#94 – Neu im Hardtwald: David Kinsombi

Während Konkurrenten wie Hannover 96 die Rolle des Sportvereins aus früheren Transferperioden übernehmen und fast täglich neue Transfers vermelden, ist der SV Sandhausen in diesem Sommer sehr bedacht und auch gezielt auf dem Transfermarkt unterwegs. Bis zum Trainingsstart vergangene Woche stellte der Sportverein „nur“ 3 neue Spieler vor. Nachdem wir Matej Pulkrab bereits beleuchtet haben, schauen wir uns Neuzugang Nummer 3 heute genauer an: David Kinsombi wechselt ablösefrei aus Hamburg vom HSV an den Hardtwald. 

Zur Person: 

Geboren am 12.12.1995 in Rüdesheim geboren, fand er seinen Weg ins Mainzer Nachwuchsleistungszentrum im Alter von 15 Jahren über Germania und Wehen Wiesbaden, wo er zuvor ausgebildet wurde. Über die Mainzer U17 sowie U19 empfahl er sich als Stammspieler und Kapitän unter dem heutigen Hertha Trainer Sandro Schwarz für die deutsche U18 Nationalmannschaft, für die er 3 Spiele absolvierte. 

Der Karriereweg: 

Die Leistungen in den Juniorenteams blieben nicht unentdeckt, so dass Kinsombi unüblich für Mainzer Jugendspieler den Weg nicht über die eigene Bundesligamannschaft suchte, sondern ein Angebot der Frankfurter Eintracht annahm, die ihn zur Saison 2014/2015 mit einem Profivertrag ausstatteten und über die U23 an die erste Mannschaft ranführen wollten. Was letztendlich dazu führte, dass es in 1,5 Jahren am Main nur zu 4 Einsätzen in der Bundesliga reichte und auch ein Einsätze in der U23 nicht zu finden sind, ist nicht mehr zu recherchieren. Fakt ist, dass zur Winterpause 2015/2016 bekanntgegeben wurde, dass Kinsombi im Sommer zum Karlsruher SC wechseln und bis dahin an den SC Magdeburg in die 3 Liga verliehen wird. Nach einem guten halben Jahr im Osten, wo er sich als Stammspieler in der Innenverteidigung etablieren konnte, folgte das erste Jahr als Stammspieler in Liga zwei beim Karlsruher Sportclub. Als junger Innenverteidiger konnte er jedoch in 26 Einsätzen nicht verhindern, dass der Traditionsclub aus der Fächerstadt am Ende der Spielzeit wieder mal in die 3 Liga absteigen musste. 

Kinsombi ging den Weg eine Liga tiefer nicht mit, sondern heuerte In Kiel bei der dortigen KSV an. Von Trainer Markus Anfang aus der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld beordert erkämpfte er sich sofort einen Stammplatz und scheiterte am Ende nur knapp mit seinem Team in der Aufstiegsrelegation am VFL Wolfsburg. Unter Tim Walter, der Kinsombi in der Folgesaison sogar noch weiter nach vorne zog, entwickelte sich David zur absoluten Leitfigur im Kieler Spiel, was ihn auch für größere Klubs interessant werden ließ. Trotz eines Schienbeinbruchs den er sich im Wintertrainingslager 2019 zuzog, verpflichtete der HSV Kinsombi für 3 Millionen Euro zur Saison 2019/2020. 

In nun 3 Jahren in Hamburg, sammelte Kinsombi insgesamt 83 Einsätze, bei denen er 11 Tore erzielte, sowie 11 Vorlagen gab. Hauptsächlich setzten ihn die diversen Trainer beim ehemaligen Bundesliga-Dino im zentralen Mittelfeld ein. Unumstrittener Stammspieler wurde er an der Elbe jedoch nie. Gerade in der vergangenen Spielzeit, nahmen seine Einsatzzeiten immer mehr ab. Ein Abschied, der sich bereits im Sommer zuvor andeutete und nun mit einem Jahr Verzögerung vollzogen wurde.

Und jetzt Sandhausen: 

Hätte David Kinsombi in Hamburg die Leistung gezeigt, die sich die Verantwortlichen von ihm erhofft hatten, wäre er jetzt nicht in Sandhausen. Das muss man am Hardtwald akzeptieren. Aber ich denke das tut man auch. Nicht von Nachteil wird sein, dass sein kleiner Bruder Christian in der vergangenen Saison und vor allem unter Alois Schwartz einen großen Schritt nach vorne gemacht hat und dadurch sicher viel positives über den SVS zu berichten wusste. Auch wenn David bei seiner Vorstellung anmerkte, dass sein Bruder erst spät in die Pläne eingeweiht wurde und somit keinen Einfluss auf die Entscheidung hatte. Ich bin mir sicher, dass zumindest ein – zwei Worte zwischen den beiden gewechselt wurden, bevor der Vertrag unterschrieben wurde. 

Für den SV Sandhausen könnte die Verpflichtung ein echter Königstransfer werden. Wenn die kolportierten Summen und Daten stimmen erhält man mit David Kinsombi einen absoluten Führungsspieler, der sein Niveau schon mehrfach am oberen Ende der zweiten Liga bewiesen hat zum Nulltarif und mit einem Vertrag über 3 Jahre. Mit 27 Jahren befindet er sich wirklich im besten Fussballalter und könnte auf der Position im Zentralen/Offensiven Mittelfeld neben Tom Trybull zum Herzstück einer Mannschaft reifen, die vielleicht gerade am Anfang ihrer Entwicklung steht.

Mit seiner fußballerischen Klasse, die er sowohl in Kiel, also auch in Hamburg bewiesen hat, würde er fast jeder Mannschaft der zweiten Liga guttun. Dem SV Sandhausen aber noch ein kleines Stückchen mehr. Wenn es an der Mannschaft in der vergangenen Rückrunde etwas über maßen zu kritisieren gab, war das die Kreativität bzw. Flexibilität in der Vorwärtsbewegung. Ähnlich formulierte es auch Alois Schwartz auf der Homepage des SVS, wo er über den Neuzugang folgendes sagte: „David Kinsombi ist ein ballsicherer, kreativer Offensivspieler, der unserem Spiel nach vorne guttut. Bereits in jungen Jahren hat er als Kapitän bei Holstein Kiel Verantwortung übernommen, auch deswegen passt er mit seiner Einstellung sehr gut zum SV Sandhausen“. Gerade letzteres ist mit dem Wegfall Pascal Testroet nochmal ein Stück wichtiger geworden. Somit hat man direkt im vorderen Drittel des Spielfelds einen Spieler, der das Zeug zum Anführer hat und neben Diekmeier, Dumic und Drewes auf dem Platz auch mal die Führung übernehmen kann. Gerade seine Flexibilität in der Mitte des Spielfelds kann in einer langen Saison ein entscheidender Vorteil sein. Auch weil das Spiel des SVS wohl auch in der kommenden Saison grundsätzlich defensiver angelegt sein wird, wie bei vielen anderen Vereinen. Alois Schwartz wird sich ganz sicher nicht der Stärke der Rückrunde berauben wollen und da kann es nur gut sein, einen Mann auf der 8/10 zu haben, der offensiv spielt, aber eben auch defensiv denken kann. 

Sollte David Kinsombi den erhofften Verlauf nehmen und sich in Sandhausen etablieren, gilt es dem Team um Mikayil Kabaca ausufernd zu danken. Einen solchen Spieler zu einem solchen Karrierezeitpunkt ins beschauliche Sandhausen zu lotsen ist eine wahre Meisterleistung, Chapeau! Warten wir also ab, ob der vorzeitige Dank berechtigt ist. Ich hoffe es auf jeden Fall sehr und habe große Lust, Kinsombi in der kommenden Runde im Trikot des Sportvereins zu begutachten. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei David Kinsombi: Herzlich Willkommen am Hardtwald David. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

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