#50 – VDS / SV Sandhausen – FC Erzgebirge Aue

Abstiegsgipfel am Hardtwald. Der 21. Spieltag bringt der zweiten Liga Das Kellerduell zwischen dem SV Sandhausen und dem FC Erzgebirge Aue, dass am 05.02.2022 um 13.30 Uhr im Hardtwaldstadion stattfinden wird. Der SV Sandhause steht mit 17 Punkten einen Platz und zwei Punkte vor den Gästen aus dem Erzgebirge.

Beide Mannschaften trafen in ihrer Historie bisher 21-mal aufeinander, wobei 17 Spiele davon in der zweiten Bundesliga und 4 in der 3. Liga stattfanden. Über die Wettbewerbe hinweg spricht die Bilanz eindeutig für den FC Erzgebirge. Die Gäste konnten 10 der 21 Duelle für sich entscheiden. Der SV Sandhausen konnte 5 Partien gewinnen, in den 6 restlichen Spielen trennten sich beide Vereine unentschieden. Dementsprechend ernüchternd ist auch die Heimbilanz des SVS gegen Aue. Der letzte Sieg liegt am Samstag fast taggenau 5 Jahre zurück und datiert vom 04.02.2017. Die Abergläubigen unter uns können diesen Fakt sehr gerne nutzen, um das Spiel am Samstag als den richtigen Zeitpunkt zu deuten, nach einem halben Jahrzehnt wieder einen Heimsieg gegen die Gäste zu feiern. Auch kann sicher als positiv gewertet werden, dass der erfolgreichste Torschütze des Duells, Pascal Testroet, seit dieser Saison für den SVS auf Torejagd geht.

Die Trainerstatistik entscheidet Alois Schwartz auch wegen des Umstandes, dass sein Gegenüber Marc Hensel erst seit dem 07.10.2021 auf der Trainerbank sitzt und noch nicht mal eine Lizenz besitzt. Das führt auch dazu, dass offiziell Pavel Dotchev als Trainer geführt wird. Die Bilanz von Schwartz gegen Aue liest sich mit 3 Siegen, 3 Unentschieden und 2 Niederlagen bei einem Punkteschnitt von 1,5 recht ausgeglichen. Auch ist er für einen der beiden Heimsiege verantwortlich, die der SVS gegen den FC Erzgebirge erreichen konnte und hat in seinen weiteren Heimspielen mit dem SVS nie verloren.

Während der SVS bekanntermaßen das schwächste Heimteam der Liga ist, sind die Gäste vor Ingolstadt das zweitschwächste Team auf fremden Plätzen. Mit 7 Punkten haben sie jedoch trotzdem mehr als doppelt so viele geholt als der SVS im Hartwaldstadion. Kombiniert mit den ExpectedGoals Werten der beiden Teams erwartet alle Fußballfans wohl ein absoluter Gruselkick. Während der SVS weiter einen XG Home Wert von unter 1 aufweist (0,93), schafft es Aue knapp über die 1 (1,13). Ähnlich sieht es bei den Werten für die xGA Statistik aus. Während Sandhausen zu Hause eine 1,6 stehen hat, sehen wir bei Aue eine 1,66 auswärts. Keine Zahlen die auf stabile Abwehrreihen oder gefährliche Stürmer hinweisen.

Der Gegner

Die Fragen diese Woche zum FC Erzgebirge Aue hat mir Thomas vom Fanpodcast 2 Gekreuzte Hämmer beantwortet. Gemeinsam mit Martin (Twitter: @mvan_elten) und Tobias nimmt er regelmäßig mit große Freude neue Folgen) auf. Neben dem Blick auf das Spielerische werfen die 3 auch immer einen Blick auf das Vereinsleben und nehmen die Außendarstellung des Vereins ins Visier. Das keiner der 3 im Erzgebirge wohnt (Hamburg, Potsdam, Dresden) ist da oft förder – anstatt hinderlich. Auch werden immer wieder Fans des jeweiligen Gegners eingeladen, was für Abwechselung sorgt und den Podcast nicht nur für Fans des FC Erzgebirge interessant macht. In der aktuellen Folge ist zum Beispiel Stefan vom SVS Fanclub Carpe Diem zu Gast und gibt seine Expertise zum Spiel und zum SV Sandhausen ab.  Hier kann ich eine absolute Hörempfehlung aussprechen.

Nun aber erstmal viel Spaß mit den Fragen und Antworten rund um den FC Erzgebirge Aue.

Nach den vergangenen Spielzeiten hat man sicher nicht mit Abstiegskampf geplant im Erzgebirge. Kam diese Saison viel zusammen oder steht die Mannschaft zurecht auf dem 17. Tabellenplatz?

Es brodelte schon länger im Club, nicht erst in seit dieser Saison. Mit dem ausgewiesenen Fachmann Dirk Schuster hatte man sich über mehrere Jahre eine sehr defensive Spielweise angeeignet, mit der man sich inkl. Geschick und Glück regelmäßig in der Liga behauptet hatte und sehr selten in echte Abstiegssorgen kam. Dennoch kam es in der Rückrunde der letzten Saison zum Bruch zwischen Trainergespann, Klubführung und Mannschaft, was mit Schusters dauerhafter “Krankmeldung” nach dem 3:8 im Heimspiel gegen Paderborn endete. Echte Details sind nicht bekannt. Offiziell war man sich nicht einig über die zukünftige Ausrichtung des Vereins und die Zusammenstellung der Mannschaft. Von einigen Teilen der Fanszene und wohl auch von Seiten der Vereinsführung warf man Schuster vor, zu wenig in die mittelfristige Kaderzusammenstellung zu investieren. Gefühlt ruhte man sich zu sehr auf dem Status Quo aus und schaute eher von Spiel zu Spiel. Hoffnungsvolle Talente wurden wenig ins System integriert oder aufgebaut.

In dieser Zeit performte die Mannschaft oft aufgrund der funktionierenden Unterschiedsspieler Martin Männel, Paco Testroet und Florian Krüger. Mit etablierten Zweitligaspielern wie Gonther, Ballas, Fandrich, Hochscheidt und Nazarov hat es immer gereicht, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wenn man nun die Namen so liest, ist es auch nicht verwunderlich, dass wir zuletzt das älteste Team der 2.Liga hatten. Zwangsläufig stand deshalb im Sommer der Umbruch an. Mit Alex Shpilewski holten man einen jungen Trainer, der diesen Wandel hin zu einer jungen, offensiv starken Mannschaft formen und begleiten sollte. Die Vorzeichen standen aber von Anfang an unter keinem guten Stern. Mit den Abgängen von Paco Testroet zu einem anderen Zweitligisten (🙄) und Florian Krüger zu Bielefeld verlor man in der Sommerpause seine komplette Offensivpower der letzten Jahre. Selbst diverse Neuzugänge in der Offensive konnten bisher nicht ansatzweise in deren (zugegebenermaßen riesigen) Fußstapfen treten. Und auch der Systemwechsel hin zu offensivem Attraktivitätsfußball sollte nicht gelingen. Gemäß dem Motto “Schuster, bleib bei deinen Leisten” (hihi) spielt man unter Teamchef Marc Hensel nun wieder defensiv orientierten Fußball und hofft vorn auf ein Wunder.  Aber dazu gleich mehr…

Um auf die Frage zu antworten: Allen Auefans war klar, dass es nach dem Umbruch im Sommer eine sehr, sehr schwere Saison werden wird. Aufgrund der Leistungen steht man zurecht im Tabellenkeller. Wenn die Neuzugänge einschlagen und das Spielglück sich etwas mehr auf unsere Seite schlägt, ist in dieser Saison vielleicht noch was drin.

In Sandhausen sehen wir aktuell unterirdischen Fußball und setzen unsere Hoffnungen fast mehr in die Schwächen von Aue und Ingolstadt, als in die Leistungsfähigkeit der eigenen Mannschaft. Welche Hoffnungen hat man als Fan des FC Erzgebirge?

Also bei uns ist es so: In Aue sehen wir aktuell unterirdischen Fußball und setzen unsere Hoffnungen fast mehr in die Schwächen von Sandhausen und Ingolstadt, als in die Leistungsfähigkeit der eigenen Mannschaft. Isso.

Viele Leistungen in den letzten Spielen bestätigen die These, dass die Mannschaft aktuell nicht zweitligareif ist. Viele Fans wollen es (verständlicherweise) nicht mehr hören, aber es fehlen ganz eindeutig die Unterschiedsspieler der letzten Saisons. Und auch die, die noch bei uns sind, sind in einem gewissen Alter, in dem man einen Leistungssprung nicht mehr erwarten kann. Und so führte uns die Spirale von Erfolgslosigkeit, geringem Selbstbewusstsein und häufigen Systemwechseln im Herbst in den Tabellenkeller.

Hoffnungsschimmer gibt es trotzdem: Mit Marc Hensel hat man einen Mann an die Seitenlinie geholt, der den Verein in und auswendig kennt – ja, diesen Verein lebt. Von seiner Identifikation und Leidenschaft kann sich die ganze Mannschaft etwas abschneiden. Leider wird aktuell aber auch immer wieder sichtbar, dass Leidenschaft auch eine Eigenschaft ist, die Leiden schafft. Die Angst, dass Marc Hensel sich an der Aufgabe verbrennt, ist akut.

Und natürlich legen wir auch unsere Hoffnungen in die Neuzugänge: Mit Jann George vom SSV Jahn und Prince Owusu von Paderborn haben wir 2 Offensivkräfte geholt, die die 2 Liga kennen. Der von uns dringend gebrauchte Torjäger ist aber wahrscheinlich keiner von beiden. Mit Jannis Lang aus Wolfsburg haben wir einen 19jährigen Abwehrspieler geholt, der unsere etablierten aber harmlosen Abwehrkräften etwas Feuer unter dem Hintern machen soll.

Dass die Mannschaft auch Fußballspielen kann, hatte die Partie Anfang Januar am Millerntor gezeigt. In dem Spiel hatte das Team völlig verdient einen Punkt beim Tabellenführer geholt und noch bis in die Nachspielzeit sogar vom Dreier auf St.Pauli träumen können. Es geht also, aber es muss dann doch auch einiges bei solchen Erfolgserlebnissen zusammenkommen. Leider ist das diese Saison viel zu selten passiert…

Als ferner Beobachter war der Rauswurf Shpilevskis im September nicht nur durch die Art und Weise besonders. Hätte man ihm mehr Zeit geben müssen oder war der letztendliche Wechsel zu Dotchev die richtige Entscheidung?

Shpilevski hatte eine andere Mannschaft im Sommer versprochen und das auch gehalten. Eine durchwachsene Vorbereitung wurde rückblickend relativ erfolgreich durch 3 Punkte aus 3 Spielen (Nürnberg-A, St.Pauli-H, Schalke-A) aufgefangen. Man schien auf einem guten Weg. Dann kam das Heimspiel gegen euch und die ominöse 80. Minute. Wir hatten in der 2.Halbzeit eure 0:1 Führung ausgeglichen und waren am Drücker. In der 80.Minute macht auch Dimi Nazarov das verdiente 2:1, stand dabei aber wohl mit seinem Hinterteil wenige cm im Abseits. Das Tor wird zurückgenommen und ihr macht noch 2 Tore. Für mich ist das DER entscheidende Moment der Hinrunde, weil wir uns davon lange nicht erholt haben. Statt mit Mut und Selbstbewusstsein im gesicherten Mittelfeld zu stehen, waren wir auf einmal unten drin. Niederlagen gegen Kiel, Düsseldorf und Paderborn folgten. Damit war dann auch Mitte September für Shpilewski in Aue Schluss. Nach dem 3:8 gegen Paderborn durfte er nicht mal mehr auf die Pressekonferenz. Leider ein typischer Umgang in Aue.

Ob das System Shpilewski irgendwann gezogen hätte, ist offen. Klar ist, dass ein solcher Systembruch in der Mannschaft im Sommer nicht direkt klappen kann. Neue Spieler in der Offensive, die gerne den Ball haben, müssen integriert werden. Auch die Abwehrspieler, die hinter aufräumen sollen, wurden geholt, tun sich aber auch sehr schwer. Wahrscheinlich war der Umbruch im Sommer zu groß, ja. Aber leider wohl auch unumgänglich. Wir müssen nun durch dieses Tal der Leiden. Hier hindurch führen sollen uns seit Herbst der genannte Marc Hensel als Teamchef (weil keine Lizenz) und Pavel Dotchev als Cheftrainer auf dem Papier.

Mit Owusu, George und Lang gab es in Aue bisher 3 Neuverpflichtungen im Winter. Sind sie direkt Kandidaten für die erste Elf? Und wie könnte die gegen den SVS aussehen?

Prince Owusu hat in den ersten beiden Spielen direkt als Stoßstürmer gespielt. Auf St.Pauli zeigt er eine gute Leistung und hat einen tollen Assist auf Ben Zolinski gegeben, der zum 1:0 führte. Im 0:5 Debakel gegen Schalke hat man wenig gesehen, was auch damit zu tun hat, dass wir insgesamt komplett unterlegen waren und hierbei sich natürlich auch die Stürmer wenig beweisen konnten. Nach diesen ersten beiden Auftritten kann man sagen, dass es erstmal ein guter Transfer ist. Das ist aber auch leicht gesagt, denn unsere bisherigen Stoßstürmer wie “King” Baba Gueye und der mittlerweile wieder gegangene Antonio Mance hatten zuletzt gar keine Offensivpower mehr. Und bevor jemand fragt: Defensivpower natürlich auch nicht. Also wird man sehen, was Owusu bei uns bringt. Die Hoffnungen sind auf alle Fälle hoch. Die Zahlen (ca. 30 Zweitligaspiele, 0 Tore) sprechen jedoch auch eine Sprache, die selbst wir im Erzgebirge verstehen.

Jann George aus Regensburg ist eine multipel einsetzbare Offensivkraft. Was mir an ihm gefällt, ist, dass er Erfahrung in der 2.Liga hat. Wo wir sonst sehr junge Talente in der Offensive haben, die zwar allesamt Fußball spielen aber weniger Fußball kämpfen können, könnte er eine Konstante in der Offensive werden. Bisher haben wir ihn nur kurz gegen St.Pauli eingewechselt. In Sandhausen könnte ich ihn mir gut von Anfang an vorstellen.

Jannis Lang kam aus Wolfsburg und hat hier als 19jähriger zuletzt bei den Profis mittrainiert. Da wir in die Hinrunde auch immer wieder hinten drin uns sehr hüftsteif präsentiert haben, ist jede Investition in die Abwehr erstmal gut. Man müsste das Training beobachten, wie Jannis sich präsentiert. Wahrscheinlich wird er in Sandhausen eher auf der Bank Platz nehmen. (Das einige diesen Transfer mit klammem Blick auf die 3.Liga als richtungsweisend bewerten, will ich hier auch kurz erwähnt haben.)

Das Spiel im Hardtwaldstadion ist für beide Vereine richtungsweisend. Wie geht es aus?

Aus den letzten 7 Spielen haben wir einen Punkt geholt. Natürlich müssen wir nun langsam mal die Wende einleiten. Sandhausen ist da für uns erstmal kein unschlagbarer Gegner. Angeknockt, wie wir – neue Mannschaft, wie wir – Zukunftsängste, wie wir. Der Gewinner dieses Spiels wird nicht alle Sorgen los sein und der Verlierer wird nicht abgestiegen sein. Dennoch ist es für beide ein richtungsweisendes Spiel, in dem es vor allem darum gehen wird, Selbstbewusstsein zu tanken. Und das werden wir am Samstag: Wir gewinnen 1:0, Nazarov per Elfmeter in der 89.Minute. (Nachdem Testroet in der 87.Minute mit seinem Elfer an Männel scheitert.)

Mit Gerd Schädlich ist der Rekordtrainer des FC Erzgebirge mit 69 Jahren gestorben. Für jemand, der nicht so sehr mit dem Ost Fußball vertraut ist, ist der Name trotzdem nicht unbekannt. Welche Bedeutung hatte er für Aue und die Fans?          

Das war ein Schock. Am letzten Samstag ist unser Erfolgstrainer Gerd Schädlich im Alter von 69 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Für uns im Erzgebirge ist er eine Ikone. Er hat die Mannschaft 1999 übernommen, sie 2003 erstmals in die 2.Liga geführt und sie dort Jahr für Jahr gehalten. Dies hat er nicht mit Investorenmillionen geschafft, sondern durch einen nachhaltigen Aufbau der Mannschaft und seine einzigartige Mentalität. Er passte einfach zu uns, “wie Arsch auf Eimer”. Auch nach seiner Entlassung im Jahr 2007 war er immer ein gern gesehener Gast im Stadion und ein wichtiger Berater für die Vereinsführung. Das Wort “Legende” sagt man oft, hier ist es aber zu 100% angebracht. Danke, GERD!

(Man müsste noch viel mehr über ihn schreiben, aber dazu fehlt mir die Kraft.)

Der SVS

Wie lief das letzte Spiel und welchen Einfluss hat das auf das Spiel gegen Regensburg?

Das letzte Spiel fiel bekanntermaßen aus, daher verweise ich für diese Frage erstmal auf den Vorbericht zum Spiel gegen den Karlsruher SC. Was jedoch seit der Spielabsage passiert ist, sind zwei Testspiele der Mannschaft. Zum einen gab es einen 6:0 Erfolg gegen den FSV Frankfurt, sowie ein 2:2 beim SC Freiburg. Zwei Spiele mit qualitativ komplett unterschiedlichen Gegnern und ebenso unterschiedlichen Spielverläufen. Beides jedoch Testspiele die Hoffnung machen. Gegen einen spielstarken Bundesligisten ein Unentschieden zu erkämpfen ist ebenso lobenswert, wie einen unterklassigen Gegner konsequent und zielstrebig zu bespielen und zu gewinnen. Auch konnten sich in beiden Partien Spieler zeigen und empfehlen, die im bisherigen Saisonverlauf noch nicht auf sich aufmerksam machen konnten. Der Einfluss dieser beiden Partien wird sich wohl am ehesten in der Startaufstellung zeigen.

Wie könnte die Mannschaft auflaufen?

Die Sperre, die Diekmeier eigentlich gegen den Karlsruher SC abgesessen hätte, muss er nun gegen Aue verbüßen. Somit fehlt der Kapitän in diesem immens wichtigen Spiel für den SVS, ist jedoch bis auf die Langzeitverletzten der einzige Ausfall, der zusätzlich kompensiert werden muss.

Im Tor steht wie immer und trotz Neuverpflichtung Patrick Drewes, daran besteht kein Zweifel. Interessant wird es dann in der Verteidigung, bei der ich mir vorstellen könnte, dass im Vergleich zum Spiel gegen Regensburg nur noch Zhirov auflaufen wird. Neben ihm auf der linken Außenverteidigerposition könnte Sicker Okoroji verdrängen, während Dumic wohl Höhn vorrübergehend überholt zu haben scheint. Die rechte Außenverteidigerposition wird sehr wahrscheinlich Ajdini von Diekmeier übernehmen.

Im Mittelfeld bzw. den offensiven Außen besteht aktuell ein Überangebot, was eine Vorhersage schier unmöglich macht. Der Tatsache geschuldet, dass der SVS wohl gezwungen sein wird, dass Spiel zu machen, könnte ich mir eine offensivere Variante vorstellen, die aus einer Doppelsechs Zenga/Seufert und einem Vorgezogen Ritzmaier besteht, die auf Außen von Kutucu (links) und Soukou (rechts) unterstützt werden.

Im Sturmzentrum geht gerade gegen Aue kein Weg an Pascal Testroet vorbei, der in der aktuellen Form seiner Kontrahenten keinen Verlust seines Stammplatzes fürchten muss.

Auf verschiedenen Positionen wären natürlich auch Gaudino, Berko oder Kinsombi alternativen, die gegen Aue starten könnten. Gerade Kinsombi hat in der verlängerten Länderspielpause und gerade in den Freundschaftsspielen positiv auf sich aufmerksam gemacht. Gerade deshalb kommt der Wechsel von Erich Berko von Darmstadt nach Sandhausen doch etwas überraschend daher. Hierzu wird es jedoch einen gesonderten Transfer-Update-Beitrag geben.       

Die letzten Zeilen, sowie die Einschätzung der möglichen Startaufstellung wurden während dem 31.01.2022 geschrieben. Dieser Montag kann getrost als einer der verrücktesten Transfertage in der Geschichte des SVS beschrieben werden, was ich in der übernächsten Frage auch nochmal näher beschreiben werde. Die Aufstellung habe ich bewusst so gelassen, da alles andere ein reines Ratespiel wäre. Die Alternativen Trybull, Deville und Kuol werde ich in einer Alternativen Aufstellung nochmals versuchen zu verarbeiten. Mit den Neuverpflichtungen könnte dementsprechend auch eine Umstellung des Systems erfolgen, welches sich dann wie folgt darstellen könnte.

Jedes Spiel ist wichtig, klar. Aber wie ist das kommende Spiel einzuordnen? Wo geht die Reise hin, welche Gefahren, aber auch Möglichkeiten bietet das Aufeinandertreffen mit dem FC Erzgebirge Aue?

Man muss das Spiel nicht künstlich erhöhen, jedoch ist die Wichtigkeit immens. Es ist das erste von vielen kommenden Spielen, die zumindest im Ansatz Endspielcharakter besitzen werden. Wie Thomas oben schon geschrieben hat, wird der Verlierer des Spiels noch nicht sicher abgestiegen sein und der Gewinner sich noch nicht gerettet haben. Jedoch wird das Spiel schon zeigen, wo die Reise wahrscheinlich hingehen wird. Es treffen hier die zweitschwächste auf die drittschwächste Mannschaft der Liga und beide hatten in der bisherigen Saison große Schwierigkeiten überhaupt Punkte zu sammeln. Gegen wen, wenn nicht gegen einen direkten Konkurrenten sollte dies also geschehen.

Gerade für den SV Sandhausen, der gefühlt mit einem neuen Kader aus der Länderspielpause kommt, hat das Spiel einen noch größeren richtungsweisenden Charakter. Kann die neu zusammengestellte Mannschaft das erfüllen, was die Truppe in der Vorrunde und auch im Regensburg Spiel nicht geschafft hat. Eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Aue würde also nicht nur die sportliche Situation weiter verschlimmern, sondern auch eine mögliche Euphorie, die neue Spieler immer mitbringen, im Keim ersticken. Für das zusammenwachsen einer Mannschaft, das im Falle des SVS schneller als gewöhnlich und mitten im laufenden Abstiegskampf geschehen muss, wäre eine Niederlage sicher ein herber Dämpfer. 

Ohne das Spiel künstlich zu erhöhen, muss jedem Spieler, jedem Verantwortlichen und jedem Fan klar sein, dass das Spiel am Samstag, dass bisher wichtigste dieser Saison ist. Nach allem was die letzten Tage und Woche um den Verein und um die Mannschaft passiert ist, braucht es jetzt eine Leistung, die zeigt, dass jeder den Ernst der Lage verstanden hat. Nichts eignet sich dazu besser als ein Spiel gegen einen der größten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Alle, auch die ZuschauerInnen, sollten am Samstag zeigen, dass Ihnen das klar ist. Dazu wünsche ich mir eine Mannschaft, die auf dem Platz vorangeht und zeigt, dass sie bereit ist diesen Abstiegskampf für den SVS anzunehmen und alles zu geben.

Was beschäftigt den geneigten SVS Anhänger sonst noch so?

Vor dem 31.01.2022 hätte ich hier die Stadiondiskussion als beherrschendes Thema bei den Fans gesehen. Nach dem gestrigen Tag ist ganz klar dieser verrückte DeadlineDay das, was die AnhängerInnen umtreibt. Mit Trybull, Berko, Deville und Kuol gab es 4 Neuverpflichtungen, während mit Gaudino, Ouahim, Keita Ruel und Benschop 4 Spieler abgegeben bzw. freigestellt wurden. Fasst man die komplette Transferphase in diesem Winter zusammen, so kommt man auf 8 Neuverpflichtungen und 6 Abgänge.

Nach den 15 Neuverpflichtungen im Sommer und den dazugehörigen 18 Abgängen sprechen wir für die Saison 2021/2022 von Insgesamt 22 Neuverpflichtungen bei 24 Abgängen. 46 Transfertätigkeiten die 42 Spieler beinhaltet (Benschop, Gaudino, Conteh und Sickinger stehen auf der Zu – sowie Abgangsseite). Das sind Zahlen, die muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ich kann aus dem Stehgreif nicht mehr sagen, wie viel Spieler der Kader beinhaltet und wer genau noch dazu zählt. Eine Recherche bei Transfermarkt.de hilft da sehr.

Verpflichtet wurden in diesem Winter also folgende Spieler: Nils Seufert, Dario Dumic, Ahmet Kutucu, Felix Wiedwald, Erich Berko, Tom Trybull, Maurice Deville und Alou Kuol. Abgegeben bzw. freigestellt wurden: Christian Conteh, Carlo Sickinger, Gianluca Gaudino, Charlison Benschop, Anas Ouahim und Daniel Keita Ruel. Um zu rekapitulieren bedeutet das, dass der Kader aktuell 5 Torhüter umfasst, davon jedoch nur 3 einsatzfähig. 5 Innenverteidiger (4 Einsatzfähig), sowie je 2 Links – und Rechtsverteidiger bilden die Abwehr. Das Mittelfeld ist mit 3 defensiven, 2 zentralen und     offensiven Mittelfeldspieler (der nicht einsatzfähig ist) nominell am schwächsten besetzt. Dieser Umstand wird durch das Überangebot an Flügelspielern jedoch ausgeglichen. Zwei Linksaußen, 3 Rechtsaußen und 3 Mittelstürmer komplettieren somit den aktuell 28 Mann starken Kader.

Jeder, der auch nur annähernd Bezug zum SV Sandhausen hat, fragt sich seit gestern mit welchem Ziel die sportlich Verantwortlichen in den gestrigen Tag gegangen sind. Einzeln betrachtet ergeben fast alle Transfers tatsächlich auch Sinn. Auf der Zugangsseite, genauso wie auf der Seite der Abgänge. Jedoch keine eine solche Fluktuation beim besten Willen nicht gewollt sein. Wohlwollend kann man das gestrige Geschehen als Korrektur einer völlig verkorksten Kaderplanung im Sommer werten, was jedoch für Kabaca und Machmeier auch mehr als ein Armutszeugnis wäre. Sicherlich wird Alois Schwartz in der Winterpause Verstärkungen nach seinen Wünschen angefordert haben. Das diese jedoch erst in den letzten 12 Stunden finalisiert und oft mit der Begründung versehen wurden, dass man auf Verletzungen und Abgänge reagieren musste, lässt die Neuzugänge zumindest nicht als absolute Wunschtransfers dastehen. Mit dem Wissen, wie Kabaca in den vergangenen Transferperioden gehandelt hat und wohin es den Verein geführt hat, wirkt das alles jedoch leider nur wie ein weiterer Akt voller ungeplantem Aktionismus. Wer sich das Geflecht Machmeier/Kabaca und ihr Wirken im sportlichen Bereich nochmal näher anschauen möchte, verweise ich gern auf meinen Beitrag zu dem Thema.

Inwiefern das Geschehen dieser Transferphase sich positiv oder negativ auf den SVS auswirkt, werden die kommenden zwei Spiele zeigen. Mir fehlen nach den letzten Tagen tatsächlich die Worte, weshalb ich diesen Vorbericht an der Stelle beende und das alles erstmal auf mich wirken lassen muss.

Spieltagstipp

SV Sandhausen – FC Erzgebirge Aue 3:0

Hier ist einzig der Wunsch Vater des Gedankens. Man merkt diesem Vorbericht in jeder Zeile an, dass ich nicht weiß wohin mit meinem Gedanken. Ich wünsche mir einfach, dass Schwartz eine Mannschaft auf den Platz schickt, die diese Gedanken wieder ordnet und mir zeigt, dass das was die letzten Tage passiert ist, nicht nur Aktionismus war. Und das am besten mit einem souveränen 3:0 Erfolg gegen Aue.

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