#27 – NDS / SG Dynamo Dresden – SV Sandhausen 0:1

Kurz & Knapp

Wichtiger Auswärtssieg für den SV Sandhausen. Vor knapp 11.000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion erzielte Pascal Testroet (50.) den einzigen Treffer des Tages und sicherte dem SVS dadurch 3 Punkte. Mit zwölf Punkten stehen die Kurpfälzer zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auf einem Tabellenplatz, der zum sicheren Verbleib in der Liga reichen würde. Die Dresdner hingegen sind durch die Niederlage ihrer guten Ausgangslage beraubt worden und nun mitten drin statt nur dabei im Kampf um den Klassenerhalt. Auch wenn das in Dresden niemanden überrascht, hätte man gegen einen direkten Konkurrenten sicher gerne mehr mitgenommen.

Wunschelf – Startelf

8 von 11 waren richtig vorausgesagt, jedoch war das ja nicht schwer. Kister und Conteh saßen nur auf der Bank, Sicker war aufgrund von Krankheit nicht im Kader.

Dafür standen Okoroji und Zhirov wieder in der Startelf, was dazu führte das mit Esswein nur ein neuer im Vergleich zum Bremen Spiel von Schwartz aufs Feld geschickt wurde. 

Etwas Enttäuschung war dabei, dass Conteh ein weiteres Mal auf der Bank Platz nehmen musste und dafür Esswein startete. Die letzten Auftritte der Nummer 30 waren durchtränkt von Lethargie und dann teilweise auch noch Pech. Jedoch hat man bei Alex Esswein auch immer im Hinterkopf was für ein klasse Fußballer er sein kann und was er schon für überragende Spiele (leider nicht allzu häufig in schwarz und weiß) abgeliefert hat. Ein kleines Fünkchen Hoffnung keimt bei seiner Nominierung dann doch immer wieder auf.

Mit dem 4-2-3-1 von letzter Woche war ziemlich sicher zu rechnen und genauso kam es dann auch. Alois Schwartz setzte auf Kontinuität und versuchte den Spielern dadurch Sicherheit zu geben. 

Spielerisch war das heute definitiv kein Leckerbissen, jedoch wird die Defensive immer sattelfester. Der Gegner erspielt sich weiterhin Chancen, aber das lässt sich auch nicht komplett vermeiden. Wichtig ist zu sehen, dass Automatismen beginnen zu greifen und die Verteidigung nicht mehr nur auf Glück fußt, sondern auf einem erkennbaren Plan. Vor allem die doppelte Besetzung der außen ist ein Segen für das Spiel des SVS und gibt der Zentrale so mehr Sicherheit.

1 x 45 – 1 Halbzeit

Die erste Halbzeit ist schnell nacherzählt. Dresden erarbeitet sich von Beginn weg ein optisches, aber auch den Statistiken nach reelles Übergewicht, konnte dieses jedoch nicht in etwas zählbares umwandeln.

Bei Herrmanns Pfostenschuss hat der SVS unglaubliches Glück, da auch der ansonsten sichere Rückhalt Patrick Drewes chancenlos gewesen wäre. Viel mehr zwingende Chancen konnten sich weder die Hausherren, noch die Gäste aus der Kurpfalz erarbeiten. 

Das Spiel im gesamten als verhalten zu beschreiben trifft es ganz gut. Es war kein fußballerischer Offenbarungseid und auch nicht so wild, wie z.B. das Heimspiel letzte Woche gegen Bremen. Man merkte dem Spiel zu diesem Zeitpunkt an, dass der Fokus der Mannschaften auf Fehlervermeidung lag. Beim SVS noch mehr als bei Dynamo, die immer wieder versuchten das Tempo anzuziehen.

2 x 45 – 2 Halbzeit

Halbzeit zwei ging genau nach Geschmack der Sandhäuser los. Nach einer Ritzmaier-Ecke stand Testroet goldrichtig und verwertete den zweiten Ball sehenswert per Volleyschuss ins lange Eck. Im ersten Moment war der Gedanke Sonntagsschuss sehr präsent. Bei näherem hinsehen jedoch, lässt sich vermuten das Testroet das Ding genauso und genau dahin wollte.

Im Anschluss daran rannte Dresden noch konsequenter an, konnte sich aber weiterhin keine wirklich zwingenden Torchancen erspielen. Vielmehr schaffte es der SVS die Hausherren immer weiter auf das eigene Niveau zu ziehen und somit, die Dynamik aus den zaghaften Offensivbemühungen der Dresdner zu nehmen.

Mit zunehmender Spieldauer bei gleichzeitig abnehmender Physis der Gäste wurden die Angriffe der Heimmannschaft immer zielstrebiger und gefährlicher. Zwingend zum Ausgleich kommen mussten die Dresdner als Daferner alleine auf Drewes zulief, dieser sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen lies und einfach nicht zu Boden ging. Der Schuss des Dresdner Stürmers prallte am Sandhäuser Schlussmann ab.

Auch die darauf folgenden letzten langen Schlussminuten konnten die Gäste mit viel Leidenschaft und etwas Glück überstehen und die langen Bälle, die immer wieder Richtung Drewes flogen, wegverteidigen. 

In der Schlussminute scheiterte der eingewechselte Soukou mit einem sauber vorgetragenen Konter am Dresdner Schlussmann Broll. Anders als 7 Tagen zuvor zu Hause gegen Bremen rächte sich die vergebene Chance jedoch nicht in den Schlussminuten, den kurz danach pfiff der Unparteiische die Partie ab. 

1 x 90 – Fazit

Schön war es nicht, sonderlich viel Spaß hat es auch nicht gemacht, aber es war so unglaublich wichtig. Wichtig für die Entwicklung der Mannschaft, wichtig für das Selbstvertrauen der Mannschaft und noch wichtiger fürs Punktekonto. 

Auch für die Stimmung unter den Fans war es Zeit für einen Sieg wie diesen. Einen hart umkämpften, nicht unbedingt spielerisch verdienten, dafür mit Willen erzwungenen und zum Schluss leidenschaftlich verteidigten Sieg. Nach den unzähligen Spielen zu Beginn der Saison, in denen Großeile der Mannschaft den Eindruck vermittelt haben, dass sie nur Dienst nach Vorschrift leisten, sind solche Auftritte wie die letzten beiden Balsam auf der Fanseele. 

Nach und nach erspielen sich die Spieler das Vertrauen der AnhängerInnen zurück und auch Alois Schwartz lässt mehr und mehr Kritiker erstummen. Erfolg ist tatsächlich immer noch das beste Mittel um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. 

Was das Spiel heute gezeigt hat, ist die weitere Etablierung einer Achse an Führungsspielern und einem Stamm an Spielern, die von Schwartz wohl längerfristig das Vertrauen geschenkt bekommen. Patrick Drewes war wie immer der Fels in der Brandung und hielt, was es zu halten gab. Für ihn freut man sich persönlich sehr, dass er nach dem Unentschieden gegen den Karlsruher SC am 3. Spieltag endlich mal wieder ein Zu-Null in seine Statistik schreiben kann. 

Neben Drewes sieht man auch die Wichtigkeit eines Dennis Diekmeier, dessen ansteigende Formkurve eng mit der aufsteigende Form der ganzen Mannschaft verknüpft ist. Zu guter letzt in dieser Aufzählung darf natürlich auch Pascal „Paco“ Testroet nicht fehlen. Nach langer Anlaufzeit, hat er nun in den letzten Spielen endlich die Chance von Anfang an bekommen und ist direkt die Verstärkung, die man sich bei seiner Verpflichtung versprochen hat. 

Allen dreien merkt und sieht man an, wie sehr sie die Mannschaft auf dem Platz antreiben und mitnehmen können. Gerade die beiden Feldspieler haben der Mannschaft in den Spielen, die weniger gut liefen doch sehr gefehlt bzw. waren zu dem Zeitpunkt noch nicht in der Form, dass Sie vorangehen konnten.

Hinter den 3 Häuptlingen versammeln sich mit Ajdini, Bachmann, Ritzmaier, Zenga, Sicker (wenn fit) und Höhn, sowie mit Abstrichen Okoroji und Zhirov Spieler, die sich an den Führungsspielern orientieren und von deren Form partizipieren können. Gerade bei Zhirkov ist zu hoffen das er selbst bald wieder in der Verfassung ist, zu den 3 genannten aufzuschließen und Teil dieser Achse zu werden.

Es würde doch sehr überraschen, wenn im nächsten Spiel große Änderungen an der Startelf vorgenommen werden würden. Interessant wird sein zu sehen, wie Alois Schwartz das Konstrukt hinter seinen Auserwählten moderieren wird und wie lange, die Reservisten die Füße still halten.

Und sonst so?

Die Woche war ruhig, das Wochenende erfolgreich. Gerne darf es so weitergehen.

Auch für mich war es eine spannende, aber erfolgreiche Woche. Spontan kam mir Anfang der Woche die Idee, den Vorbericht mit Expertenmeinung direkt vom Gegner aufzuwerten. Über Twitter bin ich auf den Dynamo Fan Podcast #SGD1953-Podcast aufmerksam geworden und hab die Jungs einfach mal angeschrieben. Direkt kam die Antwort und die Zusage, mir meine Fragen zu beantworten oder wenn ich möchte, an andere Fans weiterzuleiten. Das ist sicher nicht selbstverständlich, zeigt aber auch das Fussball trotz aller Veränderungen, die immer wieder zurecht bemängelt werden, Menschen über die Vereinsfarben hinaus miteinander verbinden kann. Ich persönlich hab mich sehr über die Zusage gefreut und auch die Einschätzungen über die SGD sehr gerne gelesen. Nicht mal im Ansatz hätte ich das in dieser Qualität und auch Tiefe analysieren können. Wer das verpasst hat, kann das im Vorbericht zum Spiel gerne nachholen.

Für die kommenden Spiele werde ich wohl weiter versuchen, Fans des jeweiligen Gegners für eine kleine Fragerunde begeistern zu können. Versprechen kann ich natürlich nichts. Die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Dresdner Jungs ist nicht selbstverständlich und darf sicher nicht vorausgesetzt werden. An dieser Stelle auch noch mal der Hinweis, dass man alle Infos zum Podcast #SGD1953 auf Twitter findet.

Und hier komm ich zum ersten Mal mit einer bitte auf euch zu. Es wär sehr cool von allen, die das hier lesen, mir über irgendeinen Kanal mitzuteilen, wie ihr dieses neue Segment findet. Nutzt dazu gerne die Kommentare unter dem Beitrag, schreibt mich im Forum an oder auf Twitter.

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