#67 – NDS / SV Sandhausen – Hannover 96 3:1

Vor 3850 ZuschauerInnen bei strahlendem Sonnenschein gewann der SV Sandhausen am 25. Spieltag sein Heimspiel gegen Hannover 96 mit 3:1. Okoroji (6.), Franke (ET, 18.) sowie Bachmann (82.) trafen für Sandhausen, Stolze (22.) für 96. Der SVS schiebt sich mit 29 Punkten somit vorübergehend auf Rang 13, Hannover bleibt erstmal mit 31 Punkten auf Platz 12. im Verlauf des Spieltages kann Sandhausen jedoch noch von Düsseldorf und Dresden überholt werden. 

1 x 45 – 1 Halbzeit

Alois Schwartz schickte die Mannschaft aufs Feld, mit der ich auch gerechnet hatte. Christian Kinsombi kam für Erich Berko zurück ins Team, Ajdini blieb drin und verdrängt für diese Partie Dennis Diekmeier auf die Bank.

Die Anfangsphase gehört ganz klar dem SVS, welcher bereits in den ersten vier Minuten 3-4 schöne Offensivaktionen setzen konnte. In der sechsten Minute war es dann schon so weit. Mit dem ersten direkt verwandelten Eckball in der Zweitligageschichte des SV Sandhausen brachte Chima Okoroji den SVS in Führung, was schon zu diesem frühen Zeitpunkt mehr als verdient war. Im Anschluss verfalchte das Spiel etwas, jedoch gab der SVS das Spiel zu keinem Zeitpunkt aus der Hand. Just in dem Moment als die Gäste aus Hannover das erste Mal halbwegs gefährlich in die Hälfte des Sportvereins kamen, glänzte Tom Trybull in seiner Paradedisziplin, dem Ballklau, steckte diesen durch auf Chima Okoroji der im Sprint den halben Platz überquert und dessen scharfe Hereingabe dann von Hannovers Franke ins eigene Tor abgefälscht wurde.

Das 2:0 war dann auch so etwas wie ein Erweckungsmoment für die Niedersachsen, die im Anschluss daran ihre stärkste Phase zeigten und in der sie auch relativ schnell zum Anschlusstreffer durch Stolze kamen.

Somit waren nach knapp 22 Minuten die wichtigsten Ereignisse der ersten Hälfte bereits in den Büchern. Hannover versuchte sich zwar noch mit ein zwei Aktionen, die jedoch alle vom wieder mal starken Drewes pariert werden konnten. Ab Minute 30 waren dann nur noch die Flugbälle von Dario Dumic sehenswert, die er messerscharf aus der Zentrale quer über den Platz verteilte.

Mit 2:1 ging es dann auch in die Pause, was absolut verdient war. Vielleicht konnte man sich sogar ein wenig darüber ärgern, dass man das Spiel nicht über die komplette erste Hälfte so dominant gestalten konnte, wie zu Beginn. Nichtsdestotrotz war die Anfangsphase mit das Beste, was diese Saison im Hardtwald Stadion zu sehen war. 

2 x 45 – 2 Halbzeit

Im Mittelpunkt der Anfangsphase von Halbzeit zwei stand leider Schiedsrichter Waschitzki-Günther, der bei weitem nicht als Heimschiedsrichter bezeichnet werden konnte. Schon in Halbzeit eins saßen die gelben Karten auf Seiten der Sandhäuser lockerer als auf Seiten der Gäste. Dies beweis er auch zu Beginn des zweiten Durchgangs, als nicht nur Zenga mit Gelb verwarnt wurde, sondern auch Kabaca auf der Sandhäuser Bank.

In Halbzeit 2 hatte Hannover dann zumindest optisch mehr vom Spiel, die besseren Torchancen erspielten sich aber weiterhin die Kurpfälzer. Aber weder Testroet, Zenga oder Berko konnten den Ball an Hansen, der in der Halbzeit für Ron Robert Zieler eingewechselt wurde, vorbeibringen. Auffällig in der zweiten Halbzeit war das bereits erwähnte „Ball klauen“ von Trybull, was er massig in der Zentrale tat, und dadurch oft Schnittstellenpässe verhinderte, die zu gefährlichen Situationen hätten führen können.

Als dann die große Wechsel Rochade auf Hannoveraner Seite beendet war und bei den Hausherren begann, nutzte Bachmann eine Unsicherheit in der Hintermannschaft der 96er und schiebt die Kugel platziert zum 3:1 ins Tor. Damit war dann der Deckel drauf auf dem Spiel. In den verbliebenen 10 Minuten war der Wille der Hannoveraner das Spiel doch noch zumindest auszugleichen, nicht mehr vorhanden. Der SVS spielte seine Überlegenheit auch nicht mehr zielstrebig und zwingend aus und somit blieb es dann letztendlich beim zwei Tore Vorsprung für die Hausherren.

Fazit

Der 3:1 Erfolg ist auch in der Höhe ein verdienter Sieg des Sportvereins Sandhausen. Von Minute eins an war zu sehen, dass die Mannschaft heute unbedingt den Dreier am Hardtwald behalten möchte. Das Hannover so unterlegen wirkte, wie es dann heute tatsächlich der Fall war lag sicherlich nicht daran, dass es Ihnen an Einstellung mangelt, sondern dass der SVS heute wirklich mit unglaublichem Willen aufs Spielfeld kam.

Die defensive der Hausherren stand wieder mal stabil und ließ auch während der Drangphase der Gäste, nur ganz wenig wirklich zwingende Torchancen zu. In der Vorwärtsbewegung schafften es die Außenbahnen der Sandhäuser immer wieder schöne Angriffe zu starten und Chancen zu erarbeiten. Mit etwas mehr Glück wäre heute auch ein höheres Ergebnis möglich gewesen.

Sicherlich hat der Spielverlauf mit zwei frühen und zum Teil auch in der Entstehung glücklichen Toren dazu beigetragen, dass der SVS mit diesem Selbstbewusstsein über die kompletten 90 Minuten gehen konnte. Jedoch muss man auch sagen, dass die Mannschaft sich das in den letzten Wochen verdient hat.

Mann des Spiels heute ohne Frage Chima Okoroji, der wieder mal eine starke Leistung auf der linken Außenbahn zeigte, wenig Chancen zuließ und mit anderthalb Toren den entscheidenden Anteil an diesem Erfolg hat. Aktuell ist es kaum vorstellbar, dass er der Spieler war, der gerade mich in der Vorrunde immer wieder zur Verzweiflung gebracht hat. Ein schönes Beispiel, dass man Spieler vielleicht nicht schon nach einer Halbserie aburteilen, sondern ihnen die Zeit geben sollte, sich an neuer Wirkungsstätte zu etablieren.

Und sonst so?

Rund um das Spiel bezog der SV Sandhausen heute in angemessener Form Stellung zu den aktuellen Geschehnissen auf der Welt. Mit Clips in der Halbzeitpause, Spendenaufrufen – sowie Aktionen, und nicht zuletzt mit der Schweigeminute und den entsprechenden und vor allem richtigen Worten die diese ankündigten, hat der Verein meiner Meinung nach das richtige Maß gefunden, um angemessen mit der Situation umzugehen. Über die hölzerne Umsetzung der Videoclips, lässt sich trefflich streiten. Schön wäre es, wenn man nicht merken würde, dass die Texte abgelesen werden. Das jedoch sollte den Gedanken der hinter solchen Aktionen stehen nicht schmälern.

Sonst bleiben mir nur noch ein zwei Gedanken zum Spieltagskader, die nicht als Kritik aufgefasst werden sollten, sondern mich einfach nur beschäftigen. Wiedermal schaffte es die Neuverpflichtung aus Stuttgart, Alou Kuol nicht auf die Bank. Grundsätzlich absolut verständlich da mit Deville und Kutucu bereits zwei Spieler hintenanstehen, die Testroet vertreten können. Jedoch können weder der Spieler selbst, noch der VfB mit der aktuellen Situation zufrieden sein. Auch ich hatte mich sehr auf den Mann aus dem Schwabenländle gefreut, kann jedoch Schwarz verstehen, dass er hier keine Experimente eingeht. Zumal Deville und Kutucu schon mehrfach gezeigt haben, dass sie die ersten Alternativen zu Testroet sind. Für den jungen tut es mir leid, da er in Stuttgart sicherlich mehr Spielpraxis bekommen hätte.

Abschließend noch einen Satz zu Dennis Diekmeier, der wieder mal gezeigt hat was für ein absoluter Vollprofi er ist. Im Stadion war schön zu beobachten, dass er keineswegs mit Unzufriedenheit über seine Nicht-Berücksichtigung auftrat, sondern vielmehr ein wichtiger Bestandteil des Kaders ist, der direkt im Spiel drin ist, wenn er dann gebraucht wird. Allgemein war bei den Wechseln abermals kein Qualitätsverlust spürbar. Vielmehr konnten die frischen Spieler ihre Stärken einbringen und den Sieg somit ungefährdet nach Hause bringen. In der aktuellen Verfassung darf man sich wirklich auf die kommenden Wochen mit diesem Team freuen.

6 Kommentare zu „#67 – NDS / SV Sandhausen – Hannover 96 3:1

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  1. Hi, heute freu ich mich besonderst auf den Kommentar. Im gegenteil zu 95 % aller SVS Fans habe ich nie Verstanden das man nicht erkennt das Chima der Spieler mit dem größten Potential im Kader ist. Technisch fein und blitzschnell. Eines möchte ich noch dazu erwähnen. Chima hat bisher erst eine gelbe Karte bekommen und nur 1 Gelbe Karte. Heute hat er 80 % Passquote und mit 54 Ballkontakten zum 4x in folge die meisten Ballkontakte aller Spieler. Auserdem 0 x Foul gespielt. und in der Kompletten Spielzeit überhaut erst 7 Fouls. Das sollte man mal anmerken, denn Freistöße sind nicht gerade gut für die Stabilität einer Abwehr.
    Zu dem Thema aufrecht erhalten der Dominanz.
    Das ist wirklich Absicht. Man möchte dem Gegner keine dauerhaften Situationen anbieten auf die er sich einstellen kann. Leider ist genau in der ersten Situation in der wir uns defensiv fallen lassen das Gegentor aufgrund eines Stellungsfehlers von Okoroji. Dennoch ist der Wechsel zwischen Druckphasen und Defensivphasen wichtig. Nur so kann man die Passenden Räume vor der Abwehr generieren und den Verbund zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners Sprengen. Bestimmt man diese Phasen aktiv, so Dominiert man den Gegner mit nur 30% Ballbesitz. Wie ich in der Ankündigung auf das Spiel geschrieben habe haben wir heute fast ausschließlich mit vertikalen Pässen agiert. und dies mit einer Passquote von 66% und durch die beschriebenen Taktischen Variationen es wurde es geschafft im Mittel nur mit nur 15, 5 Pässen einen Torschuß zu generieren. Das ist ein Absoluter Spitzenwert, der so noch nicht in der 2. Liga erreicht wurde.
    Zum Vergleich Hannover hatte heute 60 Pässe bis zum Torschuss.
    Ein kleines Rechenbeispiel dazu, bei einer Passquote von 77% (heute Hannover) und durchschnittlich 60 Pässen bis zum Torschuss ist die mittlere Wahrscheinlichkeit 0,0000015% pro Angriff, dass ein Ball aus dem eigenen Spiel heraus auf s Tor kommt. Das heißt eigentlich nur durch ne Ecke oder nen Freistoß. Dies zeigt auch welche Wichtigkeit von Vermeidung der Freistöße in der Abwehr. Das dies nicht nur blanke Theorie ist Zeigt das in den Letzten Spielen ob Hamburg, Heidenheim oder auch Hannover und Karlsruhe im mittel nur ein einziger Ball aus dem Spiel auf unser Tor Kahm
    Die Chance einen Torschuß pro Angriff zu generieren ist bei uns sage und schreibe um einen Faktor von 100 größer. da macht auch ein Ballbesitz von nur 38% überhaupt keine Rolle mehr. und auch eine Zweikampfstatistik von müden 45% Prozent heute haben da keine Auswirkung. Das Schwarz dies erkannt hat konnte man heute wenn man heute hören. Öfters haben sich unsere Jungs zugerufen kein Foul kein Foul, nur Zulaufen. Foul Spiele sind nur noch im Mittelfeld erlaubt und nicht mehr im vor unsrem Tor. Schlau unser Coutsch sehr schlau. Und das beste daran unsre Jungs setzen das auch wirklich um was er ausheckt und Jedes Spiel wird es noch ein bisschen besser.

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    1. Ich war in der Hinrunde und auch noch nach dem Regensburg-Spiel auch der Meinung, dass der SVS unbedingt Verstärkung auf der LV Position braucht. Ab dann hat er subjektiv eine 180 Grad Drehung vollzogen. Deine Daten sagen ja was anderes und wahrs liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Und die Mitte kann man wohl auch wörtlich nehmen. Mit der Stabilität durch Dumic und Trybull ist das ganze Gebilde gestärkt worden und die Spieler drum herum können ihre Stärken besser ausspielen.

      Finde die Interceptions im Mittelfeld auch immer besser. Was trybull und Zenga wegmachen ist schon stark. Versucht der Gegner dann lange Bälle sind Zhirov und Dumic da, die alles was sie nicht ablaufen oder durch Stellung verhindern können, rausköpfen. Bin sehr gespannt wie die Defensive kommenden Freitag mit Darmstadt klarkommen wird. Das wird ein Stresstest.

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  2. Darmstadt wird der absolute Härtetest. Ich rechne leider mit einer Niederlage. Ich will echt nicht unken, aber ich habe die letzten Spiele von Darmstadt gesehen und die leider ist deren Stäre unsre Achillesferse. Darmstadt schafft es spielerisch sehr leicht in des Gegners Sechzehner vorzudringen. Und unser 16er wird hauptsächlich hoch verteidigt. Anlaufen bringt bei Darmstadt nicht viel, da die sich Spielerisch lösen können. Daher wird bzw. solle man das ganze gegen Darmstadt taktisch etwas anders angehen. Mir ist nur noch nicht ganz klar wie. Ich denke wir benötigen 3 Tore un gegen Darmstadt nicht zu verlieren. Ich würde es tatsächlich wagen Bachmann durch Soukou zu ersetzen. Für Soukou rückt Diekmeier auf dem Flügel ins Team, Ajdini bleibt LV. Oder noch abgefahrener . Testroert und Bachmann raus und mit Ritzmeier, Seufert oder Kutucu und Soukou ein Hammer MF aufbieten.
    Mal schauen was sich AS ausdenkt. Warscheinlich änderte er nix. Ist ja kein Ideot der Alois 😉

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    1. Du machst mir ja keine große Hoffnung. Aber ich geh mit dir mit und denke, dass Schwartz wenig bis nichts ändert. Maximal noch die Stärkung der Defensive durch Diekmeier für Soukou und evtl Berko zurück für Kinsombi. Alles andere ist denk ich zu viel Experimentieren. Nach 6 Siegen ohne Niederlage darf man jedoch auch bei einer Niederlage beim Tabellenführer nichts anzweifeln. Viel wichtiger ist das Spiel Ehen Rostock die Woche drauf. Trybull sollte schauen, dass er sich nicht die 5. gelbe einfängt, da er aktuell einer der wichtigsten Spieler ist und gegen Rostock gebraucht wird.

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  3. Das sehe ich genau so wie du. Eines wollte ich noch zu Okoroji sagen. Du und die anderen Fans haben sicherlich recht, Chima hat einige Spiele wirklich nicht gut gespielt. Mir ging es damals auch nie um des was er auf den Platz brachte, sondern das was er bringen könnte. Und jetzt das beste, er könnte noch viel viel mehr bringen. Durch seine Schnelligkeit kann er hinten alles technisch lösen, Ist bei den Flügelläufen mit seiner engen Ballführung bei hoher Geschwindigkeit eigentlich nur durch Fouls zu bremsen. (Witzig, das er der einige SVS Spieler ist, der Häufiger gefoult wird als er selbst Foult.) Und mit seinen präzisen Bananenflanken könnte er jede Abwehr filetieren. Er muss jetzt nur noch daran Arbeiten die Situation in der Offensive besser zu beurteilen öfter bis auf die Grundlinie durch. Vareabel Flanken einmal Kurzer Pfosten dann wieder lang und dann flach in den Rückraum. und das mit Testroet und Soukou koordinieren. Nächtes Jahr kommt dann der Oberhammer wenn er mit Ajdini flisend die Position wechseln könnte. Wenn er auf Rechts kommt, kann er mit dem starken linken einen nach dem Anderen im Robben Style reinhauen. Zumindest sehe ich ein vergleichbares Potential in den Jungen.

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