#45 – Neu im Hardtwald: Ahmed Kutucu

Vor Rückrundenstart möchte ich einen kurzen Blick auf die Neuzugänge des SV Sandhausen im Winter 2021/2022 werfen und schauen, wen Mikael Kabaca da in den Hardtwald gelockt hat. Kurz vor Beginn der Pflichtspiele wurde mit Ahmed Kutucu die dritte Neuverpflichtung bekanntgegeben.

Der 21-jährige Türke, der in Gelsenkirchen geboren wurde, wechselt auf Leihbasis bis zum Ende der Saison vom türkischen Erstligisten Basaksehir FK aus Istanbul in die Kurpfalz. Wie auch bei Seufert ist nicht von einer Kaufoption auszugehen.

Kutucu ist hierzulande vor allem durch seine Bundesligaeinsätze bei Schalke 04 bekannt, von wo aus er im vergangenen Winter nach Almelo in die Eredivisie verliehen und nach dem Abstieg dann in die Türkei verkauft wurde.

Nachdem er mit 10 Jahren aus Essen in die Knappenschmiede wechselte, durchlief er alle Jugendmannschaften der Gelsenkirchener und ab der U17 auch alle Juniorennationalteams der Türkei. Wie in der Nationalmannschaft, bei der er unter Senor Günes noch 2 A-Länderspiele absolvierte, schaffte er auch auf Schalke im Anschluss an die Jugend den Sprung in die Profimannschaft. In der Saison 2018/2019 schoss er die U19 von S04 mit 15 Treffern in 15 Spielen in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft, erzielte 2 Treffer in 13 Bundesligaeinsätzen und debütierte in der Champions-League gegen Lok Moskau. Der Weg in die Stammformation der Königsblauen schien vorgezeichnet, verlief jedoch nicht so wie es sich zu diesem Zeitpunkt abzuzeichnen schien. Nachdem sein Förderer Domenico Tedesco den Verein verlassen musste, ging es auch für Kutucu nicht mehr steil nach oben. Die Einsatzzeiten schrumpften immer mehr zusammen und mündeten dann im Abstiegsjahr in der Flucht in die Niederlande. Mit dem Wechsel in die Türkei sollte ein neues Kapitel beginnen, was jedoch nach jetzigem Stand ein Schuss in den Ofen war. Nach dem er zu Beginn der Saison noch Minuten von der Bank aus sammeln konnte, katapultierte ihn eine Verletzung im September dann komplett aus dem Blickfeld. Einzig im Pokal durfte der Stürmer nochmal auf den Platz und steuerte ein Tor beim Sieg im Elfmeterschießen gegen den Drittligisten Bodrumspor bei. Nun also Sandhausen. Mit 523 Minuten im Jahr 2021, einem Tor und 2 Assists, liegt es nun an Kutucu, gemeinsam mit dem Team sich selbst, aber auch den SVS aus bedrohlichen Situationen zu befreien.

Die Voraussetzungen dazu bringt Ahmed Kutucu auf jeden Fall mit. Gerade in seiner Anfangszeit auf Schalke in der Bundesliga bestach er mit Durchsetzungsfähigkeit und Spielfreude, kombiniert mit einer gewissen Abschlussstärke. Alles Attribute, die dem SV Sandhausen in der Hinrunde nicht im Übermaß zur Verfügung standen. Auch wenn seine Lieblingsposition die Sturmspitze ist, ist er in der vorderen Reihe flexibel einsetzbar. Ob Links- oder Rechtsaußen, hinter den Spitzen oder im Strafraum. Alles Positionen die ihm nicht gänzlich fremd sind und auf denen er je nach Bedarf eingesetzt werden kann. Somit stellt er eine Ergänzung zu Testroet dar, falls man wie in der Vorrunde des Öfteren getestet mit 2 Spitzen spielen. Im Gegensatz zu Benschop bringt Kutucu Geschwindigkeit und Zielstrebigkeit mit und ist somit ein anderer Spielertyp als die beiden anderen Stürmer im Kader. Auch facht er den Konkurrenzkampf auf den Außenbahnen an und bringt dadurch vielleicht Spieler wie Esswein oder Kinsombi dazu, nochmal ein oder zwei Schippen mehr draufzulegen. Sollte es beim angestammten 4-2-3-1 bleiben, könnte er auch als hängende Spitze agieren, was in Kombination mit Seufert auf der Doppelsechs ein sehr offensives Mittelfeld bilden würde. Das wiederum kann ich mir bei Alois Schwartz nicht wirklich vorstellen. Nichtsdestotrotz muss man festhalten, dass die Möglichkeit ihn im kompletten vorderen Drittel einsetzen zu können dem Trainerteam Möglichkeiten gibt, die der Kader der Vorrunde mit mehreren Spielern nicht hergab.

Daher sollte man der Leihe offen gegenüberstehen und eher die Chancen sehen und nicht die möglichen Komplikationen. Sollte er an seine frühe Schalker Zeit anknüpfen können, wird er dem SV Sandhausen auf jeden Falletwas geben und dazu beitragen, dass die Spiele nicht mehr ganz so grau erscheinen, wie sie es noch in der Vorrunde taten.

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