#105 – 3. Spieltag: SV Sandhausen – Fortuna Düsseldorf

Das Spiel 

Zum Auftakt des dritten Spieltags in der zweiten Fußballbundesliga empfängt der SV Sandhausen am 5.8.2022 um 18:30 Uhr den Tabellenführer aus Düsseldorf. Die Fortuna steht nach zwei Siegen in zwei Spielen ungeschlagen an der Tabellenspitze und möchte gegen den Tabellenzehnten aus Sandhausen seine Spitzenposition festigen. Die Gastgeber konnten am vergangenen Wochenende ihre Pflichtaufgabe beim Nord-Regionallisten BSV SW Rehden souverän mit 4:0 meistern. Auch die Fortuna aus Düsseldorf zog am Ende ungefährdet durch ein 1:4 den Offenbacher Kickers in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Der vergangene Spieltag 

Pflichtaufgabe souverän gemeistert. Anders kann man den Auftritt des SV Sandhausen im niedersächsischen Rehden am vergangenen Sonntag nicht beschreiben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, diente der 0:1 Treffer von Janik Bachmann als Dosenöffner, um das Spiel noch vor der Pause mit 0:3 quasi zu entscheiden. 

Bis zu diesem Wirkungstreffer fiel es dem SVS jedoch schwer sich gegen die dicht gestaffelt Defensive des Gegners in aussichtsreich Abschlusspositionen zu bringen. Trotz eines engagierten und beweglichen Ahmed Kutucu in der Spitze waren Anspielstationen in den ersten 25 Minuten Mangelware. Immer wieder mussten die für den Aufbau elementaren Dario Dumic und Alex Zhirov den langen Ball auspacken, der jedoch meist im Handumdrehen wieder bei Ihnen ankam. Auch war es in den Anfangsminuten interessant zu beobachten, dass der Regionalligist immer wieder mutig und teilweise auch erfolgreich versuchte, die Sandhäuser Defensive mit Nadelstich in Bredouille zu bringen. 

Durch den Führungstreffer wurde das Kräfteverhältnis jedoch schnell zurechtgerückt und der SVS konnte aufgrund seiner doch deutlich höheren Qualität bis zur Halbzeit durch weitere Treffer von Kutucu und Bachmann ein letztendlich verdientes 0:3 herstellen. Das der SVS das spielbestimmende Team war  lässt sich nicht nur an  subjektive Wahrnehmung, sondern auch an Statistiken wie der Passstatistik festmachen. Mit 600 Pässen, davon 500 die ankamen, spielte der SVS fast doppelt so viele Pässe wie die Gastgeber aus Rehden. In der zweiten Hälfte verflachte das Spiel nach dem frühen Treffer von Alexander Zhirov zunehmend. Zwar versuchte Alois Schwartz mit,  für seine Verhältnisse, frühen Wechseln noch mal frischen Wind ins Spiel zu bringen, was jedoch oft nicht über den Versuch hinausging. 

Spieler wie Bashkim Ajdini, aber auch Ömer El Zein, die in der Schlussviertelstunde auf ihre ersten Minuten in der aktuellen Spielzeit kamen, war anzusehen das sie Werbung in eigener Sache machen wollten. Vor allem die beiden sind für mich herauszuheben, da sie doch relativ viel Bewegung ins Spiel brachten und neben Janik Bachmann und Ahmed Kutucu für mich als positive Dinge hängen bleiben. Gerade Kutucu, der als unermüdliche Arbeiter in vorderster Reihe versuchte anspielbar zu bleiben und immer wieder an gefährlichen Situationen beteiligt war, konnte das Pokalspiel nutzen. 

Sucht man die Nadel im Heuhaufen, so lässt sich weiterhin das Offensivspiel bemängeln. Sicherlich ist es nicht einfach gegen einen so tief stehenden und reaktiven Gegner zu agieren. Jedoch erwartet man von einem Zweitligisten in einem solchen Spiel mehr Lösungsmöglichkeiten als die, die man am Sonntag gesehen hat. Wieder einmal waren Standards der Schlüssel zum Erfolg. Und gerade durch die Verpflichtungen im vorderen Drittel wie Kinsombi, Pulkrab, Kutucu und auch Ochs hatte man sich dort etwas mehr Kreativität und Ideen versprochen. Gerade Ochs konnte am Sonntag seine Chance nicht nutzen und somit auch keine Punkte im Kampf mit Christian Kinsombi auf dem linken Flügel sammeln. Allgemein wird  das Themenfeld offensive Lösungsmöglichkeiten weiterhin die größte Baustelle im Aufgabengebiet von Alois Schwartz bleiben.

Alles in allem lässt sich für den Ausflug des SV Sandhausen nach Niedersachsen jedoch ein wirklich positives Fazit ziehen. Für einen Verein wie den SVS ist eine souveräne Erledigung einer solchen Aufgabe nicht selbstverständlich, was die Vergangenheit bereits das ein oder andere Mal gezeigt hat. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die aktuelle Mannschaft tatsächlich einen Schritt weiter und damit vielleicht auch dort ist, wo man sie sich erhofft hat . Man hatte trotz einiger Rehdener Angriffsbemühungen nie die Sorge, dass das Spiel verloren gehen könnte. 

Gegen Düsseldorf wartet nun ein komplett anderes Spiel auf die Kurpfälzer. Hier wird man sich wieder auf seine Tugenden berufen und dem Gegner weitestgehend das Spiel überlassen. Wie gegen Bielefeld auch, wird es das Ziel sein den Spielaufbau der Düsseldorfer so gut es möglich ist zu stören und aus daraus entstehenden Möglichkeiten schnelle Gegenangriffe zu kreieren. Es bleibt zu hoffen, dass wir am Freitag am Hardtwald das Gesicht der Mannschaft sehen dass sie gegen Bielefeld gezeigt hat und nicht die Lethargie, die gerade in der Anfangsphase in Darmstadt zu Tage trat.

Die besondere Statistik 

Beim Blick in die Vergangenheit zeigt sich, dass das Duell zwischen den Fortunen und dem Sportverein in den seltensten Fällen einen deutlichen Ausgang fand, sondern meist eher knapp entschieden wurde. In 7 von 14 Duellen konnte sich eine der beiden Mannschaften mit nur einem Tor Unterschied durchsetzen. Auch gab es erst 2 Unentschieden in den 7 Zweitligajahren in denen beide Mannschaften aufeinandertrafen. 

Die besondere Statistik ist jedoch eine andere. In knapp 70% aller Spiele (10/14) gewann die Mannschaft, die das erste Tor schoss, dass jeweilige Spiel dann auch zu Null. Nur in knapp 15% der Duelle (2/14) konnte der Gegner das Spiel mit einem Treffer das Spiel etwas offener gestalten. 

Ebenfalls auffällig ist beim Blick auf die vergangenen 14 Partien, dass alle Erfolge der beiden Teams, die mit mehr als einem Tor Vorsprung endeten (35%, 5/14), auswärts stattfanden. Sollte der SVS also am Freitag mit 1:0 in Führung gehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Spiel auch so endet. Auf der anderen Seite jedoch würde ein 0:1 der Fortuna nichts Gutes verheißen und die wettaffinen Menschen unter euch eventuell dazu verleiten einen Livetipp auf einen Handicap-Sieg des Gastes zu setzen. 

Ein Blick auf den Gegner 

Ein Ziel dieses Blogs war und ist es ja auch immer die gegnerischen Vereine besser kennenzulernen. Bei den Gästen aus der Rheinmetropole darf ich mich heute bei Dagmar Starke bedanken, auf die ich in der großen Saisonvorschau des MillernTon Podcasts aufmerksam geworden bin. Auf Twitter ist Sie unter @dagmar_starke aktiv, wo sie sich nicht nur mit ihrer Fortuna beschäftigt, sondern sich auch zu politischen Themen rund ums Gesundheitswesen äußert. Wer nach dem Interview noch mehr von Dagmar zur Düsseldorfer Fortuna hören möchte, ist hiermit auf Folge 3 des MTmeets22 verwiesen. Ich freu mich, dass Sie sich trotz vollem Terminkalender die Zeit genommen hat, um meine Fragen zum kommenden Gegner des SVS zu beantworten. Viel Spaß.  

Die Fortuna legt aktuell einen Auftakt nach Maß hin. Zwei Siege in der Liga gegen einen starken Aufsteiger und einen Geheimfavoriten wenn ́s um die vorderen Plätze geht. Dazu die souverän abgearbeitete Pflichtaufgabe in Runde 1 des DFB-Pokals. Gibt es als Fan der Fortuna aktuell überhaupt Dinge, über die man sich beschweren kann?

Aus rein sportlicher Sicht erst einmal nicht, wobei man sicherlich abwarten muss, wie die Neuverpflichtungen sich bewähren. Was jedoch aus fanpolitischer Sicht „etwas“ aus dem Blick verloren gegangen ist, sind die folgenden Punkte:

  • Die ehemaligen Vorstandsmitglieder Röttgermann und Koke haben 2020 die Stadionallianzen NRW unterzeichnet. Während der Austausch und die Abstimmung zwischen Polizei und Vereinen in den Vordergrund gestellt wird, was es im Übrigen auch vorher schon gab und keines Papiers bedurft hätte, werden Fußballfans unter einen Generalverdacht gestellt. Gerade die Kriminalisierung von Bannern schränken die Fußballkultur ein, führen zu übermäßigen Polizeieinsätzen, wenn etwa Transparente gegen die WM in Qatar gezeigt werden wie bei dem Länderspiel in Mönchengladbach und darauf ein Zugriff erfolgt und Fans vorläufig in Gewahrsam genommen und angezeigt werden. Vor dieser Unterzeichnung gab es bereits die Zusammenarbeit mit der Polizei und insbesondere den szenekundigen Beamten.

  • Die WM in Qatar: Der Verein hat auf der Mitgliederversammlung im April 2022 ein Statement zu einem Boykott verabschiedet. Die deutliche Sprache ist erst durch Initiative engagierter Mitglieder zustande gekommen. Aber damit dürfen wir uns nicht zufriedengeben: die neuesten Berichte über die prekären und unwürdigen Arbeitsverhältnisse u.a. auch in der Unterkunft der deutschen Mannschaft müssen genauso angesprochen und kritisiert werden.

  • Beteiligung der Fanszene: vor einigen Jahren sind die Fans aktiv in die Trikotgestaltung einbezogen worden, hier erleben wir zurzeit m.E. einen Rückschritt.

  • Seit Bezug der Arena gab es selbstverwaltete Blöcke, dabei muss es bleiben, ebenso wie bei den Stehplätzen und den werbefreien Bereichen auf der Südtribüne. Eine Einigung zwischen Vorstand und Fanszene bis 2023 ist kein klares Bekenntnis dazu, vielmehr ist es dazu angetan bei „Fehlverhalten“ – vielleicht sogar im Sinne des Geistes der Stadionallianzen – als Sanktionsgegenstand zu dienen.

Gefühlt hat sich der Kader in Düsseldorf kaum verändert. Schaut man jedoch genauer hin, haben mit Narey, Piotrowski, Hartherz, Prib und Bodzek schon einige Einsatzminuten die Mannschaft verlassen. Dagegen stehen mit den Rückkehrern Ampomah, und Kownacki, sowie den Verpflichtungen von Uchino und Böckle und der Leihe von Bah nur 5 Neuverpflichtungen. Wie weit ist der Kader der Fortuna und wo gibt es noch Nachholbedarf?

Erst einmal scheint es so, dass der Abgang von Narey kompensiert werden konnte. Bodzek ist ein wahrer Verlust, seine Konstanz und (sicher manchmal schmerzhafte) Kompromisslosigkeit wird zumindest mir fehlen. Er bleibt uns aber bei unserer Zwoten noch mindestens ein Jahr erhalten. Kownacki hat in Magdeburg und auch bei seiner Einwechslung gegen Paderborn ein gutes Spiel gemacht, ich hoffe, er ist angekommen. Uchino ist verletzt, Böckle war erkrankt, von daher vermag ich dazu noch nichts sagen. Mir wäre eine Verstärkung auf der rechten Seite wichtig, da mit Matthias Zimmermann ein Garant verletzt ausfällt –phasenweise wirkte er letztes Jahr z.T. überspielt, eine Alternative wäre sicher gut, wobei Felix Klaus es bis jetzt gut gemacht hat.

Daniel Thioune, der im Februar von Christian Preußer übernahm, weist aktuell den besten Punkteschnitt eines Fortuna Trainers auf seit Enver Maric 1998 die Saison beendete. Warum passt es zwischen dem Niedersachsen und dem Verein aktuell so gut? Was macht er besser als sein Vorgänger, der jetzt immerhin die Verantwortung für die Dortmunder U23 übertragen bekam.

Ich nehme an, es ist seine Art mit der Mannschaft zu sprechen, er ist ausdrucksstark, scheint die Mannschaft gut einzustellen, was sicher am gesamten Stab liegt. Und er scheint seinen Co-Trainern zuzuhören. Alleine die Besprechung mit den Co-Trainern in der Halbzeitpause direkt auf der Bank machte auf mich den Eindruck eines Austauschs auf Augenhöhe. Die Fitness scheint zu stimmen und die Mannschaft scheint moralisch gestärkt, nach Rückstand sich nicht in einen Hühnerhaufen zu verwandeln. Zudem erreicht er manche Spieler scheinbar besser oder setzt sie entsprechend ihrer Stärken ein. Kownacki und Tanaka haben in den ersten Spielen der neuen Saison gezeigt, was in ihnen steckt. Bei Preußer hatte ich die Hoffnung, dass er gerade die jungen Spieler fördert und erreicht, das war leider eher nicht der Fall. Insgesamt war er vielleicht zu unerfahren für die 2. Liga. Schauen wir mal, was er in Dortmund bei der U23 erreicht.

Die vergangene Saison war aufgrund der verkorksten Hinserie nicht das, was man am Rhein erwartet hatte. Mit Thioune kam dann die Wende und seitdem auch erst eine Niederlage am letzten Spieltag gegen den FC St. Pauli. Solche Statistiken machen einen ob man will oder nicht zu einem Favoriten. Was ist deiner Meinung nach drin für die Fortuna in dieser Saison?

Abwarten, ich mag zwar Statistiken in meinem Berufsleben, aber nicht im Fußball. Wie heißt es so schön: Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

Auffällig ist, dass die Fortuna unter Thioune nicht auf nur ein System festgelegt ist. 4-4-2 mit Doppel 6, klassisches 4-2-3-1 oder aber auch ein offensives 4-3-3 hat die Mannschaft im Repertoire. Woran orientiert sich die Fortuna in der Systemfrage und mit welcher Formation ist beim Auswärtsspiel in Sandhausen zu rechnen? 

Unsere Spielanalytiker werden schon einen individuell auf Sandhausen abgestimmten Plan mit unserem Trainerteam eruiert haben. Wie dieser genau aussehen wird, kann ich nicht sagen.

Mit Marcel Sobottka, Andre Hoffmann, Rouven Hennings, Shinta Appelkamp und auch Torhüter Florian Kastenmeier hat die Fortuna eine Achse an Stammspielern, die alle schon 3 Jahre oder länger im Verein sind. Sowas schafft nicht nur Stabilität im sportlichen, sondern gibt auch den Fans sicher genug Anknüpfungspunkte zur Identifikation. Wie wichtig sind solche Spieler in Düsseldorf für die Fans und das Umfeld?

Für die Fans sind insbesondere solche Spieler wichtig, die sich mit Fortuna identifizieren, davon haben wir einige „Legenden“ wie Lumpi Lambertz, Axel Bellinghausen, Oliver Fink oder Jens Langeneke im Verein. Das beantwortet deine Frage nicht im Bezug auf die genannten Spieler, beschreibt aber vielleicht, dass für uns gerade die Spieler, die sich für den Verein zerreißen und eine Perspektive über die aktive Spielerkarriere hinaus verfolgen, so schätzen. Shinta kommt zudem aus unserem NLZ und ist als sogenanntes „Eigengewächs“ etwas Besonderes. Und nicht zuletzt erleben wir durch ihn, Tanaka und Uchino wieder mehr Aufmerksamkeit aus unserer japanischen Gemeinde, das hatten wir in der Form zuletzt mit Usami und Haraguchi.

Im Januar gab es bei der Fortuna nicht nur einen Wechsel auf der Trainerbank, sondern auch einen Umbruch in der Führungsetage. Wie siehst du die Vorstands – bzw. Managementebene in Düsseldorf um Jobst, Allofs, Rösler und Weber? Was genau führte zu großen Rochade im Januar/Februar 2022?

Eine ganz lange Geschichte, um die es eine Menge Spekulationen gibt. Zum einen sind die Fragen um die Demission von Robert Schäfer (!) bis heute vom Aufsichtsrat nicht beantwortet. Es hat auf mich den Eindruck gemacht, als hätte er unbedingt gehen müssen, obwohl er der erfolgreichste Vorstand der vergangenen vier Jahrzehnte war. Als er zu uns kam, standen wir mit mindestens einem Bein schon in Liga 3. Als er gehen musste, standen wir 3 Punkte hinter einem Europaplatz und 16! Punkte vor dem Relegationsplatz zur 2. Liga. Im Handumdrehen war dann plötzlich Röttgermann da, der zu keinem Zeitpunkt zur Fortuna gepasst hat, weder die Fortuna noch die Düsseldorfer Fanszene oder irgendwas verstanden oder sich auch nur dafür interessiert hat. Erfolg, Spirit und Finanzvolumen haben sukzessive abgenommen. Mein Eindruck war, dass er schon mit dem mehr als holprigen Start und der Affäre um die App und „panisch“ gelöschten Emails auf dem Abstellgleis stand, das wäre wohl zu teuer gewesen. Uwe Klein war m.E. ein Bauernopfer, große Teile der heutigen Mannschaft sind in seiner Zeit verpflichtet worden. Dass die Mannschaft unter Preußer nicht gut bzw. konstant funktioniert hat, war nicht seine Schuld. Aber zwei Sportvorstände waren von Anfang an zum Scheitern verurteilt und Allofs wurde schon immer als Heilsbringer angesehen. Die außergewöhnlich enge Beziehung auch im Privaten und der Ehefrauen zwischen Röttgermann und Allofs stach enorm hervor und wurde bei der Freistellung seitens des Aufsichtsrat von Röttgermann durch die Reaktion von Allofs nochmal tatkräftig bestätigt. Jobst hat auf Schalke wenig Gutes hinterlassen, wurde nicht entlastet. Bei uns hat er sich bisher selten öffentlich zu Wort gemeldet, was hinter den Kulissen läuft, vermag ich nicht zu beurteilen. Rösler ist sicher als Teammanager für die Mannschaft  wichtig, gehört auch zu denjenigen, die sich zerrissen haben für die Fortuna und geblieben sind. Christian Weber hat nach der aktiven Karriere bei uns, die er auch in der Zwoten beendet hat, zielstrebig das Studium absolviert und war prädestiniert für diese Position – und es scheint im Zusammenspiel mit Allofs zu klappen, das ist in der jetzigen Konstellation wesentlich. Ansonsten hoffe ich immer noch auf mehr Transparenz gegenüber uns Mitgliedern, um mich bei solchen Fragen nicht in Spekulationen verlieren zu müssen.

Wenn du den Spielverlauf für Freitag vorhersagen müsstest, was für ein Spiel sehen wir und wie geht es aus?

Ich bin gespannt. Meist sind Spiele gegen euch und insbesondere in Sandhausen schwierig. Ihr habt euch in der zweiten Liga festgebissen, seid meist nicht einfach zu bespielen, zäh. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann eine souveräne Fortuna, die ihr Spiel aufziehen kann und klar mit drei Punkten vom Platz geht. — Ich tippe nie!

3 Fragen zum SVS von … Dagmar Starke  

Was betreibt der SVS um junge Fans in der Region zu begeistern, um diese nicht an Vereine mit großem Namen wie die Eintracht, Lautern oder Stuttgart zu verlieren?

Ganz klar zu wenig. In diesem Bereich hat der SV Sandhausen auf jeden Fall noch reichlich Entwicklungspotenzial. Nicht nur was das Werben um junge Fans angeht, sondern um ZuschauerInnen im Allgemeinen. 

Hier sind wahrscheinlich nicht mal die Eintracht oder der VfB die größten Konkurrenten, sondern die benachbarten Fußballer vom Waldhof oder der TSG, die Eishockey Spieler der Adler, die Basketballer der MLP Academics oder auch die Handballer der Rhein Neckar Löwen. Man merkt dem SV Sandhausen an, dass es sich um einen Verein handelt, der seine sportlich erfolgreichste, beziehungsweise überregional sichtbarste Zeit hatte, als die große Mehrzahl an ZuschauerInnen ihren Herzensverein bereits gefunden hatten. 

Auch deshalb wäre es umso wichtiger, dass der Verein vor allem bei den jüngsten versucht, an Sichtbarkeit zu gewinnen. Besondere Aktionen sind mir außerhalb der Fußball-Feriencamps und einigen Testspielen in der Region zu Vorbereitungsbeginn, nicht bekannt. Zum letzten Spieltag der vergangenen Saison gab es eine Aktion mit vergünstigten bzw. freien Eintrittskarten für Kinder und Jugendliche, die jedoch in ihrer Einzigartigkeit keinen merklich Einfluss auf die Zuschauerzahl nehmen konnte.

Welche unterschiedlichen Gruppierungen gibt es bei euch in der Fanszene?

Hier hoffe ich jetzt keine Fehler zu machen und niemanden zu vergessen beziehungsweise niemanden zu benennen den es gar nicht gibt. 

Meines Wissens besteht die aktive Fanszene des SV Sandhausen zum großen Teil aus der Ultragruppierung Szene 1916, die zum großen Teil auch allein verantwortlich für die Stimmung im Hardtwaldstadion und bei Auswärtsspielen zeichnet. Wie alles beim Sportverein aus der Kurpfalz ist natürlich auch diese Gruppierung kleiner als bei anderen Vereinen. Nichts desto trotz versuchen die Jungs und Mädels der Szene immer wieder auch wichtige Punkte anzusprechen und auf gewisse Verfehlungen hinzuweisen. Auch der Auswärtssupport wäre ohne diese Gruppe wahrscheinlich kaum vorhanden. Gerade im letzten Auswärtsspiel in Darmstadt, konnten mit knapp 500 Gästefans, gemessen an der Zuschauerzahl die bei Heimspielen erreicht wird, eine Quote von fast 20 % AuswärtsfahrerInnen erreicht werden, was  wieder auch nur wenige Szenen im Land schaffen. Ich persönliche empfinde die Ultras hier in Sandhausen als wichtige Bereicherung der Fanlandschaft.

Ansonsten besteht die Fanschaft des SVS aus mehreren Fanclubs und „normalen“ ZuschauerInnen, die zum einen sicher schon immer zum SVS gegangen sind und zum anderen sicher aus einem großen Teil aus interessierten besteht, die die zweite Liga vor der Haustür sehen wollen.  Hier ist der klassische Sportplatz Besucher noch eher zu finden, als in anderen Stadien. Durch die Professionalisierung des Vereins mit Beginn des neuen Jahrtausends hat sich auch eine neue Art des Unterstützens in Sandhausen entwickelt, die ähnlich wie der Verein selbst einfach Zeit braucht um annähernd Strukturen aufweisen zu können wie bei Vereinen die schon seit ja seit vielen Jahrzehnten in diesen Sphären unterwegs sind.

Engagiert sich die aktive Fanszene auch aktiv im Verein, z.B. Gestaltung Vereinsheim, Satzung, politische Themen? 

Da ich selbst kein Mitglied der aktiven Fanszene bin und das Geschehen und um den SVS auch noch nicht allzu lange in dieser Form begleite, kann ich sicherlich keine all umfassende Antwort geben. 

Meines Wissens ist die aktive Fanszene in Sandhausen relativ autonom zu betrachten und nicht in die aktive Vereinsarbeit eingebunden. Hier lasse ich mich aber auch gerne eines Besseren belehren. Auch weiß ich nicht ob diese Tatsache den Fans geschuldet ist, die nicht mit dem Verein zusammenarbeiten wollen oder aber dem Verein, der die Fans nicht mit einbeziehen möchte. 

Was ich weiß ist, dass der Verein einen Vertreter der Fans in die Vorstandschaft berufen hat, um die Kommunikation zwischen der Vereinsführung und den aktiven Fans beziehungsweise den Fans in der Kurve zu intensivieren. Dazu ergänzend gibt es auch schon seit mehreren Jahren eine gut funktionierende Fanbetreuung, die immer ansprechbar ist und versucht die Stimmung unter den Fans aufzufangen und dementsprechend dann auch agieren beziehungsweise reagieren zu können

Voraussichtliche Aufstellungen

So könnte der SV Sandhausen auflaufen:

So könnte Fortuna Düsseldorf auflaufen:

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