#72 – NDS / SV Sandhausen- FC Hansa Rostock 0:1

Die erste Niederlage nach sieben Spielen die man ohne Punkverlust durchstehen konnte, erlitt der SV Sandhausen heute vor 5250 ZuschauerInnen am heimischen Hardtwald gegen den FC Hansa Rostock. Das 0:1 durch John Verhoek in der 49. Minute konnte die Heimmannschaft nicht mehr ausgleichen. Somit bleibt der SV Sandhausen mit 30 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz. Der Gast aus Rostock konnte sich mit dem Sieg etwas Luft verschaffen und steht nun mit 34 Punkten vorübergehend auf Rang 10.

1 x 45 – 1 Halbzeit

Schock für die SVS Fans schon vor Beginn der Partie. Aufgrund einer im Hannover-Spiel erlittenen Verletzungen fehlte Tom Trybull, sowie der leider positiv auf COVID-19 getestete Cebio Soukou. Beides Spieler, die in den vergangenen Partien entscheidend für den Erfolg des SVS waren.

Die ersten 15 Minuten im Spiel gingen ganz klar an den SV Sandhausen, der das auch durch ein klares Ecken Verhältnis von fünf zu null untermauerte. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte man durch Christian Kinsombi oder Eric Zenga in Führung gehen können, nutzte jeweils die Möglichkeiten jedoch nicht konsequent genug.

Mit zunehmender Spieldauer verwässerte das Spiel etwas und plätschert nur so vor sich hin. Zwingende Möglichkeiten waren auf beiden Seiten Mangelware. Erst in der 34. Spielminute wurde das Publikum wieder etwas wacher, nachdem die Gäste aus Rostock einen gefährlichen Freistoß am Tor von Patrick Drewes vorbei zirkelten.

Bereits in dieser Phase des Spiels wurde deutlich dass mit Trybull das Metronom des Sandhäusener Spiels nicht auf dem Platz stand. Sein ordnendes Element fehlte in der Offensive ebenso wie in der Defensive. Zwar kamen die Rostocker nicht zu Riesenmöglichkeiten, jedoch war deutlich zu sehen dass durch die Zentrale dieses Mal mehr möglich war als noch in den vergangenen Partien.

Der SVS selbst hatte die komplette erste Hälfte über optisches Übergewicht, konnte dies jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht in zwingende Möglichkeiten umsetzen. Somit ging zum Halbzeitpfiff das Ergebnis von 0:0 absolut in Ordnung.

2 x 45 – 2 Halbzeit

Die zweite Halbzeit wurde vom SVS ähnlich schwungvoll begonnen wie die ersten 45 Minuten. Nach einem gut vorgetragenen Angriff konterte jedoch Hansa konsequent und schaffte es den zweiten Ball in eine Halbfeldflanke umzuwandeln, die John Verhoek relativ unbedrängt per Kopf im Sandhäuser Tor unterbringen konnte. Damit musste der SVS wie schon in Darmstadt einem Rückstand hinterherlaufen.

Rostock hatte mit der Führung ihr Ziel erreicht und konnte sich nun komplett auf die Defensive konzentrieren. Bis auf gelegentliche Konter, trugen die Gäste nun fast nichts mehr zum Spiel bei. Weiterhin war das optische Übergewicht ganz klar auf Seiten des SV Sandhausen jedoch schaffte es der Gastgeber innerhalb der zweiten 45 Minuten nur sehr, sehr selten in den Strafraum der Gäste. Dafür war in erster Linie natürlich die stabile Defensive der Rostocker verantwortlich, jedoch zu gewissen Teilen auch die Ideenlosigkeit die heute in den Offensivbemühungen des SV Sandhausen zu spüren war. Rostock schaffte es immer wieder die Hausherren vom eigenen Strafraum fern zu halten und sie zu Flanken aus dem Halbfeld oder zu langen Bällen aus der eigenen Hälfte zu zwingen. Diese konnte heute weder Pascal Testroet, noch die eingewechselten Ahmed Kutucu oder Maurice Deville verarbeiten.

Gerade in Halbzeit zwei wurde das Fehlen von Trybull und Soukou in Bezug auf das Offensivspiel deutlich. Die vielen hohen Bälle wurden von Rostock souverän verteidigt und am Boden fand der SVS einfach keine Lücke. Hier hätte das Auge von Trybull oder die technischen Qualitäten von Soukou den Offensivbemühungen mehr als gut getan.

Auch die Wechsel von Alois Schwartz verpufften heute zu großen Teilen. Konnte man bei Berko, Kutucu oder Deville noch den willen erkennen, so fragt man sich bei einem Alex Esswein leider immer häufiger welchen Nutzen er noch für die Mannschaft haben kann. Anders als bei den erst genannten Spielern ist bei ihm auch der Einsatz nicht sichtbar. Und das leider nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Bis zum Schlusspfiff ändert es sich nichts mehr an diesem Bild und somit blieb es dann auch bei der ersten Niederlage des SV Sandhausen seit dem 16. Januar beim Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg.

1 x 90 – Fazit

Letztendlich sprechen wir heute von einer nicht unverdienten Niederlage des SVS, da Rostock in der Defensive wenig zuließ und ihre seltenen Möglichkeiten effektiver nutzte wie die Gastgeber.

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass sich so wie sich der SVS heute fühlen muss, wie einige der letzten Gegner der Kurpfälzer sich wohl auch gefühlt gefühlt haben. Letztendlich wurde man heute mit seinen eigenen Waffen geschlagen.

Im Stadion nicht ersichtlich war, warum nach dem Schlusspfiff Testroet und auch schwarz noch mit dem Unparteiischen aneinandergeraten sind. Sicherlich waren einige strittige Situationen während des Spiels dabei, jedoch keine die man im Stadion als Spielentscheidend war genommen hätte.

Nun gilt es den Mund ab zu putzen und sich in der Länderspielpause auf die Duelle gegen Bremen, Dresden und St. Pauli vorzubereiten. Das es nicht ewig so weitergehen würde wie in den letzten Wochen, muss jedem am Hardtwald klar gewesen sein und darf einen dann auch heute nicht aus der Bahn werfen.

Zumal man der Mannschaft keinen allzu großen Vorwurf machen kann, da zumindest der Einsatz bei 99 % der Mannschaft jederzeit gestimmt hat. Es gibt Tage wie diese, an denen man ewig spielen kann und keinen Zugriff auf das Gegners Tor bekommt. Heute war so ein Tag.

Noch ist nichts verloren und die Ausgangssituation weiterhin viel besser als man sich das im Januar noch hätte zu träumen gewagt. Durch die Niederlage von Aue sowie Hannover, konnte sich bisher nur Düsseldorf und Rostock ein kleines Polster erarbeiten. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass in dieser Liga sowieso innerhalb weniger Partien alles möglich ist. So wenig wie man nach einem Sieg heute gerettet gewesen wäre, so wenig ist man auch heute näher an den Abstieg geraten.

Für die Mannschaft und das Trainerteam wird wichtig sein, das Spiel und auch das Ergebnis heute richtig ein zu ordnen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Einer kann sein, dass den Verantwortlichen und auch dem Trainerteam klar geworden ist, dass Schlüsselspieler eben doch nicht komplett adäquat ersetzt werden können. Eine Erkenntnis, die für die Kaderplanung der nächsten Saison entscheidend sein kann. Jedoch muss einem als Fan des SV Sandhausen auch klar sein, dass es im Kader eines Abstiegsaspiranten der zweiten Liga nicht die Breite geben kann, mit der jeder Ausfall gleich stark kompensiert werden kann.

Und sonst?

Hier bleibt relativ wenig, da das Drumherum nicht viel her gab. Beeindruckend war die Präsenz der Rostocker AnhängerrInnen, die über 90 Minuten Vollgas gegeben haben und somit den bemühten SVS Fans gar keine Chance ließen die Mannschaft lautstark zu unterstützen. So ehrlich muss man zu sich selbst sein und zu geben können dass man nicht das Publikum hat, dass eine so geballte Wucht an Lautstärke und Emotionalität übertönen könnte. Dafür ist die Zuschauerstruktur im Hardtwaldstadion einfach eine andere. Es ist etwas anderes wenn 150 Ingolstädter Lärm machen und man dagegen nicht ankommt, als das was die weit über 1000 Rostocker heute abgefeuert haben. Heute gingen die 3 Punkte also nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen an die Gäste von der Ostsee.

2 Kommentare zu „#72 – NDS / SV Sandhausen- FC Hansa Rostock 0:1

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