#36 – VDS / SV Sandhausen – SC Paderborn 07

Im letzten Heimspiel des Jahres 2021 ist der SC Paderborn zu Gast in der Kurpfalz. Am Samstag, den 04.12.2021 um 13.30 Uhr treffen der 4. auf den 17. der zweiten Liga im Hardtwaldstadion aufeinander.

In 13 Partien, von denen 10 in der zweiten Liga, 2 in der dritten Liga und 1 im DFB Pokal stattfand, konnte der SVS 6 Siege bei 4 Niederlagen und 3 Unentschieden einfahren. Bei einem Torverhältnis von 25:19 für den SV Sandhausen kann man hier auf jeden Fall von einer positiven Statistik für die Heimmannschaft sprechen. Die letzten beiden Aufeinandertreffen der beiden Teams am Hardtwald endeten jeweils 1:1. Davor konnte der SVS 3 Partien am Stück für sich entscheiden. Der letzte Auswärtserflog der Paderborner in Sandhausen datiert vom 24.02.2013.

Auch auf Trainerseite sieht die Statistik den SVS mit Alois Schwartz im Vorteil, was jedoch auch an der Tatsache liegen könnte, dass Lukas Kwasniok noch mit keinem seiner Teams gegen den SVS antreten musste. Im einzigen Spiel gegen Alois Schwartz holte er 2019 mit Carl Zeiss Jena einen Punkt gegen den Karlsruher SC. Alois Schwartz hingegen konnte in seinen 6 Begegnungen mit dem SC Paderborn 4 für sich entscheiden und musste nur 1 Niederlage hinnehmen.

In der aktuellen Saison stehen die Vorzeichen entgegengesetzt zu allen Statistiken die gerade aufgeführt wurden. Der SC Paderborn steht aktuell mit 26 Punkten an Position 4 der Tabelle und ist mitten drin im Kampf um den Aufstieg. Der SV Sandhausen hingegen liegt mit 12 Punkten weiterhin auf dem ersten direkten Abstiegsplatz, hat jedoch den Kontakt zum Relegations- bzw. den ersten Nichtabstiegsplätzen noch nicht verloren.

Der SC Paderborn, der Auswärts noch ungeschlagen ist und die Auswärtstabelle anführt, weist mit 1,53 den drittbesten xG – Wert in fremden Stadien auf und trifft mit dem SV Sandhausen auf den Verein, der zu Hause mit 1,65 den zweithöchsten xGA Wert aufweist. Nur ein Team hat zu Hause einen höheren xGA Wert als der SVS und das ist, Fun Fact, der SC Paderborn. Somit hat die Heimschwächste Mannschaft, die zu Hause mit die meisten Gegentore kassiert, sowie die wenigsten schießt (xG 0,92), die Mannschaft zu Gast, die auswärts schon 5x gewonnen hat. Keine Guten Vorzeichen für die Jungs aus der Kurpfalz. 

Der Gegner

Unseren Gast aus Paderborn stellt heute Stephan vom über die Grenzen Ostwestfalens hinaus bekannten Blog #schwarzundblau vor.

Hier tobt sich Stephan seit 2013 mit allem aus, was ihn im Zusammenhang mit dem SC Paderborn 07 umtreibt. Seit 2015 läuft über den Blog zusätzlich der PaderCast, den er gemeinsam mit seinen vier Mitstreitern in der Regel wöchentlich veröffentlicht.

Stephan selbst ist nicht nur mir als absoluter SCP-Experte ein Begriff, sondern auch der Öffentlichkeit. In der zweiten Bundesliga-Saison des SCP war er Fanexperte für SPIEGEL Online und ist seitdem auch 50% der Fankolumne „Drei-Hasen-Grätsche“, die bei der Neuen Westfälischen erscheint. 2020 veröffentlichte er außerdem im CULTURCON Verlag die Fußballfibel zum SC Paderborn 07, sein erstes Buch über seinen Herzensverein.

Ihr seht, heute schreibt hier die geballte Kompetenz und deshalb wünsche ich euch jetzt viel Spaß mit den Antworten von Stephan auf meine Fragen.

  • Wir stehen kurz vor der Winterpause und der SC Paderborn steht vor Mannschaften mit weitaus höheren Kaderwerten aus Schalke, Nürnberg, Bremen oder Hamburg auf Platz 4. Was haben die Verantwortlichen Kaderplaner im Sommer alles richtig gemacht?

In Paderborn findet man in den letzten Jahren ganz gut die Balance zwischen Neuverpflichtungen und das Halten von Leistungsträgern, obwohl man immer wieder gezwungen ist, gute Spieler abzugeben (Chris Führich und Sebastian Schonlau zu verlieren, tat sehr weh). Gerade unser Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth macht hier exzellente Arbeit und wurde nicht ohne Grund jüngst mit einer Vertragsverlängerung belohnt.

  • Lukas Kwasniok folgte im Sommer auf Steffen Baumgart, der Paderborn Richtung Köln verließ. Wie sind die ersten Monate des neuen Cheftrainers zu bewerten und wie ist sein Standing bei den Fans einzuschätzen. Fallen Aussagen wie die jüngst zur Impfdebatte getätigten ins Gewicht oder überstrahlen die sportlichen Erfolge alle Nebengeräusche?

Sportlich gibt es keine zwei Meinungen: Er ist hier ausgezeichnet angekommen und hat die Mannschaft sehr gut weiterentwickelt und entgegen meiner Erwartung uns in der oberen Tabellenregion etabliert. Allerdings nimmt die Debatte um seinen Impfstatus Fahrt auf und das bringt perspektivisch erhebliche Probleme mit sich. Hier hat er sich mit seinen Äußerungen unnötig exponiert und sollte lieber gar nichts sagen oder besser noch: Er sollte sich einfach impfen lassen.

  • Schaut man sich die einzelnen Spiele dieser Saison an, scheint sich der SCP durch eine erstaunliche Flexibilität in der taktischen Ausrichtung auszuzeichnen. In 15 Spielen 5 verschiedene taktische Formationen sind außergewöhnlich. Mit welchem System ist am Samstag in Sandhausen zu rechnen und welche Spieler füllen es letztendlich mit Leben?

Dass diese taktische Variabilität eine Stärke ist, muss ich nicht betonen, allerdings bin ich so auch jedes Mal selbst überrascht, mit welcher Aufstellung unser Trainer die Mannschaft ins Rennen schickt. Ich kann hier also keine Prognose abliefern, vor allem, weil wir auf unseren Top-Torjäger Sven Michel verzichten müssen. Diese Lücke wird schwer zu füllen sein, insbesondere weil auch Felix Platte fehlt.

  • Seit dem 4. Spieltag stand der SC Paderborn öfter auf einem Aufstiegsplatz als auf einem der Plätze darunter. Eine erfolgreiche Hinrunde weckt Hoffnungen. Was ist für den SCP diese Saison tatsächlich drin? Ist der aktuelle Erfolg eine Momentaufnahme oder kann man bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen?

In Paderborn sollte man nie irgendetwas ausschließen, wenn man die letzten Jahre miterlebt hat. Von daher ist alles drin, auch weil die Liga so ausgeglichen ist und die „gesetzten“ Aufsteiger eben nicht die Überperformance an den Tag legen, die alle erwarten. Am Ende ist der Aufstieg aber nicht das erklärte Ziel. Hier in Paderborn freut man sich als Fan über eine solide Saison und wenn es für mehr reicht, nimmt man das natürlich gerne mit.

  • Wie geht das Spiel am Samstag aus und warum?

Was passiert, wenn die schlechteste Heimmannschaft die beste Auswärtsmannschaft empfängt? Natürlich gewinnen wir 3:0.

Der SVS

Da es weder positive, noch negative Rückmeldung zur neuen Struktur im SVS Teil des Vorberichts von letzter Woche gab, werde ich die Fragenstruktur bis auf weiteres beibehalten. Los geht´s.

  • Wie lief das letzte Spiel und welchen Einfluss hat das auf das Spiel gegen Schalke?

Sollte man hier nur das letzte Spiel betrachten oder nimmt man die letzte Woche einfach mal ganz mit in die Betrachtung? Ich denke zweiteres ist der Sache zuträglicher und hilft besser, die aktuelle Situation, aber auch das Spiel gegen den SC Paderborn einzuordnen.

Nach der bitteren, teilweise sehr unglücklichen Heimniederlage im Spiel gegen den FC Nürnberg, bei dem die Mannschaft eine meiner Meinung nach gute spielerische, aber auch kämpferische Leistung zeigte, folgten zwei sehr ernüchternde Spiele. Auf St. Pauli und Schalke war deutlich zu sehen, dass die Mannschaft aktuell nicht mit Spitzenmannschaften mithalten kann, sobald nicht alle Eventualitäten zu Gunsten des SVS laufen. Neben dem sichtbaren Qualitätsunterschied, wurde bei beiden Spielen deutlich, dass sich die Thematik rund um die Fitness der Mannschaft durch die Quarantäne nicht verbessert hat. Schon gegen Nürnberg, aber gerade gegen St. Pauli und Schalke wurde spätestens nach 60 – 70 Minuten deutlich, dass der Mannschaft die Kraft ausgeht. Zu Hause gegen Nürnberg führte das zu späten Gegentreffern, bei den Auswärtsspielen dazu, dass den Rückständen nichts mehr entgegengesetzt werden konnte.

Nun könnte man anführen, dass der SVS sich in den Spielen bis zu diesem Zeitpunkt müde gelaufen hat bzw. von den Gegnern müde gespielt wurde. Jedoch belegen die Zahlen etwas anderes. In allen Spielen läuft der SVS weniger als die gegnerische Mannschaft. Das kombiniert mit den erdrückenden Ballbesitzwerten zu Gunsten des Gegners, die deutlich machen, dass der SVS ohne Ball weniger läuft als der Gegner mit, lässt leider nur den Schluss zu, dass die Mannschaft nicht auf dem körperlichen Niveau ist, dass man für den Abstiegskampf braucht. Ob dieser Zustand ohne die Infektionen und die anschließende Quarantäne eine andere wäre, bleibt natürlich Spekulation. Jedoch bleibt die Tatsache, dass der SVS die Mannschaft ist, die auch über die kompletten 15 Spiele im Schnitt die wenigsten KM pro Spiel zurückgelegt hat.

So, lange Rede kurzer Sinn. Was hat das alles mit dem Spiel gegen Paderborn zu tun?

Man trifft wieder auf eine Mannschaft mit weitaus höherer Qualität gegen die es wichtig wäre, wenn man zumindest körperlich mithalten könnte. Den einzigen Hoffnungsschimmer, den ich aktuell sehe, bringt die Sperre von Sven Michel und das fehlen von Felix Platte auf Paderborner Seite mit sich, die für 19 Treffer verantwortlich zeichnen. Die läuferischen Defizite werden bis zur Winterpause nicht aufgearbeitet werden können und somit muss wohl auch diesmal mit einer Leistung ähnlich den letzten Partien gerechnet werden. Zumal auch unter normalen Bedingungen ein Spiel des Tabellenvorletzten gegen den vierten in 8 von 10 Fällen zu Gunsten der Spitzenmannschaft ausgeht.

  • Wie könnte die Mannschaft auflaufen?

Also gilt es nun die richtigen Schlüsse aus den letzten beiden Partien, sowie der Analyse dieser zu ziehen und die Mannschaft mit der bestmöglichen Einstellung in die Partie gegen Paderborn zu schicken. Die Stabilität, die sich noch vor den Spielen gegen Schalke und St. Pauli angedeutet hatte, muss wieder auf den Platz gebracht werden. Läuferische Leistung hin oder her, die Abwehr muss zumindest wieder die Form auf den Platz bringen, die sie gegen Dresden und über 75 Minuten auch gegen Nürnberg gezeigt hat.

Zu allererst sollte deutlich werden, dass die Versuche mit 2 Stürmern von Beginn an zu starten, keine Option sein können. Gilt es während dem Spiel auf einen Rückstand zu reagieren oder neue Impulse setzen zu wollen, kann das eine Umstellung sein, die fruchten kann. Von Beginn an sollte jedoch auf Sicherheit gebaut werden, die im zuletzt gespielten 4-2-3-1 höher war, als im 4-4-2 mit dem man auf Schalke begann.

Auch die Rückkehr von Zenga wird der Mannschaft in dieser Hinsicht Stabilität zurückgeben, die Ritzmaier in Kombination mit Bachmann so nicht geben konnte. Soukou hat im offensiven Bereich eine Kostprobe abgegeben, die Lust auf mehr gemacht hat. Jedoch war auch er gemeinsam mit Okoroji in der Defensivbewegung nicht die erhoffte Verbesserung. Sollte Sicker wieder zur Verfügung stehen wäre er eine Option um Okoroji mal eine Pause zu gönnen und eine andere Kombination auf der linken Seite zu testen. Hier wären dann die Kombinationen Sicker/Esswein oder Sicker/Soukou möglich, wobei ich eher zu der ersten Option tendiere, da mir Esswein mittlerweile defensiv als die stabilere Variante erscheint.

Ansonsten würde ich die Mannschaft vor der Winterpause nicht mit noch mehr Veränderungen überfordern. Die Innenverteidigung zu verändern würde genauso wenig bringen, wie eine Rotation auf der rechten Seite. Ebenso Ritzmaier und Testroet in ihren gewohnten Rollen hinter bzw. in der Spitze sind nicht die Ansatzpunkte für Veränderungen.

  • Jedes Spiel ist wichtig, klar. Aber wie ist das kommende Spiel einzuordnen? Wo geht die Reise hin, welche Gefahren, aber auch Möglichkeiten bietet das Aufeinandertreffen mit dem SC Paderborn?

Das Spiel gegen den SC Paderborn als richtungsweisend zu bezeichnen halte ich für nicht richtig. Es wird hier noch keine Entscheidung und auch noch keine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt für den SVS fallen. Jedoch ist es unbestritten, dass mit zunehmender Anzahl an gespielten Spielen und gleichbleibender Anzahl an Punkten die Chancen auf den Verbleib in der zweiten Liga nicht steigen. Somit hat die Partie schon eine gewisse Wichtigkeit im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf.

Viel bedeutender ist jedoch, dass was das Spiel außerhalb der tabellarischen Situation bewirken kann. In positiver wie negativer Hinsicht. Mit der 4 Niederlage in Serie würde man erschreckend nah an die bisher längste Niederlagenserie aus dem Jahr 2014 heranrücken, in dem Saisonübergreifend 5 Spiele am Stück verloren wurden. Nicht nur, dass eine anhaltende Niederlagenserie bei den Spielern sicher etwas auslöst und somit einen negativen Einfluss auf die weiteren Spiele vor der Winterpause nehmen würde, würde sicher auch die Stimmung im Umfeld bestimmt nicht besser werden durch eine weitere Niederlage. Im Umfeld hat sich bereits eine Hoffnungslosigkeit breitgemacht, die sich in nicht allzu ferner Zukunft bei weiterem Misserfolg sicher in Forderungen nach neuem Personal äußern würde. Noch konzentriert sich die Kritik auf die Verantwortlichen Machmaier und Kabaca, jedoch werden auch erste Stimmen gegen Alois Schwartz immer lauter.

Ein Punktgewinn würde also nicht nur für Entspannung beim Blick auf die Tabelle sorgen, sondern vor allem das Binnenklima zwischen Verantwortlichen und Fans zumindest für den Moment beruhigen. Sportlich würde ein Sieg natürlich unglaublich guttun, für die Zuschauer ist jedoch erstmal wichtig, dass die Mannschaft nicht ein weiteres Mal untergeht und das eine entsprechende Leistung nicht nur 70, sondern über 90 Minuten abgerufen werden kann.

  • Was beschäftigt den geneigten SVS Anhänger sonst noch so?

Aktuell wie eben schon angesprochen vor allem die teilweise sehr ernüchternden Leistungen der Mannschaft auf dem Platz, die wiederum aber sehr oft durch die Fehler von Verantwortlichen begründet wird. Hier ist zwar deutlich zu machen, dass niemand darin eine Entschuldigung sucht, jedoch es in einer übergeordneten Meinung als Konsequenz von jahrelangem schlechtem arbeiten gesehen wird. Das Fass in einem Spielbericht zu öffnen erscheint mir nicht zielführend. Hierzu würde ich mir gern in der Winterpause die nötige Zeit nehmen, um da differenzierter und genauer draufeingehen zu können.

Des Weiteren gibt man der Mannschaft durch solch verlagerte Diskussionen ein Alibi und verliert den Fokus aufs wesentliche. Die volle Konzentration sollte bis zur Winterpause jetzt auf dem Spielbetrieb liegen, gerne auch auf der Fehleranalyse was das Sportliche auf dem Platz betrifft. Auf dem Platz und bei den Spielern die wir aktuell haben, befindet sich der einzige Hebel, den man für die letzten 3 Spiele noch betätigen kann. Alles andere sind perspektivische Diskussionen, die sicher in der Zukunft geführt werden müssen, die aber keine direkte Verbesserung bedeuten können und somit zum jetzigen Zeitpunkt fehl am Platz sind.

Davon abgesehen wird sicher die aktuelle Lage rund um die Situation in Deutschland jeden Fan mehr oder weniger beschäftigen. Aktuell ist noch nicht absehbar ob das Spiel am Samstag unter den geplanten 2G+ Bedingungen stattfinden kann oder ob nicht doch noch die Vorgabe der Politik kommt, dass ab dem Wochenende wieder Geisterspiele durchzuführen sind. Die aktuelle öffentliche Debatte tendiert doch sehr stark dazu, dass Großveranstaltungen, aber gerade der Profifußball, wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen. Nach dem das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende medienwirksame Bilder produziert hat, die für Empörung in der Gesellschaft gesorgt haben, ist eine Schließung von Fußballstadien für Fans wohl nicht mehr aufzuhalten. Die Bilder die man am Samstag aus Köln sah, waren sicher alles andere als positiv. Zigtausende Menschen, dicht gedrängt und ohne Maske schreiend und euphorisiert. In der aktuellen Zeit, in der Intensivstationen volllaufen, wichtige Operationen nicht mehr stattfinden können und es immer noch einen Virus gibt, der sich unaufhaltsam in der Gesellschaft ausbreitet sicher nicht die Bilder, die eine Gesellschaft milde stimmt. Aber sind die Menschen auf diesen Bildern wirklich alle rücksichtlose Idioten, die ihr persönliches Hobby dem Allgemeinwohl vorziehen? Ich bin der Meinung Nein.

Mich stört die aktuelle Debatte sehr, da sie die Schuldfrage komplett verschiebt. In den vergangenen Tagen könnte man den Aussagen vieler Politiker zu Folge meinen, dass diese 50.000 Menschen alleinverantwortlich sind, für die besorgniserregende Lage, in der wir uns als Gesamtgesellschaft aktuell befinden. Diese 50.000 Menschen sind jedoch alle geimpft und besuchen eine Veranstaltung die von der Landesregierung so zugelassen wurde. Also jeder einzelne dieser Menschen trägt mehr Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, als diejenigen die sich ihrer Verantwortung entziehen und aus irgendwelchen irrationalen Gründen die Impfung verweigern, was aktuell noch ihr Recht ist.

Jedoch steigt in mir eine Gefühl der Ohnmacht auf, wenn in der öffentlichen Debatte nun Menschen angeprangert werden, die sich an die vom Gesetzgeber aufgestellten Spielregeln & Empfehlungen halten und diejenigen, die durch ihre Verweigerung weiterhin dafür verantwortlich sind, dass wir in der Pandemie an dem Punkt stehen an dem wir stehen, nicht zentraler Punkt der öffentlichen Kritik sind.

Und um eines klar zu sagen. Man kann sehr wohl darüber diskutieren, ob Großveranstaltungen zu diesem Zeitpunkt eine gute Idee sind. Ich selbst bin der Meinung, dass es angesichts der derzeitigen Lage, von Vorteil ist, dass alle Menschen ihre Kontakte reduzieren. Demzufolge würde ich einem Zuschauerausschluss auch nicht komplett negativ gegenüberstehen. Wir sind in einer Situation, in der das den Experten zu Folge wohl nötig ist und dann auch die Geimpften und Genesen Personen miteinschließen muss. Die jedoch als Schuldige darzustellen ist der falsche Weg und führt irgendwann auch bei den Vernünftigen dazu, dass sie den Glauben und das Durchhaltevermögen verlieren. Die wenigsten stellen den Fußball auf ein Podest und die meisten sind vernünftig genug um wissenschaftlichen Empfehlungen zu Folgen. Es geht um die Kommunikation der letzten Tage und die damit verbundenen Debattenverschiebung. Da lief meiner Meinung nach einiges in eine ganz falsche Richtung.

Spieltagstipp

SV Sandhausen – SC Paderborn 1:1

Würde man der Rationalität folgen, müsste man den Ergebnistipp von Stephan übernehmen. Jedoch weigere ich mich im dritten Spiel in Folge auf gar keine Punkte zu hoffen. Bei Paderborn fehlen 19 Tore und der SVS hatte eine ganze Trainingswoche zur Regeneration und zur Vorbereitung. Eventuell findet das Spiel auch noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was in der vergangenen Saison oft kein Nachteil war. Läuft am Samstag viel für den SV Sandhausen, dann ist auch ein Punkt zu Hause gegen den SC Paderborn drin. Und da der SVS nicht für Spektakel und viele Tore steht, müssen wir mit einem 1:1 zufrieden sein.

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