs am TV genießen.

10.05.22, 10:59:19

Oh das klingt ja mega. Wobei das von euch ja auch gar nicht mehr so weit ist, ne? Trotzdem natürlich viele Spaß und Erholung. Darf ich dich nach dem Spiel trotzdem nochmal kur wegen einer schnellen Einschätzung nerven 😉?

10.05.22, 10:59:47

Vielen Dank! Na klar, einfach melden. Das kriegen wir schon hin.

10.05.22, 11:00:46

Perfekt. Dann lass uns das Ding hier mal langsam nach Hause bringen. Was ist dein Tipp für das Gastspiel der KSV am Sonntag im Hardtwaldstadion?

10.05.22, 11:01:36

Ich denke es wird ein unschönes 1:1. Das würde irgendwie passen.

10.05.22, 11:02:55

Dann hoff ich mal, dass du komplett daneben liegst 😉 Ich persönlich würde mir zum Abschluss unserer tristen Heimsaison nochmal ein paar Tore und vor allem einen Sieg wünschen. Deshalb geh ich mutig auf ein 4:1 für den SVS 💪😅

10.05.22, 11:03:43

Patrick, vielen Dank für das nette Gespräch und dir eine gute Restwoche vor dem Start in den Urlaub. Solltest du noch was loswerden wollen, ist das hier jetzt deine Bühne 😉

10.05.22, 11:05:31

Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche ein schönes Spiel und eine angenehme Sommerpause. Freue mich aufs nächste mal.

An alle Leser, bleibt Gesund und lasst es euch gut gehen.

Bis zum nächsten Mal!

10.05.22, 11:09:40

Mach´s gut ✊

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