#46 – NDS / SV Sandhausen – SSV Jahn Regensburg 0:3

Vor 500 Zuschauern im Hardtwaldstadion unterlag der SV Sandhausen im ersten Pflichtspiel des Jahres mit 0:3. Die Tore für den SSV Jahn Regensburg erzielten Breitkreuz (11.), Guwara (33.) und Boulhalfa (53.). 

Die Gäste aus Regensburg kletterten um eine Position auf Tabellenplatz 7 und haben mit 31 Zählern weiterhin 2 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, den seit heute der FC Heidenheim für dich beansprucht. Der SV Sandhausen bleibt mit 17 Punkten auf Platz 16 und hat weiterhin 3 Punkte Rückstand auf den ersten sicheren Nichtabstiegsplatz. 

1×45 – 1 Halbzeit

Was die kommenden 90 Minuten folgen sollte, zeichnete sich schon in Sekunde 1 ab. Zum Anpfiff lupft Testroet den Ball an und lässt ihn von Ajdini in den Himmel dreschen, was Schiedsrichter Heft mit einem Pfiff aufgrund falschen Anstoßes quittierte. Nach Kiel war das nun schon das zweite Mal das sich der SVS zum Anstoß verhält, wie eine B-Jugendtruppe mit überbordendem Selbstvertrauen und einem Gefühl Unschlagbar zu sein. Auf Zweitliganiveau macht man sich jedoch leider nur lächerlich mit solchen Aktionen. 

Die folgenden 9 Minuten waren dann jedoch weitaus besser anzuschauen. Der Sportverein kombinierte sich mehrmals ansehnlich an den Regensburger Strafraum und kam durch Kutucu auch zu einer guten ersten Möglichkeit. Besonders Seufert ließ hier die Hoffnung keimen, dass er die gewünschte Verstärkung im Aufbauspiel sein könnte. 

Nach 10 Minuten jedoch verfiel die Mannschaft von Alois Schwartz wieder in altbekannte Muster aus der Vorrunde. Nach einem Eckball entwischt der Regensburger Breitkreuz Aleksandr Zhirov und köpft relativ unbedrängt zum 0:1 für die Gäste ein. Wiedermal stimmte die Zuordnung bei Standardsituationen überhaupt nicht und somit war der Schwung der Anfangsminuten auch schnell raus. Von der Tribüne aus war direkt im Anschluss an den Gegentreffer zu sehen, dass die Schultern der Spieler hängen blieben und kein jetzt erst recht Ruck durch die Mannschaft ging. 

Neben der Zuordnungsproblematik bei Standardsituationen, war in dieser ersten Halbzeit auch schön zu beobachten, wo die weiteren Schwachstellen des Teams aus Sandhausen liegen. Die qualitativen Unterschiede der linken und rechten Abwehrseite zeigten sich heute gerade durch Abstimmungsprobleme bei der Übergabe von aufrückenden Gegenspielern. Hier kam es immer wieder zu Lücken, die die Regensburger zwar sehr selten, dann jedoch effektiv nutzten. So auch in der 33. Minute als Singh die Abstimmungsprobleme nutzte um eine überragende Seitenverlagerung zu spielen und dadurch das 0:2 einleitete. Zur Ehrenrettung von Okoroji und in dem Fall Ritzmaier ist natürlich zu erwähnen, dass Diekmeier Weckesser viel zu viel Platz ließ und der dann schön Guwara bedienen konnte. 

Kurz vor der Pause muss der Jahn nach einem Standard auf 0:3 erhöhen, bringt die Kugel jedoch nicht im Kasten von Drewes unter, dem das Aluminium und die fehlenden Torjägerqualitäten von Benedikt Gimper zur Hilfe kamen. An Gimper arbeiteten sich übrigens viele der 500 Zuschauer auf der INWO Tribüne während des Spiels ab, was den ehemaligen Sandhäuser jedoch mehr zu beflügeln schien, als zu stören. Der Regensburger Kapitän zeigte den Kampfgeist, der dem SVS heute komplett abging. 

Der Sportverein fand bis zur Halbzeitpause kaum noch Mittel und Wege sich Tormöglichkeiten zu erarbeiten. Außer vorhersehbaren Halbfeldflanken, die zwar Testroet anpeilten, jedoch nie bei Ihm ankamen, war vom SVS nichts zu sehen. Viel mehr tat einem als Zuschauer der ballführende Spieler leid, da sich durch fehlende Bewegung der Mitspieler keine Anspielstationen auftaten und Fehlpässe die zwingende Folge eigenen Ballbesitzes waren. 

2 x 45 – 2 Halbzeit

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. 8 Minuten nach Wiederanpfiff verliert Zhirov sein zweites entscheidendes Kopfballduell am heutigen Tag, Albers legt den Ball ab, Boulhalfa schiebt zum 0:3 ein und macht damit den Deckel aufs Spiel. Regensburg hat noch mehrere gute Möglichkeiten zu erhöhen, nutzt diese jedoch nicht konsequent genug. 

Auf Sandhäuser Seite bleiben 2 Zahlen hängen. Den Strafraum der Gäste sieht der Ball in der 70 Minute zum ersten Mal, eine ernsthafter Torabschluss bringen die Kurpfälzer in Person von Alexander Esswein in der 88 Minute zum ersten Mal zu Stande. Und damit ist auch ziemlich klar, dass in der zweiten Halbzeit nichts drin war. Erstaunt zurück ließen mich neben der Leistung tatsächlich auch die Wechsel. Benschop für Ritzmaier, sowie Esswein für Kutucu mögen ja grundsätzlich noch Sinn ergeben, da damit eine Systemumstellung einhergehen sollte (in der Theorie). Lässt man den Fakt außer Acht, dass Alexander Esswein nur sehr selten einen positiven Einfluss auf ein Spiel nimmt, kann man da noch etwas dahinter vermuten. Beim Stande von 0:3 und 30 Minuten vor Schluss mit Bachmann für Seufert und Dumic für Zhirov defensiv zu wechseln, erschließt sich mir dann jedoch auch gar nicht mehr. Wollte man damit wirklich das Ergebnis halten? Eine andere Schlussfolgerung kann ich daraus leider nicht ziehen und das tut dann schon weh muss ich sagen. Das ist dann eine Bankrotterklärung und ein Eingeständnis des Trainerteams, dass die Mannschaft auch nicht mehr kann, als sie heute gezeigt hat. 

Fazit

Unterm Strich steht heute eine verdiente Niederlage, die dem Spielverlauf nach auch deutlich höher hätte ausfallen können. Regensburg machte nur das was sie machen mussten und das reicht dann eben für einen verdienten Sieg auch in der Höhe. 

Der SV Sandhausen bekam einmal mehr aufgezeigt, wo seine Schwachstellen liegen. Die linke defensive Seite war wiedermal entscheidend an den Gegentoren beteiligt. Die beschriebenen Abstimmungsprobleme liegen sicher nicht nur an der Qualität der Spieler, sondern auch an der ständigen Rotation auf dem linken Flügel. Jedoch sollten zumindest Okoroji und Zhirov, die nun schon über ein halbes Jahr nebeneinander verteidigen, miteinander harmonieren. Leider sind beide immer wieder an entscheidenden Situationen beteiligt. Gegen den Karlsruher SC wird Dumic, den ich auch dieses Mal schon in der Startelf erwartet hätte, wohl seine Chance von Beginn an bekommen. Sein Einsatz heute ist schwer zu beurteilen, jedoch sind die 60 Minuten, die er nicht auf dem Platz war, schon Argumente genug für einen Einsatz. 

Die beiden weiteren Neuzugänge sind natürlich noch wirklich zu beurteilen, da sie wie die gesamte Mannschaft nach dem frühen Rückstand mit untergingen. Jedoch war bei beiden zu sehen, dass grundsätzlich Potenzial vorhanden ist, dass der Mannschaft weiterhelfen kann. Alleine werden sie das Ruder nicht rumreißen, dass wurde auch deutlich. Das Kutucu nach 45 Minuten in der Kabine bleiben musste, liegt hoffentlich daran, dass er erst Mitte der Woche ins Training dazustehen konnte und nicht an einer Unzufriedenheit von Schwartz an seiner Leistung. Das was Kutucu in der ersten Halbzeit zeigte, war um einiges mehr als das was Benschop und Esswein in Halbzeit zwei gemeinsam auf den Rasen brachten. 

Abschließend bleibt zu konstatieren, dass man darauf hoffen muss das die Leistung heute ein Ausrutscher war. In der Verfassung von heute, ist der Klassenerhalt nur schwer vorstellbar und der Weg in Liga 3 ein für Team, Fans und Verantwortliche ein Schmerzhafter. Im Vorbericht habe ich von 6 Punkten aus den kommenden 4 Spielen gesprochen. Die sind natürlich immer noch drin und heute ist auch noch niemand abgestiegen. Die Leistung jedoch sollte ein letztes Alarmsignal sein, dass nicht ignoriert werden darf. 

Und sonst so?

Ich hab hier in meinem Notizen einiges stehen. Von Klatschpappen über zu laute Boxen auf der InWo bis zum fast schon gewohnten 20 Minuten anstehen in der Halbzeitpause ist da einiges dabei. Jedoch hab ich aufgrund der Leistung wenig Lust, mich an so Kleinscheiß abzuarbeiten. Ich bin froh, dass ich trotz der aktuellen Vorgaben heute im Stadion sein konnte und nehm dafür solche Unannehmlichkeiten in Kauf. 

Was jedoch noch kurz Erwähnung finden sollte, ist die Tatsache, dass die Mannschaft wiederholt nicht im Stande war nach der Partie versammelt vor die Tribüne zu treten. Es schafften gerade mal 6 Spieler mit gehörig Sicherheitsabstand zu kurzem Applaudieren Richtung Zuschauer. Der Frust war sicher auch bei den Spielern groß und die Pfiffe, sowie die gut zu vernehmenden Rufe einiger Anhänger tragen sicher auch nicht dazu bei, sich da vor die Tribüne stellen zu wollen. Jedoch sollte die Mannschaft mal darüber nachdenken, warum sie das Image der Söldnertruppe nicht los wird, wenn sich Spieler wie Esswein beim Warmlaufen in der Halbzeit bei einem 0:2 Rückstand kaputtlachen können, nach dem Spiel dann aber schneller im Spielertunnel verschwinden als sie sich während ihres Einsatzes auf dem Feld bewegt haben. Sicherlich waren das heute wirklich nur die Fans, die richtig Bock auf den SVS haben und hinter dem Verein stehen. Bei dem Wetter und den Voraussetzungen tut sich das ja keiner sonst an. Hier kann man als Profi nach so einem Spiel dann zumindest den Respekt vor dein eigenen Zuschauern zeigen und sich zumindest kurz und geschlossen für die Unterstützung bedanken. Die Tribüne war heute durch die Leistung schon gespalten, dass Verhalten einiger Spieler hat da sicher nicht zur Befriedung beigetragen. 

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