#1 – Mario Götze, der SV Sandhausen und ich

Warum Sandhausen?

Das fragen sich wohl außerhalb der 15.000 Seelengemeinde die meisten Fußballfans, wenn sie von Anhängern eines Vereins wie des SV Sandhausen hören.

Mir fällt die Antwort leicht. Rationalität. Gute Erreichbarkeit, kurze Anfahrt, attraktive Gegner und die Chance auf Tickets. Das waren meine Gründe, warum meine Wahl in diesem Sommer auf den Sportverein Sandhausen von 1916 fiel. 

Seit ich mich erinnere bin ich leidenschaftlicher Fan von Borussia Dortmund. Als Kind haben mich der stete Aufstieg in den frühen 90igern emotionalisiert, die Erfolge ab 1995 gebunden und der folgende finanzielle Abstieg endgültig gefesselt. Mit Jürgen Klopp erreichte die Faszination ihren Höhepunkt. Die Mannschaft, der Trainer, der Verein, alles war zu dieser Zeit perfekt. Und das alles auf die Distanz von knapp 400km, ohne die reale Chance öfter als 1x pro Saison ins Stadion zu kommen. Trotzdem machte alles um diesen Verein zu dieser Zeit Spaß. Unglaublich viel Spaß. 

Und dann kam Mario Götze. Besser gesagt, er ging. Zu den Bayern. Und mit ihm mein Glaube an das was uns das Business Fußball seit dem versucht vorzuspielen. Götze hat mir damals die Augen geöffnet und mich ein Stück weit gebrochen. Spiele habe ich weiterhin wenige verpasst, jedoch schaue ich seit diesem Tag nicht mehr so wie davor. 

Was jedoch hat das mit dem SV Sandhausen zu tuen? Aufgrund der Entfernung war es mir seit meiner Kindheit nie möglich Dauerkartenbesitzer im Westfalenstadion zu sein. Der KSC hätte sich damals der Nähe wegen angeboten, zum FCK fuhr der örtliche Fanclub 14tägig. Das waren jedoch nie Optionen. 

Seit unserem Umzug im Winter 2020 wohnen wir ziemlich zentral zwischen Mannheim, Sinsheim und Karlsruhe. Mit Sandhausen also 4 Profivereine aus den ersten drei Ligen in unmittelbarer Nähe. Und hier kommt die Eingangs erwähnte Rationalität ins Spiel. Hoffenheim kann keine Option. Karlsruhe wie oben beschrieben ebenfalls nicht. Und Mannheim? Mannheim hat alles was das Fußballherz begehrt. Tradition, Emotionen, ein geiles Stadion, eine aktive Fanszene und … eine 3x so lange Anfahrt mit erheblicher Parkproblematik.

Und hier hör ich die Fussballromantiker schon schreien. Aber was erwartet ihr von einem desillusioniertem Fan, der auf der Suche nach etwas Neuem ist, dass er selbst nicht benennen kann.

Der SV Sandhausen war für mich also die logische Entscheidung. 17 Minuten Anfahrt, 10 Minuten Fußweg zum Stadion, sofortige Möglichkeit einer Dauerkarte, keine Hype um den Verein. All das, was mir der BVB nicht geben konnte, verbunden mit dem Wunsch, dass am Ende der zweiten Liga, der Fußball noch nicht so weit weg von den Fans ist, wie in der Champions League. Die Entscheidung war gefallen.

Ein Jahr, ein Experiment. Was macht die Dauerkarte mit mir. Die Regelmäßigkeit des Stadionbesuchs. Die Zuschauer um mich herum. Die regionale Nähe zum Verein. Der Saisonverlauf. Die Spieler. Ein Teil von etwas zu sein. So wie ich es bei Fans in Blogs und Podcasts seit Jahren mitverfolge. Nur eben auf einer Ebene die zu meiner Lebenssituation und zu mir passt. Ich werde in meinem Leben kein Ultra mehr und auch kein Allesfahrer. Das ist auch nicht das Ziel. 

Ich mach das für mich. Um vielleicht wieder das zu finden, was mir Mario Götze und der FC Bayern 2013 genommen haben. 

Der SV Sandhausen ist also mein ganz rationaler Versuch, zum Fußball zurück zu finden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

In diesem Sinne, NO PRESSURE SVS 

Ein Kommentar zu „#1 – Mario Götze, der SV Sandhausen und ich

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: