#59 – VDS / FC Ingolstadt – SV Sandhausen

Abstiegsgipfel Nummer 2 innerhalb von 8 Tagen. Den 22. Spieltag beschließen der FC Ingolstadt gegen den SV Sandhausen am Sonntag, 13.02.2022 im Ingolstädter Audisportpark. Der SV Sandhausen reist mit 23 Punkten auf Platz 15 an die Donau, die Hausherren stehen mit 13 Punkten auf dem letzten Platz.

Die Gesamtbilanz beider Mannschaften weist bei 15 Spielen in 2., 3., und Regionalliga einen winzigen Vorteil von einem Sieg für den SV Sandhausen auf. 6 Mal verließen die Kurpfälzer den Platz als Sieger, 5 Mal wurde verloren und 4 Mal trennte man sich unentschieden. In der zweiten Liga sieht die Bilanz für den SVS noch etwas positiver aus. In 11 Partien konnte der SVS alle seine 6 Siege einfahren, verlor nur 3-mal und spielte 2 Mal remis. Von den letzten 5 Partien in Ingolstadt konnte der SVS bei 2 Niederlagen, 3 Spiele für sich entscheiden. In Liga 2 gab es überhaupt noch kein Unentschieden, wenn die beiden Mannschaften in Ingolstadt aufeinandertrafen, was auch für den Sonntag wünschenswert wäre.

Die beiden Trainer sind zwei alten Hasen im deutschen Unterhaus und haben dementsprechend auch schon eine Historie gegeneinander. In 6 Spielen trafen die beiden aufeinander, in 3 ging Rüdiger Rehm als Sieger vom Platz. Bei einem Remis konnte Alois Schwartz 2 Siege einfahren. Eben genauso viele wie er gegen den FC Ingolstadt in seiner Karriere bisher feiern konnte, alle in seiner ersten Zeit als Trainer des SVS. Rüdiger Rehm hingegen konnte in seiner Zeit in Wiesbaden keinen Sieg gegen den SV Sandhausen, sondern lediglich 1 Punkt aus zwei Partien, erzielen. Wie auch in der Teamhistorie erkämpft Alois Schwartz also bei den Trainern einen leichten Vorteil für den SVS.

Mit zwei Vorteilen für die Gäste in der Historie kommen wir nun in die Gegenwart. Wie bereits beschrieben trifft der 18. Auf den 15. Der Tabelle. Es treffen die beiden Heimschwächsten Teams der Liga aufeinander, nur das der SVS diesmal zum Leidwesen aller Ingolstädter auswärts antreten darf. In der Ferne konnten die Sandhäuser bereits 5 und damit mehr als doppelt so viele Siege feiern wie Ingolstadt im Audisportpark. Somit sind wir bei einem statistischen Vorteil von 3:0 zu Gunsten des Sportvereins, bevor wir in die Lieblingskategorie gehen, in der der SVS diese Saison noch keinen statistischen Vergleich für sich entscheiden konnte.

Die Expected Goals zeigen für Ingolstadt zu Hause einen Wert von 1,14 xG auf, was den des SVS auswärts (0,78 xG Away) um Längen schlägt. Auch bei den xGA Werten geht der FCI als Sieger auf den Platz. Den Wert von 1,48 überbietet der SVS mit seinem Wert von 2,3 locker. Also Buisness as Usual bei den xG Werten. Der SVS muss die letzte Kategorie abgeben und gewinnt meinen statistischen Vergleich trotzdem mit 3:1. Hoffen wir mal, dass das ein gutes Omen für das Spiel am Sonntag sein wird.   

Der Gegner

Den heutigen Konkurrenten aus Ingolstadt stellt uns Max vor. Max ist 27 Jahre alt und bloggt regelmäßig auf dem schwarzrot-blog über seinen Herzensverein. Schaut euch gerne seinen Twitterauftritt und seine Texte auf dem Blog an. Beides lohnt sich sehr. Und nun viel Spaß mit den Antworten von Max auf meine Fragen zum FC Ingolstadt 04.

Noch zum Winter hatten alle Ingolstadt abgeschrieben und jetzt starten sie nach der Länderspielpause mit einem 5:0 in Nürnberg. Welche Aussagekraft hat dieses Spiel für den weiteren Saisonverlauf und wie gut tat es der Fanseele? 

Das 5:0 war unser höchster Zweitliga-Auswärtssieg aller Zeiten. Unglaublich, schön, so plötzlich, so großartig. Ich habe mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einem Sieg, schon gar nicht in dieser Art und Weise. So groß die Freude war und ist, ist das viel richtungsweisendere Spiel am Sonntag gegen euch. Wenn wir euch schlagen, sind wir wieder voll mit dabei im Kampf um den Klassenerhalt. Also die wahre Wertigkeit dieses 5:0 wird sich erst ganz am Saisonende zeigen. 

Ähnlich wie in Sandhausen wurde im Winter umfänglich am Kader nachgebessert. Welchen Eindruck hinterlassen die Neuen bisher und wie zufrieden sind die Fans mit der Arbeit der sportlichen Leitung?

Hans Sarpei (kam von Greuther Fürth) hat sich sofort ins Team eingefügt. Er agiert sehr abgezockt und ruhig und das mit 23 Jahren. Außerdem bringt er eine enorme technische Stärke als Sechser mit. Florian Pick (Heidenheim) hat gegen Nürnberg gezeigt, was in ihm steckt. Visar Musliu (Fehervar, Ungarn) hat gegen Nürnberg ein starkes Debüt gegeben. Ebenso Valmir Sulejamani (Hannover 96), er kam als Joker ins Spiel und traf prompt. Unsere neue Nummer eins Dejan Stojanovic hatte einen schweren Einstand. Er hat Fabijan Buntic als jahrelange Nummer eins abgelöst und gegen Heidenheim einen dicken Bock geschossen. Ich bin aber überzeugt, dass er mit guten Leistungen sich Vertrauen erarbeiten kann.

Mit Rüdiger Rehm sitzt bereits der 3 Trainer der Saison auf der Bank des FCI, was sich in einem besseren Punktschnitt für die Mannschaft widerspiegelt. Was hat er seit seiner Ankunft verändert wie lässt er die Mannschaft im Vergleich zu seinen Vorgängern spielen? 

Rüdiger Rehm sagt über sich selbst, er hat es in Wehen-Wiesbaden und Bielefeld geschafft, Kontinuität reinzubringen. Bei beiden Klubs wechselten die Trainer oft, bis er kam. Wenn sich das bei uns bewahrheitet, hätten wir nach langer Zeit auch mal wieder Ruhe auf dem Trainerposten. 

Was er mitgebracht hat, ist denke ich viel Gnadenlosigkeit. Ich erkenne bei ihm eine große Entschlossenheit und auch den Willen, alles in Frage zu stellen. Marc Stendera und Maximilian Beister wurden vor die Tür gesetzt. Fabijan Buntic wurde als Nummer eins durch einen Leihspieler (Stojanovic) ersetzt. Er setzt also in allen Belangen auf gnadenlosen Konkurrenzkampf und signalisiert somit der Mannschaft: wer nicht spurt wird Probleme bekommen. Ich denke, das Team, dass jetzt scheinbar sinnvoll verstärkt wurde, genauso einen knallharten Trainer braucht. Klar kommuniziert ist auch: wenn es runtergeht, bleibt Rehm an Bord. Er wird also der letzte Trainer in dieser Saison bleiben. Sagt die Sportliche Leitung zumindest. 

Spielerisch setzt Rehm auf Pressing und gegen Nürnberg denke ich, hat man seine spielerische Idee klargesehen. Er hat in der Startelf in der Offensive auf schnelle und technisch starke Kräfte gesetzt, das hat sich ausgezahlt. Die Bälle liefen gut und vor allem flach, auch das Umschaltspiel war temporeich. Und auch in der Zweikampfführung trat die Mannschaft sehr giftig und gallig auf. Ich bin überzeugt, wenn das Team diese Grundtugenden: Kampf, Leidenschaft, Galligkeit und ständiges nerven des Gegners beibehält, geht noch was in der Restrunde. 

Gespannt bin ich wie er in Zukunft mit den Personalien Stefan Kutschke und Marcel Gaus umgehen wird. Wenn die Spieler, die gegen Nürnberg auf dem Platz standen, weiter so auftreten, haben es Kutschke und Gaus ganz schwer zurück in die Startelf zu kommen. Vor allem unter den Umständen, dass Rüdiger Rehm gnadenlos auf das Leistungsprinzip setzt, aber jetzt endlich Alternativen hat. Lange konnte er im Sturm gar niemanden anderen aufstellen. 

Mit welcher Aufstellung ist am Sonntag gegen den SV Sandhausen zu rechnen?

Einfach die Aufstellung gegen den 1. FC Nürnberg anschauen. Ich gehe davon aus, dass wir mit dem gleichen Team auftreten.

Wie ist die Stimmung an der Donau im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg allgemein einzuschätzen? Wie stehen die Fans aktuell zu Ihrem FCI? 

Ich versuche nicht allzu weit auszuholen. Das Chaos und die schlechten Leistungen sind keinem verborgen geblieben. Es war eine Euphorie vorhanden. Viele, auch ich haben an den neuen Schanzer Weg geglaubt. Also mit jungen Spielern arbeiten, sich nicht so stark extern verstärken und mit einem Trainer mit Stallgeruch (Roberto Pätzold) die schwere Mission Klassenerhalt antreten. Leider hatten wir das Verletzungspech lange an uns kleben und es hat sich auch gezeigt, das Team und Trainer zu überfordert und unerfahren waren. Vor allem bei Roberto Pätzold war nach den Klatschen gegen Darmstadt (6:1) und St. Pauli (4:1) die Ratlosigkeit regelrecht anzusehen. Unter André Schubert, den einige gut fanden und einige ziemlich bescheiden (ich gehöre zu letzteren) hat sich kaum etwas gebessert. Der Punkteschnitt war katastrophal unter ihm. Kein Trainer war je schlechter! 

Im Großen und Ganzen hat man sich arrangiert damit, dass es ein Wunder braucht für den Klassenerhalt. Wenn wir es jetzt packen, wäre es eine Sensation, wenn wir absteigen, bestätigt sich etwas, was sich über lange Zeit in der Saison angedeutet hat. Beziehungsweise auch schon vor der Saison, denn wir waren von Anfang an, der Außenseiter. 

Wenn uns jetzt gegen euch dieser wichtige Sieg gelingt, könnte sich die Stimmung dann richtig ins Positive drehen.

Das Spiel im Audispportpark ist für beide Vereine richtungsweisend. Wie geht es aus?

Ich glaube das wird eine richtige zähe Geschichte. Eure Formkurve zeigt aktuell eher nach oben als nach unten. Wenn wir mit viel Willen und Leidenschaft auftreten gewinnen wir das Spiel. Auch weil ich euer Nachholspiel unter Woche beim KSC als Vorteil für uns sehe. Und da zu jeder Vorhersage auch ein Tipp gehört, sage ich: ein 2:1-Sieg für den FCI. 

Der SVS

Wie lief das letzte Spiel und welchen Einfluss hat das auf das Spiel gegen Ingolstadt?

Das letzte Spiel liegt noch gar nicht lange zurück. Durch den 0:2 Auswärtssieg in Karlsruhe, konnte die Mannschaft zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit die Abstiegsränge verlassen und den Relegationsplatz auf drei Punkte distanzieren. Den Spielbericht hier zu findet ihr natürlich ebenfalls auf dem Blog.

Das Spiel in Karlsruhe wurde von mir vorab als Bonus Spiel deklariert. Diese Bonuspunkte hat die Mannschaft eindrucksvoll eingefahren. Nach dem 2:0 Heimerfolg gegen Aue war das Spiel in Karlsruhe die Bestätigung eines Aufwärtstrends. Mit der Euphorie, die jetzt innerhalb der Mannschaft und auch innerhalb der Fanszene herrscht, ist es eine komische und ungewohnte Situation, mit der man jetzt nach Ingolstadt fährt. Trotz des eindrucksvollen 0:5 Auswärtserfolges der Ingolstädter in Nürnberg geht der SVS meiner Meinung nach als Favorit in das Spiel am Sonntag.

Das ist eine Ausgangssituation, die die Mannschaft in dieser Saison noch nicht so oft hatte. Wie sie damit umgehen wird, wird am Sonntag entscheidend sein. Nach den vergangenen beiden Parteien, ist die Erwartungshaltung grundsätzlich etwas höher. Nicht weil die Fans direkt die Bodenhaftung verlieren würden, sondern weil die Mannschaft nun über 180 Minuten gezeigt hat, dass sie mehr leisten kann, als sie im bisherigen Saisonverlauf gezeigt hatte. Der Wille, der Einsatz, die Mentalität die die Mannschaft in den Spielen gezeigt hat war das, was die Fans die komplette Vorrunde über vermisst und lautstark gefordert hatten. Es wäre schade, wenn diese Attribute nun durch eine veränderte Ausgangslage wieder verschwinden würden.

Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich persönlich mir das jedoch aber nicht vorstellen, da es so scheint als wäre die Mannschaft gefestigter als noch zu Beginn des Jahres. Dies hängt sicherlich auch mit den Neuverpflichtungen zusammen, die auch von meiner Seite zu anfangs kritisch beäugt wurden, sich im Wochenverlauf aber schon ordentlich Kredit erspielt haben.

Wie könnte die Mannschaft auflaufen?

Alois Schwartz wird meiner Meinung nach einige Veränderungen an der Startelf vornehmen (müssen). Dies liegt nicht an den Leistungen der einzelnen Spieler, sondern an der Ausgeglichenheit, die der Kader mittlerweile hat. Schon vor dem Aue-Spiel hatte Schwarz angekündigt zu gegebener Zeit rotieren zu wollen. Und dies nicht nur aus taktischen, sondern auch aus belastungstechnischen Gründen.  

Im Tor wird zu 100 % natürlich wieder Patrick Drewes stehen, an dem aktuell und schon seit Beginn der Saison kein Weg vorbei geht.

Die Defensivkette wird aufgrund der Gelbsperre von Ajdini wohl nur auf der Rechtsverteidiger Position verändert werden, wo Kapitän Diekmeier für den Gesperrten in die Mannschaft rücken wird. Mit Dumic und Zhirov hat sich eine Innenverteidigung gebildet die sich wohl so schnell nicht auflösen wird, sollte es keine Sperre oder Verletzungen geben. Auch auf der Linksverteidigerposition wird es keinen Wechsel geben da Okoroji in den vergangenen beiden Partien gezeigt hat zu was er zu leisten im Stande ist. Nicht nur dass er defensiv stabiler steht wie noch in der Vorrunde, auch im Vorwärtsgang zeigt er nun das was man sich von ihm bei seiner Verpflichtung versprochen hat.

Das defensive Mittelfeld und damit auch die Verbindung zwischen Innenverteidigung und offensivem Mittelfeld/Flügelspielern wird am Sonntag meiner Meinung nach Tom Trybull wieder alleine stellen, da gegen Ingolstadt wohl eine etwas offensiver Aufstellung zu erwarten sein wird als gegen Karlsruhe. Auch das ist eine Veränderung, die mir Freude macht. Alois Schwartz hat schon gegen Aue Mut gezeigt und die Lösung nicht nur in einer defensiven Einstellung gesucht. Dafür muss leider einer von den beiden anderen Mittelfeldspielern weichen (Zenga und Bachmann), wobei ich vermute, dass es Bachmann treffen wird, der für Ritzmaier weichen muss.

Auf den Außenbahnen wird Schwartz wahrscheinlich nicht experimentieren und ein weiteres Mal mit Berko und Soukou beginnen. Auch in der Sturmspitze wird es keine Experimente geben und Testroet den alleinigen Neuner geben.

Interessant bleibt weiterhin die Frage was mit Neuverpflichtung Kuol ist, da er es zwei Spieltage hintereinander schon nicht in den Spieltagskader geschafft hat. Für einen Spieler, der aus dem vollen Trainingsbetrieb kam und in Stuttgart regelmäßig über 90 Minuten ging, sicher nicht befriedigend. Wenn wir schon bei beim Kader sind, bleibt noch zu sagen was für ein Vorteil das in der aktuellen Situation sein kann, dass fast ohne Qualitätsverlust während des Spiels gewechselt werden kann. Schon gegen Aue haben das Berko, Kutucu und Deville gezeigt und auch gegen den KSC tat es dem Spiel keinen Abbruch, als Schwartz Sicker, Deville und Diekmeier ins Spiel brachte.

Jedes Spiel ist wichtig, klar. Aber wie ist das kommende Spiel einzuordnen? Wo geht die Reise hin, welche Gefahren, aber auch Möglichkeiten bietet das Aufeinandertreffen mit dem FC Ingolstadt 04?

Schon vor Wochen Frist habe ich die kommende Woche als Woche der Wahrheit ausgerufen. Die gilt es nun positiv zu beenden, nachdem man sich in den ersten beiden Spielen eine so grandiose Ausgangsposition erarbeitet hat.

Schafft der SVS auch in Ingolstadt den Sieg, hat man mit 26 Punkten ein ordentliches Polster zu den direkten Abstiegsplätzen geschaffen. Man würde nicht nur die Distanz zu Aue und Düsseldorf halten oder im Best-Case noch vergrößern, sondern letztendlich auch Ingolstadt wohl eine Art „Todesstoß“ versetzen. Damit wäre der erste Kontrahent um den Klassenerhalt so gut wie ausgeschaltet.

Außerdem folgen nach dem Ingolstadt Spiel wieder mindestens zwei Partien, bei denen man nicht mit Punkten rechnen darf. Zuerst kommt der aktuell unglaublich starke Hamburger Sportverein an den Hardtwald, gegen den es in der aktuellen Verfassung auch Teams wie St. Pauli oder Darmstadt mehr als schwer hatten. Im Anschluss daran geht es nach Heidenheim weiter, zu einer Mannschaft die kaum Torchancen zulässt und absolut effektiv mit den eigenen umgeht, was sie zu Recht immer noch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden lässt. Erst danach folgt mit dem Heimspiel gegen Hannover 96 wieder eine Partie, in der man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen kann, wie die Vorzeichen stehen werden.

Die nächsten beiden Spiele, sind welche die man im Normalfall verlieren wird und somit wieder ein bisschen an Punkte einbüßen werden muss. Schafft man jedoch diese perfekte Woche abzuschließen, hat man sich nicht nur einen Punktevorsprung erarbeitet, sondern wohl auch einen Kredit bei den ZuschauerrInnen, von dem man lange in die Rückrunde hineinzerren könnte und somit die Ruhe im Umfeld bewahren würde. Auch für die Mannschaft wäre es einfach verdient, wenn sie sich nach dieser Leistungssteigerung nach der Länderspielpause mit neun Punkten belohnen könnte.

Für das Mannschaftsgefüge an sich ist es immer zuträglich, erfolgreich zu spielen, da es nicht nur Selbstvertrauen gibt, sondern auch für eine gewisse Akzeptanz und Ruhe innerhalb des Kaders sorgt. Schon in Karlsruhe hat man gesehen und gehört, dass es in der Mannschaft zu einer Veränderung gekommen ist, was durch Lautstarkes anfeuern der Ersatzspieler und aufrichtiges mitfiebern gut zu erkennen war. Das die Mannschaft sich nach einem Spiel auf dem Feld nochmal zusammentut und es zu einer Ansprache kommt, an der gut sichtbar auch Kabaca und Machmeier teilgenommen haben, kann sicher als Zeichen für eine neue Dynamik gewertet werden. Diese gilt es zu bewahren und so lange wie möglich zu konservieren bzw. zu kultivieren.

Was beschäftigt den geneigten SVS Anhänger sonst noch so?

In Fankreisen ist es natürlich in einer so erfolgreichen Woche eher ruhig anstatt turbulent. Vielmehr rudern viele der AnhängerInnen aktuell zurück was die Kritik an der sportlichen Leitung angeht, die vor allem nach dem Regensburg spiel einen neuen Höhepunkt erreichte. Für das verbesserte Stimmungsbild hat die Mannschaft in den vergangenen beiden Partien genügend Argumente geliefert.

Vor allem die Neuverpflichtungen, allen voran Dario Dominik und Tom Trybull, haben sich in zwei Partien schon fast zu unersetzlich stützen entwickelt. Aber auch die bisher eingesetzten Neuverpflichtungen, die von der Bank kamen, namentlich Ahmed Kutucu, Erich Berko und Maurice Deville, haben gezeigt das sie dem Kader eine andere Art von Tiefe geben können. Hier muss man ganz klar attestieren, dass Mykail Kabaca in Zusammenarbeit mit Jürgen Machmeier gute Arbeit in der Winterpause beziehungsweise am DeadlineDay geleistet hat.

Nichts desto trotz darf nicht unterschlagen werden, dass es sich bei diesen Transfers einzig und allein um Korrekturen einer miserable Kaderplanung im Sommer handelt. Die von mir im Artikel Machmeier, Kabaca & Co. genannten Zahlen existieren weiterhin. Wir sprechen immer noch von 49 Transfers die alle in den letzten sieben Monaten getätigt wurden. Letztlich war diese Transferperiode für beide auch die letzte Patrone, die sie einlegen konnten. Dessen waren sich die beiden Herren sicher auch bewusst, was man im Anschluss an das Karlsruhe Spiel sehr deutlich im TV sehen konnte, als beide sich im Kreise der Mannschaft aufhielten und der Chef höchstpersönlich eine Ansprache ans Team hielt. Das war so in dieser Saison noch nicht zu sehen, zeigt aber auch die klaren Verhältnisse innerhalb des Vereins und die Strukturen in der sportlichen Führung. Machmeier gibt den Ton an und Kabaca folgt ihm. Nichts desto trotz, bin ich sehr froh, wenn wir über die sportliche Leitung nicht mehr sprechen, sondern die Kritik relativieren müssen, weil sich der Erfolg beziehungsweise die entsprechenden Ergebnisse einstellen.

Es wäre schwer zu vermitteln gewesen, in dieser Konstellation weiter zu arbeiten, wenn nach den weitreichenden Veränderungen am Kader kein Ergebnis sichtbar geworden wäre. Sollte sich die sportliche Situation weiter so entwickeln wie aktuell und man mit dieser Einstellung den Abstiegskampf angehen, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Fans auch im Falle eines Abstiegs relativ befriedet hinter der Mannschaft stehen, auch wenn ein Abstieg mit der Qualität im Kader trotz allem unverständlich wäre. Nach so einer Hinserie kann jedoch nicht zwingend vom Klassenerhalt ausgegangen werden. Trotz der aktuell sehr positiven Entwicklung darf nicht vergessen werden das im weiteren Saisonverlauf nur noch Teams auf den SVS warten, die über dem Sportverein angesiedelt sind. Mit dem FC Ingolstadt trifft man am Wochenende auf den letzten der drei Vereine die aktuell unter den Sandhäusern stehen. Dies schließt natürlich nicht aus das man gegen Teams wie Rostock, Dresden, Hannover oder auch Kiel trotzdem Punkten darf.

Und das ist es denke ich auch, was die SVS Fans in dieser Woche am meisten beschäftigt. Die Vorfreude auf das nächste Spiel kombiniert mit der Sorge, dass es sich bei den vergangenen beiden Patienten nur um ein kurzes Hoch handelt. Wie sich die Mannschaft präsentiert hat ist das nur schwer vorstellbar, da sich doch so etwas wie Teamgeist entwickelt hat und man jedem Einzelnen ansah, dass er verstanden hat in welcher Situation sich der Verein befindet und was dafür getan werden muss um das Schlimmste zu verhindern.

Spieltagstipp

FC Ingolstadt 04 – SV Sandhausen 1:2

Der Sicherheitstipp unter den Auswärtssiegen. Wenn ich schon auf den dritten Sieg in Folge hoffe, darf ich nicht so vermessen sein und das dritte zu Null in Folge erwarten oder eine Treffsicherheit, die über die bisherigen Spiele hinausgeht. Jedoch würde ich mich natürlich auch mit einem ähnlichen Ergebnis zufriedengeben, welches Ingolstadt letzte Woche in Nürnberg erzielt.

2 Kommentare zu „#59 – VDS / FC Ingolstadt – SV Sandhausen

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