#93 – TuS Mingolsheim – SV Sandhausen 0:10

Das erste Testspiel der Vorbereitung führte die Mannschaft von Alois Schwartz am heutigen Samstag (18.06.2022) zum A Kreisligisten der Tus Mingolsheim ins beschauliche Bad Schönborn. Testspiele, gerade gegen unterklassige Vereine, haben für mich aufgrund der fehlenden Aussagekraft eigentlich keinen großen Reiz, jedoch war das heute ein Heimspiel und somit natürlich wiederum ein Pflichttermin. 

Bei unbeschreiblich heißen 38 Grad auf dem Sportgelände, verirrten sich trotzdem noch ein paar wenige Hundert ZuschauerInnen ans Gelände der Sportpark-Arena. Bei gemäßigteren Temperaturen hätten sicher noch mehr die Chance genutzt, zumal die Hausherren mit 5€ einen echt fairen Preis aufriefen. Auf den ersten oberflächlichen Blick hatte man den Eindruck, dass das spärliche Publikum zu großen Teilen aus ortsansässigen und Sympathisanten des Kreisligisten bestand, bei näherem Betrachten konnte dann doch das eine oder andere SVS Trikot ausfindig gemacht werden. 

Der SV Sandhausen selbst hatte ein paar Überraschungen im Gepäck. Mit Drewes, Soukou, Zhirov und Gaudino fehlten 4 Spieler des bereits bekannten Kaders auf dem Meldebogen. Während Zhirov und Soukou zumindest anwesend waren, konnte ich Drewes und Gaudino nicht ausfindig machen (was nicht heißt, dass sie nicht doch da waren). Bedenklich war tatsächlich das Cebio Soukou mit Krücken das Sportgelände umrundete. Bisher hatte man vom Verein diesbezüglich noch nichts erfahren. Es ist wohl davon auszugehen, dass er mit einer Blessur aus der Länderspielreise zurückkam. Vielleicht gibt es da von Vereinsseite in den kommenden Wochen noch mehr Informationen dazu. Besonders gut sah das jedenfalls nicht aus. Tut es mit Krücken jedoch in den seltensten Fällen. 

Alois Schwartz hatte trotz der 4 fehlenden Spieler zwei komplette Mannschaften dabei, die er je Halbzeit auch aufs Feld schickte. 

In Halbzeit 1 begann der SVS mit folgender Aufstellung: Grawe – Schieber (U19), Dumic, Schwab, Diekmeier – Zenga, Bachmann – C. Kinsombi, Ritzmaier, Esswein – Pulkrab. 

Vorab zu den reinen Zahlen. Durch Treffer von Pulkrab (1.), Diekmeier (4.), Kinsombi (5.), Ritzmaier (38.) und abermals Diekmeier (45.) ging die erste Halbzeit erwartungsgemäß klar an den Favoriten aus dem Hardtwald. Besonders für Pulkrab hätte der Start nicht schöner sein können. Erstes Spiel, erste Minute, erste Ballberührung, erster Treffer. Perfekter Einstand. Auch wenn es nur ein Kreisligist ist, sowas tut sicher gut. Matej Pulkrab fügte sich für ein erstes Testspiel gut in die Mannschaft ein und war nicht weniger am Spiel beteiligt als es ein Pascal Testroet in der vergangenen Saison war. Nach allem was ich von ihm bisher gelesen und gesehen habe, hatte ich mir etwas mehr Spritzigkeit erwartet, was ich jedoch aufgrund des Vorbereitungsstandes und den Temperaturen noch nicht überbewerten möchte. Natürlich ging der Blick auch auf die drei Youngsters Schwab, Schieber und Grawe, die sich jedoch aufgrund der dich eher chancenlosen Hausherren eher selten auszeichnen konnten. Auch der Spielaufbau lief wie aus der vergangenen Saison gewöhnt hauptsächlich über Dario Dumic. Was ansonsten auffiel, war ein umtriebiger und gut aufgelegter Alexander Esswein, ein  lautstarker und torgefährlicher Dennis Diekmeier sowie im gesamten, gerade bei den Temperaturen, recht spielfreudige Mannschaft. 

Nach der Halbzeit wurde wie bereits angesprochen einmal komplett getauscht: Rehnen – Okoroji, Höhn, Diakhite, Ajdini – Trybull, El-Zein (Probespieler BVB U19) – Sicker, D. Kinsombi, Ganda (Probespieler Admira Wacker) – Ochs 

Auch hier zuerst die Zahlen. Ajdini (51.), Okoroji (64.), Ochs (67./86.) und Höhn (90.) stellten den 0:10 entstand her. Mit zwei Probespielern, von denen bisher niemand etwas wusste, startete der SVS in die zweite Halbzeit. Laut transfermarkt.de sind beides Spieler für die vordere Reihe. Der 19-jährige El- Zein, gerade mit der U19 des BVB´s deutscher A-Jugendmeister geworden, eher auf links, der 25-jährige Ganda eher auf rechts. Zweiterer durfte seine bevorzugte Position auch im heutigen Testspiel begleiten, während El-Zein zwischen Trybull und Kinsombi eher im zentralen Mittelfeld agierte. Gerade El-Zein machte mir einen recht wachen und spielfreudigen Anschein, der Lust auf mehr machte. Die Augen richteten sich in der zweiten Hälfte sowieso mehr auf die beiden Neuzugänge in vorderster Reihe. Während Kinsombi auf der 10 auflief, wurde Philipp Ochs überraschend im Sturm aufgeboten. Rechtfertigen konnte er dies mit zwei eiskalt verwandelten Treffern, was man jedoch sicher nicht zu hoch hängen sollte. Jedoch fügten sich beide relativ nahtlos in das Gefüge SVS ein. Auch David Kinsombi hatte die eine oder andere Situation in denen er entscheidenden Anteil am Voranbringen von Angriffen hatte. 

Allgemein bleibt festzuhalten, was auch Alois Schwartz im Spielbericht auf der Homepage des SVS nach dem Spiel sagte: „Es war eine schweißtreibende Angelegenheit, wir haben zusätzlich die letzten Tage unter ähnlichen Bedingungen hart trainiert. Wir wollten erst einmal reinkommen, der Gegner war deshalb auch dementsprechend ausgewählt. Das ein oder andere Tor hätte durchaus mehr fallen müssen, aber ansonsten können wir sehr zufrieden sein.“ Letztendlich hätten sicher ein paar Tore mehr fallen können, jedoch war das für den Stand der Vorbereitung und die unglaublich heiße Sonne bei brühend heißen 38 Grad echt ok. Wie bereits in der Einleitung erwähnt: Testspiele gegen unterklassige Gegner dienen selten einer Standortbestimmung, sondern sollten als das gesehen werden was sie sind. Trainingseinheiten unter annähernden Wettkampfbedingungen. Und wenn ich dann sehe, wie die Spieler vor bzw. nach ihrem Einsatz auf dem Nebenplatz noch eine 45-minütige Laufeinheit absolvieren, bleibt mir nichts anderes übrig als kopfschüttelnd Respekt zu zollen. 

Positiv bleibt zu erwähnen das sich die Spieler angenehm offen gezeigt haben und auch die ein oder anderen Selfie Wünsche gerade der jüngeren ZuschauerInnen ohne schlechte Laune mitgemacht haben. Was am Ende noch bleibt ist die Frage, warum der SVS in einem grauen, mir unbekannten Trikot mit dem Sponsor des Vorjahres auflief. Auch wenn ich nicht daran geglaubt hatte, gehofft hatte ich schon das neue Trikot zu sehen zu bekommen. Das dann sogar der alte Sponsor nochmal auftaucht, hat mich doch überrascht. 

Spannend bleibt auch die Entwicklung bei den beiden Probespielern. Gerade auf ihren nominellen Positionen ist der SVS mit C. Kinsombi, Sicker, Soukou und Esswein eigentlich recht gut besetzt, jedoch hat mir gerade El-Zein wirklich gut gefallen. Die Tatsache das er nach seiner Zeit beim BVB nun ablösefrei zu haben ist, macht ihn grundsätzlich sicher zu einem interessanten Spieler mit wenig Risikopotenzial. Und im Gegensatz zu Ganda wäre er ein Spieler mit Entwicklungspotenzial. 

Morgen haben beide nochmal die Chance sich zu zeigen. In einem weiteren Testspiel trifft der Sportverein im benachbarten Heddesheim auf die ansässige Fortuna. Anpfiff ist um 17 Uhr an der Ahornstraße. Einen Spielbericht von mir wird es dazu jedoch nicht geben, da für mich mit dem heutigen Heimspiel die Testspielsaison auch wieder beendet wurde. Ein Spiel zieht seinen Reiz dann für mich doch aus der Wichtigkeit des Erfolges bzw. Misserfolges. Umso schöner ist es, dass die neue Saison keine 4 Wochen mehr auf sich warten lässt. Der Countdown läuft. 

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