#34 – VDS / FC Schalke 04 – SV Sandhausen

Premiere für den SV Sandhausen. Zum ersten Mal trifft der SVS in einem Ligaspiel auf den FC Schalke 04. Das Spiel in der Veltins – Arena findet am Samstag, den 27.11.2021 13.30 Uhr statt.

Tatsächlich ist es nicht das erste Aufeinandertreffen der beiden Vereine überhaupt, sondern mittlerweile bereits das dritte. 2012 stand man sich auf Schalke, 2017 in Sandhausen im DFB Pokal gegenüber. Beide Duelle entschied der S04 klar für sich und setzte sich zu Hause mit 3:0 und am Hardtwald mit 1:4 durch.

Die Trainerstatistiken weisen da ein diverseres Bild auf. Während der Dimitrios Grammozis eine ausgeglichene Bilanz gegen den SVS (1 Sieg, 1 Niederlage) aufweist, hat Alois Schwartz gegen Schalke sein einziges Aufeinandertreffen verloren. Im direkten Trainerduell liegt der SVS Coach mit einem Sieg und einem Remis jedoch ein kleines bisschen vor seinem Kollegen aus Gelsenkirchen.

Schauen wir uns die Gegenwart an, blicken wir auf ein relativ klares Match. Es spielt der Tabellensiebte (23 Punkte) gegen den Tabellensiebzehnten (12 Punkte). Die Schalker stecken nach 3 Niederlagen und einem Remis in den letzten 4 Spielen zwar gerade in ihrem ersten wirklichen Tief der aktuellen Saison, konnten den Kontakt zur Spitzengruppe jedoch trotz allem halten. Der SV Sandhausen steht nach 2 Niederlagen nach Länderspiel – und Coronapause mit dem Rücken zur Wand. Aue und Kiel konnten an den letzten beiden Spieltagen an den Kurpfälzern vorbeiziehen und sich somit in die bessere Situation im Abstiegskampf bringen.

Der FC Schalke 04 weist zudem noch einen xG Wert von 1,68 bei Heimspielen auf, der auf einen xGA Wert von 2,19 beim SV Sandhausen trifft. Im Gegensatz dazu steht ein xG Wert 0,82 des SVS bei Auswärtsspielen und ein xGA Wert von 1,34 bei Heimspielen des S04. Die Statistiken sagen also ein 2:1 für den S04 voraus, wobei das Pendel da eher zu Gunsten der Knappen ausschlagen könnte.

Der Gegner

Heute durfte ich meine Fragen zum kommenden Gegner aus Gelsenkirchen Phillipp Franke stellen, der mir bereitwillig geantwortet hat.

Philipp ist leidenschaftlicher Exil-Knappe aus der Nähe von Rostock, der bereits sein ganzes Leben mit den Schalkern mitfiebert. Die Emotionen, die 100% Identifikation und das Polarisierende hat ihn  nicht mehr losgelassen. Und auch wenn diese Liebe, wie in der letzten Saison, hin und wieder mal auf die Probe gestellt wurde, geht der erste Blick an jedem Morgen aufs Handy um zu checken, was es rund um seinen Verein Neues gibt. Im Vergleich zu den vorangegangenen Gästen, schreibt hier niemand mit journalistischer oder publizierender Erfahrung, sondern jemand der mit Herzblut an seinem Verein hängt und sich auch ohne beruflichen Druck andauernd Gedanken um diesen macht. Diesen Gedanken lässt er auf Twitter mal mehr oder weniger freien Lauf und ich freu mich, dass er das diese Woche auch hier bei mir macht. Viel Spaß mit Phillip Franke und seinen Antworten auf meine Fragen.

  • Über ein Drittel der Saison ist bereits gespielt. Die Mannschaften haben sich mittlerweile gefunden. Wie zufrieden sind die Fans des S04 mit der Kaderarbeit der Verantwortlichen vor der Saison?

Ob sich die Mannschaft mittlerweile vollständig gefunden hat, kann ich noch nicht mit 100% Gewissheit sagen.

Der Umbruch im Kader war nach der letzten Katastrophensaison enorm, aber auch notwendig. Betrachtet man die aktuelle erste Elf, stehen dort mit Malick Thiaw und Memo Aydin nur zwei Spieler aus der letzten Saison auf dem Platz. Auch die restlichen, „dienstälteren“ Spieler im Kader kommen entweder aus der eigenen Jugend oder U23. Von den etablierten Spieler stehen nur noch die Torhüter Fährmann und Langer sowie der langzeitverletzte Salif Sane im Kader. 

Geht es rein um die Zusammenstellung des Kaders, würde ich schon behaupten, dass eine generelle Zufriedenheit herrscht. Den meisten war bewusst, dass wir finanzielle Grenzen haben. Auch wenn wir Ligaintern noch immer einen Etat im oberen Drittel haben, war die Aufgabe für den neuen Sportdirektor Rouven Schröder enorm – und er hat sie mMn stark gelöst. Mit Spielern wie Terodde, Latza oder Bülter hat man absolut etablierte Spieler auf mind. gehobenem Zweitliganiveau geholt. Mit Ouwejan oder Itakura kamen zwei vorher eher unbekannte Spieler, die bislang voll eingeschlagen sind. Was ein wenig fehlt, ist die Breite im Kader, gerade in der Offensive. Dort wird wahrscheinlich in der Winterpause nochmal nachgebessert. Im Rahmen der Möglichkeiten würde ich der Sommer-Transferphase aber schon eine 8/10 geben.

  • Der FC Schalke 04 ist kein gewöhnlicher Zweitligist. Vielmehr ist er eine Attraktion innerhalb der Liga, auf die alle mit besonderem Interesse schauen. Der Aufstieg wird von allen Seiten vorausgesetzt, jeder Punktverlust wird höhnisch begutachtet. Wie gehen die Verantwortlichen, aber auch die Fans mit dieser Sonderrolle um?

So wie es uns aktuell geht, geht es wahrscheinlich auch Werder Bremen. Der HSV hatte die Rolle in den letzten Jahren und kann daher davon ebenfalls ein Lied singen. Die Verantwortlichen haben von Anfang an das Wort „Aufstieg“ als Zielsetzung vermieden. Bis zum Winter sollte ein Platz mit direktem Anschluss an die Top-6 sein. Unter den Fans wird die Erwartungshaltung dann doch ein wenig offensiver ausgedrückt. Mit dem Kader, zumindest solange es keine Vielzahl an Verletzten gibt, sollte es dann schon eher in Richtung Top-3 gehen. Wie ich persönlich mit der Zielsetzung und eigenen Ambitionen umgehen soll, weiß ich noch nicht so recht. Allein die Tabelle zeigt, wie eng und ausgeglichen diese Liga ist. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass ein Platz mit „Anschluss an die Top 6“ recht tiefgestapelt ist. Vielleicht tut uns ein bisschen Demut nach dem letzten Jahr aber auch ganz gut. Eigentlich habe ich gehofft, mit mind. 30 Punkten in die Winterpause gehen zu können. Dass das mehr als schwer wird, sollte mittlerweile aber jedem bewusst sein. Unmöglich ist in dieser Liga dennoch nichts. Der FC Schalke 04 ist kein gewöhnlicher Zweitligist. Vielmehr ist er eine Attraktion innerhalb der Liga, auf die alle mit besonderem Interesse schauen. Der Aufstieg wird von allen Seiten vorausgesetzt, jeder Punktverlust wird höhnisch begutachtet. Wie gehen die Verantwortlichen, aber auch die Fans mit dieser Sonderrolle um? So wie es uns aktuell geht, geht es wahrscheinlich auch Werder Bremen. Der HSV hatte die Rolle in den letzten Jahren und kann daher davon ebenfalls ein Lied singen. Die Verantwortlichen haben von Anfang an das Wort „Aufstieg“ als Zielsetzung vermieden. Bis zum Winter sollte ein Platz mit direktem Anschluss an die Top-6 sein. Unter den Fans wird die Erwartungshaltung dann doch ein wenig offensiver ausgedrückt. Mit dem Kader, zumindest solange es keine Vielzahl an Verletzten gibt, sollte es dann schon eher in Richtung Top-3 gehen. Wie ich persönlich mit der Zielsetzung und eigenen Ambitionen umgehen soll, weiß ich noch nicht so recht. Allein die Tabelle zeigt, wie eng und ausgeglichen diese Liga ist. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass ein Platz mit „Anschluss an die Top 6“ recht tiefgestapelt ist. Vielleicht tut uns ein bisschen Demut nach dem letzten Jahr aber auch ganz gut. Eigentlich habe ich gehofft, mit mind. 30 Punkten in die Winterpause gehen zu können. Dass das mehr als schwer wird, sollte mittlerweile aber jedem bewusst sein. Unmöglich ist in dieser Liga dennoch nichts.

  • Dimitrios Grammozis war Trainer Nummer 5 in der vergangenen Saison und selbst von Beginn an nicht unumstritten auf Schalke. Aktuell scheint er fester im Sattel zu sitzen, als noch zu Beginn. Wie steht die Fanszene ihrem Trainer gegenüber?

Dass ein Trainer mal wirklich Fest im Schalker-Sattel sitzt, kommt glaube ich nicht sooo häufig vor. Ähnlich ist es auch bei DG bzw. war es von Anfang an.

Auch wenn vom letztjährigen Kader, wie oben erwähnt, nicht mehr viel übrig ist, so war auch ich kein Freund davon, mit einem zumindest vorbelasteten Trainer in die neue Saison zu gehen. Aus meiner Sicht hat DG zwar zu Saisonbeginn ebenfalls bei 0 begonnen und ich gebe ihm absolut keine Schuld an den miesen Resultaten der letzten Saison, dennoch wäre ein kompletter Neustart, auch auf dem Trainerposten, eine zumindest nicht unverständliche Alternative gewesen. Die bisherige Saison verläuft derzeit ziemlich holprig. Und so kann man auch sagen, ist die Stimmung im Fanlager – dort gibt es in Bezug auf den Trainer schon fast zwei Lager. Wie gesagt, ich beobachte das aus einer gewissen Distanz und hauptsächlich über die sozialen Medien, aber so ist aktuell mein Eindruck. DG ist ein mega sympathischer Kerl und ich kann mir gut vorstellen, dass er einen großen Anteil daran hat, dass dort endlich mal wieder eine echte Einheit auf dem Platz steht. Taktisch/Fußballerisch fehlt mir derzeit aber leider auch eine gewisse Handschrift bzw. Vorgabe, besonders im offensiven Bereich. Da ist es mir persönlich zu viel Stückwerk. Die Defensive schien sich zwischenzeitlich stabilisiert zu haben, dann kamen die Auftritte gegen 1860, Heidenheim und vor allem Darmstadt, sodass die bisherige Arbeit auch in diesem Bereich wieder kritischer beäugt wurde. In den letzten vier Spielen vor der Winterpause wird DG liefern müssen, ansonsten wird die Luft vermutlich dünn.

Dazu möchte ich auch erwähnen: Kritik ist definitiv angebracht. Es lief auch in unseren vier siegreichen Spielen in Folge mit Sicherheit nicht alles perfekt. Kritik sollte aber immer sachlich bleiben. Gerade in den sozialen Netzwerken sieht man immer wieder Beleidigungen oder Respektlosigkeiten. Als Fans sollten wir alle an einem Strang ziehen – da gehört sich sowas aus meiner Sicht nicht. Egal ob ich einen Trainer oder Spieler mag: Solange er das Wappen meines Vereins trägt und mit Herzblut dabei ist, auch wenn nicht immer erfolgreich, hat er meine volle Unterstützung.

  • Mit welchem Spielsystem lässt Grammozis die Knappen in der Regel auflaufen und mit welcher Ausrichtung kann man am Wochenende gegen den SV Sandhausen rechnen? Hat sich in den bisherigen Partien schon so etwas wie eine Stammformation herausgebildet?

Bis auf das Spiel gegen Aue haben wir eigentlich in jedem Spiel im 352/532 gespielt. Eine Stammformation/ Stammelf hat sich dabei auch bereits herauskristallisiert. So dürfte auch am Wochenende die gleiche Aufstellung wie gegen Werder am wahrscheinlichsten sein.

Ich persönlich würde ein wenig mehr Mut wünschen. Weg von der Dreierkette + Abräumer davor. Unser Kader bietet die Möglichkeit, auch mal ins 4231 oder 433 zu switchen. Gerade in einem Heimspiel vor hoffentlich ausverkauften Rängen wäre dies Mal wünschenswert. Bislang hat mir persönlich in jedem Spiel der kontrollierte Spielaufbau durchs Zentrum gefehlt, was oftmals daran lag, dass zwischen Defensive und Offensive ein riesiges Loch herrschte. Dies gilt es in den Griff zu bekommen. Der Systemwechsel wäre da z.B ein mögliches Mittel. Der zuletzt immer besser werdende Zalazar hat sich mMn ebenfalls mal wieder ein Spiel von Beginn an verdient. Wie aber oben beschrieben, gehe ich eher von einem 352 mit unverändertem Personal aus.

  • Zum Abschluss noch der Blick in die Glaskugel. Wo geht die Reise für S04 in dieser Spielzeit hin? Können die hochgesteckten Ziele erreicht werden oder sehen die Fans die Gefahr, ein weiteres Jahr in Liga 2 dranhängen zu müssen?

Wie bereits erwähnt, ist in dieser Liga alles möglich. Ich glaube nicht, dass vor dem 34. Spieltag schon alles entschieden ist. Das wird bis zum Ende ein harter Kampf um jeden Punkt und jeden Platz. Eine richtige Prognose kann ich daher kaum abgeben. Ich glaube, dass wir bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen werden, habe aber eher das Gefühl, dass uns am Ende 1-2 Punkte fehlen. Umso bitterer ist der Fakt, dass wir schon jetzt etliche Punkte durch späte Gegentreffer nach der 85. Minute hinnehmen mussten. Die zwei verlorenen Punkte im Heimspiel gegen Aue oder das späte Tor am Wochenende von Werder wurmen mich daher noch immer – aber gut, insbesondere über letzteres sage ich hier lieber nichts 😉

  • Wie geht das Spiel am Samstag aus und warum?

Meine Hoffnung ist, dass nach dem Elfer-Witz vom Wochenende, eine echte „jetzt erst recht“-Stimmung in der Mannschaft herrscht.

Wir gehen natürlich, ohne den Gegner zu unterschätzen, als klarer Favorit in das Heimspiel. Tatsächlich würde mir auch mal ein Auftritt reichen, in dem wir auch dieser Rolle gerecht werden. Das muss kein 80%-Ballbesitz werden und auch kein 5:0, das werden wir mit Sicherheit nicht erleben. Aber einfach mal ein Spiel inkl. Sieg, aus dem man auch mit dem Gefühl geht, verdient gewonnen zu haben. Ich rechne aber viel eher mit einer erneut ganz engen Kiste.

Am Ende 2:1 für uns. Ein frühes 1:0 in Halbzeit 1, der Ausgleich um die 80. Minute herum, der sich bereits minutenlang zuvor abgezeichnet hat, sowie der lucky Punch durch einen Standard am Ende.

Ich wünsche uns allen eine geile Partie! 😉

Der SVS

Um auch die Vorberichte etwas strukturierte und für mich einfacher zu gestalten teste ich ab diesem Bericht auch hier eine Fragenstruktur aus, an der ich mich entlang hangeln kann. Die erste Frage soll einen Bezug zwischen den letzten und dem kommenden Spiel herstellen. Welche Erkenntnisse haben sich im Nachhinein aufgetan, wie wirken sich eventuell Verletzte oder gesperrte Spieler auf die mögliche Aufstellung und die taktische Ausrichtung aus? Auch die Wunschaufstellung fällt einem realistischeren Blick auf die mögliche Aufstellung des SVS zum Opfer und hat somit mehr Bezug zum kommenden Spiel als meine Träumereien. Das Spiel in den Kontext des Saisonverlaufs setzen, möchte ich mit der dritten Frage. Welche Möglichkeiten bietet das Spiel mit Blick auf die Tabelle? Das und andere Einordnung sollen unter dieser Frage zusammengefasst werden. Mit der letzten Frage möchte ich Platz lassen für Dinge die rund um den Spielbetrieb anfallen und meiner Meinung nach wichtig sind, zumindest hier erwähnt zu werden. Gerne dürft ihr mir Rückmeldung darüber geben, wie ihr die neue Herangehensweise findet und welche Dinge noch zu verbessern sind. Da gibt es nämlich sicher noch einige Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Aber jetzt erstmal rein in die neue Rubrik.

  • Wie lief das letzte Spiel und welchen Einfluss hat das auf das Spiel gegen Schalke?

Das Spiel gestern gegen St. Pauli lief alles andere als geplant. Da mein Nachbericht noch keine 24 Stunden alt ist, würde ich darauf verweisen und gleichzeitig auch noch den Nachbericht von Tim Ecksteen vom Millernton empfehlen, der eine grandiose taktische Analyse des Spiels geschrieben hat. Hier wird schonungslos aufgezeigt, wie St. Pauli die systemischen Schwächen des SVS genutzt hat, aber auch wie die Umstellungen von Alois Schwartz ab der 30. Minute schlimmeres verhindern konnten.

Für das Spiel auf Schalke hat die gestrige Partie nur eine bedingte Aussagekraft. Wenn die Schalker genau hingeschaut haben, dann hat ihnen Timo Schultz mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, wie man die grundsätzliche Sandhäuser Grundordnung relativ schnell stressen und somit auch ad absurdum führen kann. Spielen die Schalker ihre Qualitäten ähnlich konsequent aus wie die Hamburger gestern, wird es auch in Gelsenkirchen nichts zu holen geben für den SVS.

Wieviel Kraft die Partie gestern gekostet hat bleibt abzuwarten. Hier erstaunen tatsächlich die Statistiken zum gestrigen Spiel. Trotz einer Ballbesitzquote von 70:30 und einer Passstatistik von 625:229 zu Gunsten des FCSP, lief die Mannschaft von Timo Schultz insgesamt auch noch knapp 6km mehr als die Truppe des SVS. Die jedoch liefen gestern mit 110km auch knapp 8km mehr als im Saisondurchschnitt. In der körperlichen Verfassung in der die Mannschaft aktuell ist und mit der kurzen Regenrationszeit, könnte das tatsächlich negative Auswirkungen auf das Spiel am Samstag haben. Hier sollte man jedoch auch positiv erwähnen, dass die Verantwortlichen die meiner Einschätzung nach sinnvolle Entscheidung getroffen haben, zwischen den Spielen nicht mehr nach Sandhausen zurückzureisen, sondern Quartier in Gelsenkirchen beziehen.

  • Wie könnte die Mannschaft auflaufen?

Bis auf die Langzeitausfälle Wulle, Biada, Gaudino und Kister waren in Hamburg auch Keita-Ruel und Sicker nicht Teil des Aufgebotes. Hier ist wohl davon auszugehen, dass das auch am Samstag so sein wird. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob Alois Schwartz am bisherigen System festhält oder eventuell wieder auf ein 4-4-2 umstellt, dass er ja in seinen ersten Spielen bereits aufgeboten hat und mit dem er die Mannschaft gegen St. Pauli stabilisieren konnte.

Sollte Schalke wie von Philipp vorausgesagt wieder in ihrem fluiden 3-5-2/5-3-2 auflaufen, würde ich mir wünschen, dass der SVS bei seiner Grundordnung im 4-2-3-1 bleibt. Sollte der Spielverlauf es etwas wohlwollender mit den Kurpfälzern meinen, ist das meiner Meinung nach das System das den wahrscheinlichsten Erfolg verspricht. Somit wären die außen doppelt besetzt, wenn Schalke in der Vorwärtsbewegung auf 5er Mittelfeld umschaltet und man würde seltener Gefahr laufen in Unterzahlsituationen zu kommen.

Personell haben mich die gestern eingewechselten Spieler nicht überzeugt, jemanden aus der aktuellen Stammformation auszutauschen. Bachmann fiel der Systemumstellung zum Opfer, sollte aber jetzt nicht außen vor sein. Seine Galligkeit wird gebraucht im Spiel auf Schalke. Ritzmaier setzte gestern zwar wenig offensive Akzente, die von den eingewechselten Ouahim und Conteh etwas mehr kamen, jedoch sind beide defensiv keine Alternative zum Österreicher. Je nach Spielverlauf wären beide jedoch eine Option um neue Impulse zu setzen oder für Entlastung zu sorgen.

Edit: Da ist mir doch glatt die 5 Gelbe Karte für Zenga durchgerutscht. Damit bieten sich in diesem System 2 Optionen: Entweder Ritzmaier nimmt die Position von Zenga ein und Ouahim rutscht dafür ins Team oder Sickinger übernimmt die Zenga-Rolle 1:1 und alles andere bleibt wie gehabt.

  • Jedes Spiel ist wichtig, klar. Aber wie ist das kommende Spiel einzuordnen? Wo geht die Reise hin, welche Gefahren, aber auch Möglichkeiten bietet das Aufeinandertreffen mit Schalke 04?

Schaut man sich die Paarungen des 15 Spieltages an, spielen alle Mannschaften die ich in den Abstiegskampf mit einrechnen würde (Platz 11, Hansa Rostock) gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte bzw. gegen Teams die besser stehen als man selbst. Das bedeutet, dass der Verein im Abstiegskampf, der am Wochenende punktet, auf jeden Fall einen Schritt nach vorne machen wird. Viele Vereine aus dem Keller werden nicht punkten und somit gibt es an diesem Spieltag Zusatzpunkte zu vergeben.

Im Best Case holt der SVS auf Schalke überraschend 3 Punkte und schiebt sich vielleicht an Aue, Hannover und Kiel vorbei auf Platz 14. Der Anschluss wäre somit gesichert. Der Worst Case wäre ein absetzen der anderen Mitkonkurrenten und eine Lücke von 5 Punkten auf den Relegationsplatz. Das wäre mit Blick auf den kommenden Gegner aus Paderborn schon eine Bürde, die man mental erstmal verkraften müsste. Wird der Abstand zum rettenden Ufer irgendwann zu groß, könnte es schnell noch ungemütlicher um den Hardtwald werden.

  • Was beschäftigt den geneigten SVS Anhänger sonst noch so?

Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der Diskussionen rund um den Treffer zum 1:2 gegen Nürnberg sowie die Leistung von Florian Lechner. Die Sinnhaftigkeit der korrekt angewandten Regel wurde in Frage gestellt und darf das meiner Meinung nach auch. Die Diskussionen unter den Fans gingen dann aber auch soweit und das sicher auch befeuert durch die Aussagen von Machmeier und Kabaca direkt nach dem Spiel, dass eine große Verschwörung gegen den SVS gesehen wurde. Der DFB und die DFL würden seit Jahren schon daran arbeiten und sich einen Ast freuen, wenn der SVS endlich aus den oberen Ligen verschwinden würden. Ich möchte gar nicht bestreiten, dass einige der profitorientierten Funktionäre ein Halleluja ausstoßen würde, wenn der SVS in Liga 3 absteigen würde. Zum Glück ist das jedoch immer noch ein Vorgang, der zu großen Teilen auf dem Spielfeld entschieden wird und hier zeigt der SVS seit über einem Jahrzehnt schon Leistungen, die Vereine wie der 1. FC Kaiserslautern, 1860 München, der FSV Frankfurt, der MSV Duisburg oder die Offenbacher Kickers um nur einige zu nennen, gerne für sich beanspruchen würden.

Meiner Meinung nach sind Vereine wie der SV Sandhausen, aber auch der 1. FC Heidenheim sicher nicht die Zuschauermagneten wie es vielleicht die sogenannten Traditionsvereine sind. Jedoch glaube ich, dass gerade Fans von solchen Traditionsvereinen lieber gegen den kleinen SV Sandhausen spielen würden als gegen einen künstlichen erzeugten Verein wie die Beispiele aus Leipzig, Hoffenheim oder Wolfsburg. Finanziell geleitete Funktionäre sehen das sicher etwas anders, jedoch sollten auch diese Personen überlegen, ob es schlussendlich nicht besser für Ihre Melkkuh wäre, wenn schon die Zuschauerstarken Traditionsvereine „aussterben“, es nicht eher darum geht, den kleinen, aber gewachsenen Vereinen den Rücken zu stärken, als aufgeblasenen Produkten. Wenn man traditionelle Fußballfans vor die Wahl stellen würde zwischen dem SV Sandhausen und der TSG Hoffenheim würde ich Haus und Hof darauf verwetten, dass 100 von 100 sich für den SVS entscheiden würden.

Nach dem St. Pauli Spiel verlagerte sich Diskussion auf die Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft. Die ersten 30 Minuten in Hamburg gab die Mannschaft wahrlich kein gutes Bild ab, was aber meiner Meinung nach vor allem am Spielverlauf lag und nur in zweiter Instanz an der Qualität des Kaders. Der in den vorangegangenen Spielen ersichtliche Steigerung der mannschaftlichen Geschlossenheit und Stabilität würde ich nach diesem Spiel nicht direkt das abrupte Ende prophezeien. In der aktuellen Phase kommt ziemlich viel zusammen und das darf sicher nicht die Ausrede für alles sein, aber man zeige mir ein Team, dass mit Quarantäne/Trainingssituation bei dem Programm und dem Spielbeginn am Mittwoch anders umgegangen wäre. Dazu muss man dann auch noch die Unterschiede in der Qualität des Kaders mit einberechnen und schon ist das ein gar nicht so überraschender Auftritt. Wie im Nachbericht gestern schon geschrieben, sollte man vielmehr das positive herausarbeiten und sich bewusst machen, dass man durch taktische Umstellungen und mannschaftliche Geschlossenheit ab der 30 Minuten nicht ebenbürtig war, aber einem absoluten Topteam der Liga einen guten Kampf geboten hat.

Den Untergang des Kurpfälzischen Abendlandes zu beschwören tut vielleicht für den Moment der Fanseele gut, hilft aber keinem wirklich weiter. Schon vor Wochen als ich den Spielplan genauer studierte, war mir klar, dass aus den 4 Spielen gegen Pauli, Nürnberg, Schalke und Paderborn nur mit sehr viel Spielglück und absoluten Topleistungen etwas mitzunehmen ist. Wenn da am Ende 0 Punkte auf 4 Spielen stehen, dann ist das nicht der Untergang, sondern ein Abbild der Qualitäten der einzelnen Teams.

Spieltagstipp

FC Schalke 04 – SV Sandhausen 2: 1

In Anbetracht der Tatsache das der SVS wohl auf der letzten Felge in der Veltins Arena einrollen wird und dem Fakt das mit Simon Terodde DER Zweitligastürmer schlechthin auf Seiten der Schalker steht, muss kombiniert mit den Statistiken ein Sieg für die Knappen rausspringen. Bei allem Optimismus ist eine knappe Niederlage noch das eheste was ich mir vorstellen kann. Die Freude, wenn weder ich noch Philipp recht hätten, wäre auf jeden Fall ziemlich groß.

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