#92 – Neu im Hardtwald: Philipp Ochs

Während Konkurrenten wie Hannover 96 die Rolle des Sportvereins aus früheren Transferperioden übernehmen und fast täglich neue Transfers vermelden, ist der SV Sandhausen in diesem Sommer sehr bedacht und auch gezielt auf dem Transfermarkt unterwegs. Bis zum Trainingsstart vergangene Woche stellte der Sportverein „nur“ 3 neue Spieler vor. Nachdem wir Matej Pulkrab bereits beleuchtet haben, schauen wir uns Neuzugang Nummer 2 heute genauer an: Philipp Ochs wechselt ablösefrei von den anfangs erwähnten 96igern an den Hardtwald . 

Zur Person: 

Geboren am 17.04.1997 nur unweit von Sandhausen in Wertheim geboren, sammelte er seine ersten Erfahrungen bei der ortsansässigen Viktoria. Mit 12 kam dann bereits der Wechsel in die D-Jugend der Hoffenheimer TSG, bei der er alle Juniorenmannschaften durchlief und 2014 an der Seite von Nadiem Amiri, Grischa Prömel, Benedikt Gimber und Nicolai Rapp unter einem gewissen Julian Nagelsmann deutscher U-19 Meister wurde.   

Noch als A-Jugendlicher debütierte er unter dem zum Chefcoach beförderten Nagelsmann für die TSG in der Bundesliga und kam in der Rückrunde der Saison 15/16 zu 13 Einsätzen im deutschen Oberhaus. Im gleichen Jahr erhielt er vom DFB die Fritz Walter Medaille ins Silber als zweitbester deutscher Nachwuchsspieler im Jahrgang U19. 

Der Karriereweg: 

Das erste Jahr im Seniorenbereich hatte sich Ochs nach seiner überaus erfolgreichen Jugendzeit sicher anders vorgestellt. In der Bundesliga kam er bis zur Winterpause der Saison 2017/2018 in 1,5 Jahren lediglich auf 6 Kurzeinsätze, konnte jedoch gleichzeitig auch bei der Zweitvertretung in der Regionalliga Südwest keine wirkliche Spielpraxis sammeln. Dies versuchten Spieler und Verein zu ändern, was Ochs per Leihe zum VFL Bochum führte, wo er jedoch auch nicht wirklich Fuß fasste und nur auf 5 Einsätze in der zweiten Liga kam. In der Saison 18/19 führte ihn eine erneute Leihe nach Dänemark zum Aalborg BK, wo er sich einen Stammplatz erobern konnte und seinen Teil zum Klassenerhalt in der Superligaen beitragen konnte. Mit dieser Saison im Rücken startete in der folgenden Saison einen weiteren Anlauf bei seinem „Heimatverein“ aus Sinsheim, der jedoch auch im 3 Anlauf scheiterte und ihn zum 01.01.2020 dann endgültig und ohne Leihe weg aus dem Süden führte. Ablösefrei heuerte er kurz vor Beginn der Coronapandemie bei Hannover 96 an, wo er regelmäßige Einsatzzeiten sammeln konnte, jedoch abermals keinen Stammplatz erhielt. 

Die letzten beiden Spielzeiten verliefen ähnlich wie sein erstes halbes Jahr an der Leine. Den Durchbruch zum Stammspieler schaffte er nie, sammelte aber in zwei Jahren 40 Einsätze in der zweiten Liga. An seine beindruckenden Zahlen aus der U19 in Sinsheim (47 Scorer in 47 Einsätzen) konnte er weder in Hannover (5 Scorer in 51 Einsätzen) noch in Aalborg (2 Scorer in 24 Einsätzen) anknüpfen. 

Mit Ablauf der Saison 2021/2022 gab Hannover dann den Abschied von Philipp Ochs bekannt: „Im Fußball kommt man immer wieder an den Punkt, schwierige und harte Entscheidungen treffen zu müssen – so war es auch bei Niklas und Philipp. Dennoch haben wir uns entschieden, hier getrennte Wege zu gehen“, erklärte 96-Sportdirektor Marcus Mann in einer Erklärung des Vereins.

Und jetzt Sandhausen: 

Das Engagement beim Sportverein stellt für Ochs also so etwas wie die letzte Chance in der zweiten Liga dar. Einen ähnlichen Satz habe ich glaub ich auch im Februar über Tom Trybull geschrieben, der ebenfalls aus Hannover an den Hardtwald wechselte. Er hat die Chance genutzt, hoffen wir das Philipp Ochs das ebenfalls tut. 

Die Anlagen dazu sind definitiv da, das hat er in einer außergewöhnlichen Hoffenheimer Mannschaft im Jugendbereich gezeigt. Der Sprung in den Seniorenbereich war vielleicht damals in die Bundesliga vielleicht etwas zu hoch und die damalige Hoffenheimer Mannschaft unter Nagelsmann wahrscheinlich auch zu stark, was Platz 4 und die erstmalige Qualifikation zur Champions – League zeigte. 

Nichtsdestotrotz bekommt der SV Sandhausen einen Top ausgebildeten und vor allem vielseitig einsetzbaren Spieler, der Erfahrung in der deutschen und dänischen ersten Liga gesammelt hat und auch die zweite Bundesliga sehr gut kennt. Ähnlich sieht es auch Alois Schwartz, der über Ochs folgendes sagte: „Mit Philipp als Linksfuß erweitern wir unsere Möglichkeiten im Offensivbereich“, sagte Trainer Alois Schwartz über den Neuzugang. „Er ist variabel einsetzbar und kennt die zweite Liga aus seiner Zeit in Hannover und Bochum aus dem Effeff. Zudem bringt er die für uns nötige Mentalität und Charaktereigenschaften mit.“

Bestätigen tun das seine Statistiken: Nominell als Linksaußen geführt (60 Spiele, 27 Scorer) kommt er jedoch auch als Mittelstürmer (42 Spiele, 20 Scorer), Linker Verteidiger (26 Spieler, 5 Scorer) und Rechtsaußen (20 Spiele, 9 Scorer) auf über 20 Einsätze. Für den SVS und sein Trainerteam um Alois Schwartz bedeutet dies schier endlose Variationsmöglichkeiten. Ochs bietet dadurch Zweitligaerprobte Alternativen zu Christian Kinsombi, Chima Okoroji, Matej Pulkrab und Cebio Soukou. Gerade erstgenannte durften in der Vorsaison eigentlich nicht ausfallen (Okoroji) oder haben in der Sommerpause die komplette Konkurrenz verloren (Kinsombi). Hier ist ein Ersatz mit dem (erwartbaren) Niveau eines Philipp Ochs Gold wert. 

Ochs hat das Potenzial ein typischer SVS Transfer zu werden. Spieler mit unbestreitbarem Potenzial, anderswo aufgrund fehlender Unterstützung oder zu großen Erwartungen jedoch nie wirklich durchgestartet findet am Hardtwald eine Atmosphäre und ein Umfeld das ihm die Möglichkeit gibt, sich ganz auf seine Stärken zu besinnen und nochmal durchzustarten. Und das zumindest auf der Ablöseseite zum Nulltarif. 

Ob Ochs ähnlich durchstarten kann wie der bereits erwähnte Trybull, bleibt natürlich abzuwarten. Einen ersten Eindruck von ihm können wir uns bereits morgen (18.06.22, 15 Uhr bei der TuS Mingolsheim) und am Sonntag (19.06.22, 17 Uhr gegen Fortuna Heddesheim) bei den ersten Testspielen der Saison machen. 

Wie bei allen Neuzugängen gilt auch bei Philipp Ochs: Herzlich Willkommen am Hardtwald Philipp. Wir freuen uns auf erfolgreiche Spiele mit dir.

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